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Bankfilialen geschlossen - wie komme ich an mein Geld?

Wegen Corona ist die Sparkasse im Raum Radeberg verstärkt mit einem Servicemobil unterwegs. Wo es wann hält und wie andere Geldhäuser das Problem regeln.

Die Ostsächsische Sparkasse hat im Rödertal mehrere Filialen geschlossen. Die Einrichtung an der Hauptstraße in Radeberg ist noch geöffnet.
Die Ostsächsische Sparkasse hat im Rödertal mehrere Filialen geschlossen. Die Einrichtung an der Hauptstraße in Radeberg ist noch geöffnet. © Archivfoto: Willem Darrelmann

Das öffentliche Leben steht still. Wegen der Corona-Pandemie bleiben in vielen Geschäften aber auch in zahlreiche Bankfilialen die Türen zu. So hat beispielsweise die Ostsächsische Sparkasse im Rödertal die Filialen in Ottendorf, an der Heidestraße in Radeberg, in Weixdorf sowie in Pulsitz und Königsbrück geschlossen. Doch wie kommt man an Bargeld oder  gibt einen Überweisungsschein ab? Im Internet natürlich alles kein Problem. Viele ältere Menschen aber erledigen ihre Bankgeschäfte am Schalter. „Mehrere Ottendorfer haben sich nach der Schließung der Filiale in Ottendorf mich gewandt“, sagt Rene Edelmann (parteilos). Sie sind es gewohnt, beispielsweise Aus- oder Einzahlungen bei ihrem Sparbuch in der Filiale vorzunehmen. Auch für den Einkauf im Supermarkt benötigen sie Bargeld. Für sie ist es ein großes Problem, wenn ihre gewohnte Filiale schließt.“  Er hat als Ortsvorsteher von Medingen und Mitglied im Corona-Hilfsprojekt von Ottendorf viel Kontakt mit den Einwohnern. 

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Edelmann hat sich an die Ostsächsische Sparkasse gewandt und ihm wurde Unterstützung zugesichert. „Wir schicken unser Sparkassenmobil seit einigen Tagen an zusätzliche Standorte“, sagt Andreas Rieger von der Ostsächsischen Sparkasse. Nach seinen Angaben hält das Mobil jetzt zusätzlich immer montags, 9.30 bis 10 Uhr, im Radeberger Ortsteil Großerkmannsdorf an der Beethovenstraße montags von 14 bis 16 Uhr an der Sparkasse in Ottendorf, dienstags,  14.45 bis 16 Uhr,  in Königsbrück donnerstags,  15 bis 16.30 Uhr,  in Pulsnitz auf dem Marktplatz gegenüber der Sparkasse. Die gewohnten Haltepunkte beispielsweise am Volksheim in Lomnitz oder am Trafohäuschen an der Dorfstraße in Medingen bleiben bestehen. Der vermehrte Einsatz des Sparkassenmobils werde kein Modell für die Zukunft sein, versichert er. „Wenn die Beschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie wieder aufgehoben sind, dann öffnen die regulären Filialen wieder“, sagte er. 

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Er verweist aber auch auf die nächstgelegenen noch geöffneten Sparkassenfilialen an der Hauptstraße in Radeberg, in Weißig und in Klotzsche. „Hier können die Kunden weiterhin ihre Bankgeschäfte erledigen“, sagt er. Allerdings gelten zum Schutz der Mitarbeiter und der Kunden strengere Vorschriften als sonst. Sie müssen einen Abstand von mindestens 1,5 Metern halten, in die Filiale dürfen je nach Größe der Räume nur bis zu fünf Personen gleichzeitig. Wachschutz kontrolliert das alles. Desinfektionsmittel wird bereitgehalten. Die Sparkassen-Mitarbeiter tragen Einmalhandschuhe. Von den Sparkassenkunden  werden neben den Filialen und  dem Mobil verstärkt andere Möglichkeiten genutzt. "Seit der Pandemie greifen viele auf das Telefon und E-Mails zurück. Wir haben hier einen Anstieg von 40 Prozent. Außerdem lassen sich viele einen Online-Zugang zu ihrem Konto freischalten und es wird erheblich mehr mit Karte bezahlt.“

Für Ottendorf wird es enger

Weniger Glück haben Postbankkunden in Ottendorf. Dort   wurde ebenfalls zu Beginn der der Corona-Pandemie am  25. März der Bankschalter in der Getränkequelle geschlossen.  „Kunden dieser Bank haben jetzt  keine Möglichkeit, sich mit Bargeld zu versorgen“, sagt Rene Edelmann. „Für alle, die mobil sind, ist das kein Problem, sie fahren mit dem Auto zur nächsten Filiale, Ältere habe oft nicht die Möglichkeit.“ Auch in dem Fall wandte er sich an die Bank. Laut einem Antwortschreiben wird es jedoch bei der Schließung bleiben. „Wir prüfen regelmäßig das Filialnetz auf Wirtschaftlichkeit. In Ottendorf-Okrilla hat diese Prüfung ergeben, dass Bankdienstleistungen hier nicht mehr wirtschaftlich nachhaltig angeboten werden können“, heißt es darin. „Zwar werden Alternativen vorgeschlagen, wie der Netto- und der Penny-Markt in Ottendorf. Dort könnten an der Kasse bis zu 200 Euro abgehoben werden. Das ist aber für viele keine Lösung, denn Bankgeschäfte können dort nicht erledigt werden. Die nächsten Filialen sind in Dresden oder Radeberg und das ist Älteren einfach zu weit.“

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