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Verkehrs-Problem an der B 170?

In Hänichen gibt es bald zwei Großbaustellen. Dabei sollen auch Zufahrten an der Bundesstraße geändert werden. Erhöht das die Staugefahr?

Um Staus auf der B170 abzuwenden, plant die "Mobau Müller GmbH" separate Ein- und Ausfahrten auf dem Firmengelände. Doch reicht das aus?
Um Staus auf der B170 abzuwenden, plant die "Mobau Müller GmbH" separate Ein- und Ausfahrten auf dem Firmengelände. Doch reicht das aus? © Grafik Mobau Müller

Noch in dieser Woche erwartet die Gemeinde Bannewitz den Eingang der Baugenehmigung für den neuen Konsum an der B 170 im Ortsteil Hänichen. Dieser soll am alten Standort des Landhandels gebaut werden, direkt neben der Mobau Müller GmbH, dem Baustoffhandel für Hoch-, Tief- und Gartenbau. Auch dort wird es bald eine Großbaustelle geben, denn das Unternehmen will alle bestehenden Gebäude abreißen und ein völlig neues und modernes Firmengelände errichten.

Beide Projekte könnten zukünftig Verkehrsprobleme an der Bundesstraße verursachen, befürchten die Bannewitzer CDU-Gemeinderäte. "Bei einem solchen, seit Längerem bekannten Doppelprojekt sollte die Infrastruktur den entstehenden Verkehr auch aufnehmen können", heißt es auf der Homepage des CDU-Ortsverbandes. Roland Auxel (CDU) sagt gegenüber Sächsische.de: "Nach unserer Auffassung muss das Sächsische Landesamt für Straßenbau und Verkehr jetzt schnell mit ins Boot geholt werden, denn vor allem die äußere Erschließung des Gebietes ist wichtig." 

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Auxel befürchtet durch den zunehmenden Verkehr zum Konsum, durch Fußgänger und Radfahrer sowie Lkws, die von Mobau Müller über den Pulverweg vor allem vormittags wieder auf die B 170 auffahren sollen, ein Verkehrschaos auf der B 170. Nun müsse eine verträgliche Variante gefunden werden, um diesem Szenario entgegenzuwirken.

Geplant ist bislang, dass die Lkws von Mobau Müller von der B 170 kommend in das Firmengelände einfahren, entladen werden und über den Pulverweg das Gelände wieder verlassen. Dies soll hauptsächlich zwischen 6 und 9 Uhr geschehen.

Die Anlieferung per Lkw für den Konsum soll über den Pulverweg erfolgen. Ob dieser anfallende zusätzliche Verkehr mit der aktuellen Planvariante für die Kreuzung aufgenommen werden kann, zweifelt die Bannewitzer CDU an. 

Kreuzungsumbau an der B 170 kommt - aber erst später

Der Bebauungsplan des Baustoffhandels war bis zum 7. August öffentlich ausgelegt worden. Drei Einwände dagegen sind eingegangen. Über diese wird der Gemeinderat voraussichtlich in seiner Oktobersitzung abstimmen, sagt Bürgermeister Christoph Fröse (parteilos). Eine verkehrsrechtliche Stellungnahme sei letzte Woche an das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) versandt worden, so Fröse.

Auf Anfrage gibt Franz Grossmann vom Lasuv bekannt, dass "die Gemeinde Bannewitz aufgefordert wurde, diese gemeinsame Zu- und Abfahrt so auszubilden, dass eine verkehrssichere und konfliktfreie Nutzung des Übergangs von und zur Bundesstraße abgesichert werden kann."

Ein Umbau der Kreuzung der B 170 mit dem Pulverweg beziehungsweise den gegenüberliegenden Einmündungen sei nicht Bestandteil des vorliegenden Bebauungsplanes. "Unabhängig davon besteht aber die Absicht, die Kreuzung auf der Grundlage erster planerischer Überlegungen der Gemeinde Bannewitz bedarfsgerecht umzubauen", sagt Franz Großmann. "Hierfür wird derzeit eine Planungsvereinbarung zwischen der Gemeinde Bannewitz und dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr vorbereitet", erklärt er. 

Während dieser Planungen würden dann in Form einer Verkehrsuntersuchung die heutigen und künftigen Verkehrsabläufe auch genauer betrachtet, betont er. Dabei würden auch die Fußgänger, Radfahrer und Nutzer des öffentlichen Personennahverkehres berücksichtigt.

Hier an der B 170 in Hänichen wird demnächst der neue Konsum gebaut. Angrenzend will sich die Mobau Müller GmbH erweitern.
Hier an der B 170 in Hänichen wird demnächst der neue Konsum gebaut. Angrenzend will sich die Mobau Müller GmbH erweitern. © Karl-Ludwig Oberthür

Für Roland Auxel und die CDU geht das nicht schnell genug: "Bei der Vorstellung zum Vorhaben wurde der zweite Schritt vor dem ersten gegangen", sagt er. "Eigentlich hätte erst die Verkehrsführung rund um und auf der B 170 geplant werden müssen, bevor die Bauarbeiten am Lebensmittelmarkt und am Baustoffhandel genehmigt werden."

Bürgermeister Christoph Fröse sieht bislang keine Probleme, da später sowohl die Autos als auch die Lkws von der B 170 in das Firmengelände von Mobau Müller einfahren und über den Pulverweg wieder ausfahren können. 

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Er betont zudem, dass diese Änderungen der Zu- und Ausfahrtsstraßen nicht Inhalt des Mobau-Müller-Bebauungsplanes sind, sondern im Zuständigkeitsbereich des Sächsischen Landesamtes für Straßenbau und Verkehr liegen.

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