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Bannewitz sieht Rot

Die Feuerwehr erhält einen neuen Einsatzleitwagen. Die Investition kommt kurzfristig und trotz Haushaltssperre.

Von Verena Weiß

Zeitgemäß ist das Fahrzeug schon lange nicht mehr. Nun sind seine Einsätze mit den Possendorfer Kameraden gezählt. Der alte T 4 hat ausgedient. Seinen Platz wird schon bald ein schicker Ford Transit einnehmen – oder korrekt gesagt: ein Einsatzleitwagen, ein sogenannter ELW 1. Dafür hat sich jüngst die Mehrheit der Gemeindevertreter in Bannewitz ausgesprochen.

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Lange hat die Rathausspitze auf finanzielle Unterstützung für den roten Flitzer gewartet und schon mindestens genauso lange den eigenen Anteil dafür beiseite gelegt. „Für dieses Jahr hatten wir eigentlich nicht mehr damit gerechnet“, sagt Gemeindewehrleiter Heiko Wersig, freut sich aber, dass es jetzt doch ganz schnell geht. Anfang Oktober erreichte das Rathaus die frohe Botschaft, dass der vor einem Jahr gestellte Antrag auf Fördermittel beim Landratsamt nun bewilligt wird, weil einer anderen Kommune aus dem Landkreis die Eigenmittel für das Fahrzeug fehlten. Allerdings müsse Bannewitz das Geld noch dieses Jahr investieren. Gesagt, getan. In Rücksprache mit den leitenden Feuerwehrkräften stellte die Gemeindeverwaltung einen straffen Zeitplan auf, ließ Angebote von Firmen einholen. Für maximal 80 000 Euro wird nun die Sachsengarage GmbH in Dresden mit dem Auftrag betraut. 39 000 Euro schießt der Landkreis zu. Bannewitz müsse dann immerhin noch für die restlichen 41 000 Euro aufkommen. Laut Rathaus liege der Preis zwar über der Kostenschätzung, aber noch im Rahmen der Wirtschaftlichkeit. Dennoch sei zu prüfen, inwieweit hier noch Kosten gespart werden könnten, um den Haushaltsansätzen nahe zu kommen. Denn auf das rote Auto könne nicht verzichtet werden.

Ein Quantensprung für Bannewitz?

„Der Wechsel zum Einsatzleitwagen ist für uns ein echter Quantensprung“, sagt Gemeindewehrleiter Heiko Wersig. Gebraucht werde das Fahrzeug vor allem für innerörtliche Einsätze. „Es ist multifunktional“, sagt Heiko Wersig. In dem alten T 4, in dem bisher die Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr zum Einsatzort fährt, sei nur wenig Platz.

Auch die Ausstattung lasse zu wünschen übrig. „Wichtig ist, dass wir mit dem Fahrzeug am Einsatzort alles koordinieren können“, erklärt er. Dazu gehöre Platz für Lageberatungen der Einsatzkräfte, aber auch für Absperrmaterialien. Zudem verfügt das neue Einsatzleitfahrzeug über ein Notstromaggregat, über das es sich selbst mit Strom versorgt. Hier sprach sich die Gemeinde für ein Zwei- statt Fünf-KVA-Stromaggregat aus, das Kosten sparen soll.

Wenn alles klappt, könnte der rote Flitzer nächstes Frühjahr in Possendorf stehen. Dennoch waren nicht alle Gemeindevertreter mit der kurzfristigen Investition glücklich – vor allem im Hinblick auf die aktuelle Haushaltssperre der Gemeinde. „Wie können wir denn Geld ausgeben, wenn wir eine Sperre haben?“, gab Angela von Havranek (CDU) zu bedenken und bekam von ihrem Fraktionskollegen Klaus Kucklick Unterstützung: „Die Frage ist, ob wir die 41 000 Euro Eigenbeteiligung uns aufgrund dieser Situation auch sparen könnten“, sagt er.

Gespart habe Bannewitz bereits auf das Fahrzeug, erklärt Bürgermeister Christoph Fröse (parteilos). Schließlich sei das Geld für den Einsatzleitwagen schon im Gemeindesäckel eingestellt worden, bevor die Haushaltssperre verhängt wurde. Nun ginge es nur noch um die Vergabe der Leistung. Abgesehen davon seien die Investitionen in die Feuerwehr Pflichtaufgaben der Gemeinde und keine freiwilligen Leistungen. Das Fahrzeug sei nicht nur qualitativ notwendig, sondern auch eine Forderung aus dem Brandschutzbedarfsplan.

Grund für die aktuelle Haushaltssperre der Gemeinde sind laut Bürgermeister sinkende Einnahmen aus der Gewerbesteuer für das laufende Jahr, die nicht abzusehen gewesen wären. Hierbei handele es sich um rund 600 000 Euro. Da die Rathausspitze den Kassenkredit der Gemeinde nicht anfassen wollte, sei die Sperre verhängt worden. Weitere Investitionen für 2013 seien aber ohnehin nicht geplant gewesen.