merken
PLUS

„Bannewitz hat nichts gegen Flüchtlinge“

Bei seiner Neujahrsansprache findet Bürgermeister Christoph Fröse klare Worte für die Herausforderungen in der Flüchtlingskrise.

© Karl-Ludwig Oberthür

Von Franz Werfel

Bannewitz. Es gibt in Bannewitz einen Gemeinderat, der sich seit 1990 ununterbrochen politisch für die Geschicke seiner Heimatgemeinde einsetzt. Gunar Griepentrog (Freie Wählergemeinschaft Bannewitz) vertrete teilweise streitbar, dabei aber nie negativ, seine Meinung. Das sagte der Bannewitzer Bürgermeister Christoph Fröse (parteilos) in seiner Laudatio für den langjährigen Gemeinderat. Griepentrog bekam beim Bannewitzer Neujahrsempfang die Auszeichnung für sein Lebenswerk.

Anzeige
Onlineapotheke? StadtApotheken Dresden!
Onlineapotheke? StadtApotheken Dresden!

Wer seine Medikamente gerne bequem und direkt von Zuhause bestellt, muss nicht auf Zuverlässigkeit und kompetente Beratung verzichten. LINDA macht es möglich.

Der Gemeinderat bedankte sich mit höflichen Worten, die besonders gut in diese Zeit zu passen scheinen: „Als Politiker kann man es nicht immer jedem Recht machen. Aber das gehört dazu. Und es lohnt sich immer, zu streiten.“ Neben Griepentrog wurden am Freitagabend noch 25 weitere Bürger für ihr ehrenamtliches Engagement in der Gemeinde ausgezeichnet.

Zuvor hatte Christoph Fröse in seiner Neujahrsansprache einen Rückblick auf das vergangene Jahr geworfen. Besonders herzlich bedankte er sich bei den Gewerbetreibenden. „Die Grundsteuer und die Gewerbesteuer sind unsere einzigen Möglichkeiten, in die Zukunft der Gemeinde zu investieren“, sagte Fröse. Bannewitz hat im vergangenen Jahr gut 2,5 Millionen Euro aus der Gewerbesteuer eingenommen. Eingeplant waren nur zwei Millionen Euro.

Christoph Fröse ging auch auf die vielen Asylsuchenden ein, die im vergangenen Jahr in Deutschland Schutz gesucht haben. „In Bannewitz hat keiner etwas gegen Flüchtlinge“, so der Bürgermeister. „Aber wenn wir uns um die Menschen kümmern, muss es auch geordnet zugehen.“ Dabei bedankte er sich ausdrücklich beim Bannewitzer Willkommensbündnis, das vor allem von der Kirchgemeinde geprägt wird.

Bisher leben gut 20 Asylsuchende im Gemeindegebiet. In diesem Jahr könnten es bis zu 400 werden. Ein Konzept, wie man diese Menschen in Bannewitz gut unterbringen könne, wolle der Gemeinderat im Februar vorstellen, so Fröse. Dabei appellierte er auch an die Kultur- und Sportvereine, sich zukünftig bei der Integration der Flüchtlinge noch mehr einzubringen.

Es gebe viele Gerüchte, gerade auch darüber, wie und wo die Gemeindeverwaltung Flüchtlinge unterbringen wolle, so Fröse. Allen Bürgern, die dazu Fragen haben, machte der Bürgermeister ein klares Angebot: „Wenn Sie dazu etwas wissen wollen: Rufen Sie mich an.“