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Bannewitzer Gasthof wird zur Tagespflege

1856 als Bierausschank eröffnet, sollen jetzt ältere Menschen tagsüber im "Schweizer Haus" betreut werden. Einige Plätze sind noch frei.

Ulrike Linke-Arndt, Geschäftsführerin der "Gemeinnützigen Seniorenwohn- und Pflegegesellschaft des Diakonischen Werkes Dippoldiswalde mbH" vor dem "Schweizer Haus."
Ulrike Linke-Arndt, Geschäftsführerin der "Gemeinnützigen Seniorenwohn- und Pflegegesellschaft des Diakonischen Werkes Dippoldiswalde mbH" vor dem "Schweizer Haus." © Daniel Schäfer

Die denkmalgeschützte Sanierung des "Alten Gasthofs" in Bannewitz an der Winckelmannstraße ist abgeschlossen. Kleinigkeiten seien noch zu erledigen, auch der Garten wird nun noch bepflanzt, doch das "Schweizer Haus" erstrahlt in neuem Glanz.

Ulrike Linke-Arndt freut sich, dass die Seniorentagespflege mit dem Namen „Schweizer Haus“ am 1. Oktober* eröffnet werden kann. Die Geschäftsführerin der Gemeinnützigen Seniorenwohn- und Pflegegesellschaft des Diakonischen Werkes Dippoldiswalde mbH sagt: "Wir haben Platz für 17 pflegebedürftige Menschen und Senioren, die gerne zu Hause weiter leben wollen, tagsüber aber die Gesellschaft zu anderen suchen." 

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Zehn Tagesgäste hätten sich bereits angemeldet, um das neue Angebot in Bannewitz anzunehmen. Sie können jeden Tag von 8 bis 16 Uhr die Wohn- und Aufenthaltsräume sowie die Therapierzimmer und die Gartenanlage mit zwei Sonnenterrassen benutzen. Zudem stünde den Tagesgästen eine Ergotherapeutin hilfreich zur Verfügung, sagt die Geschäftsführerin.

Eine Million Euro für die Sanierung

Die Gäste würden tagsüber professionell durch Pflegefachkräfte betreut, könnten sich selbst mit einbringen und den Tagesablauf nach ihren Wünschen und persönlichen Vorlieben mitgestalten, erklärt Ulrike Linke-Arndt. Es gebe Raum für Gespräche, Kreativität, Bewegung und körperliche Aktivierung. Im "Schweizer Haus" arbeiten zwei Pflegefachkäfte, eine Ergotherapeutin, zwei Pflegehilfskräfte, ein Alltagsbegleiter und ein Absolvent des freiwilligen sozialen Jahres.

"Der Tagespflegealltag in unserer Einrichtung ist von einem liebevollen und humorvollen Miteinander geprägt. Die Bedürfnisse, Interessen und Lebensgewohnheiten der Tagesgäste werden von den Kolleginnen und Kollegen berücksichtigt", erklärt die Geschäftsführerin.

Der "Alte Gasthof" war seit Februar 2019 umgebaut worden. Rund eine Million Euro wurde in die Sanierung gesteckt. Finanzielle Unterstützung kam vom Deutschen Hilfswerk und dem Leader-Programm „Silbernes Erzgebirge“.

Mädchen-Wohnheim im Anabu

Im Hotel-Anbau des Gasthofes, der in den 90er-Jahren errichtet wurde, hatte die Diakonie bereits im Herbst 2017 eine Wohngemeinschaft für Mädchen eröffnet. Dort kommen Kinder und Jugendliche aus schwierigen familiären Verhältnissen unter. Die 16 Plätze im Kinderheim sind ausgelastet.

Nach dem langen Leerstand ist nun auch der Gasthof wieder aus dem Schlaf erweckt worden. Innen wurde das Gebäude fast vollständig verändert. Außen blieb das Denkmalgeschützte Haus im Schweizer Stil erhalten. Und auch die Eingangstür zur Tagespflege wird nun wieder dort geöffnet, wo sie sich bereits 1856 befand, mittig vom Gebäude. So war es auch schon vor mehr als hundert Jahren, als Johann Benjamin Butter, einst Bierschröter in einer Nöthnitzer Brauerei, dem Gasthof 1858 das Schankrecht einbrachte. 

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*In einer früheren Version dieses Artikels war der Eröffnungstermin für den 14. September geplant. Dieser Termin hat sich nun wegen laufender Bauarbeiten verschoben.

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