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Barbara Schöneberger zeichnet Weixdorfer aus

Zum zehnten Mal wurde Deutschlands schönste Küche gesucht. Niemand holte diesen Titel zweimal. Bis jetzt.

Von Sylvia Gebauer

Preisverleihungen sind so eine Sache für sich. Wer es in die Runde der letzten Teilnehmer geschafft hat, für den ist die Trophäe zum Greifen nah. Aber bei über 1 000 Mitkonkurrenten sieht die Sache schon anders aus. Allzu viel Hoffnung macht man sich da nicht. Wie der Weixdorfer Steffen Hillig, Chef vom Küchenstudio Hillig. Kurz vor Einsendeschluss schickte er eine seiner selbst entworfenen Küchen ins Rennen. Dann wurde er nach Berlin eingeladen.

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Das „Goldene Dreieck“ klingt nach einem Preis und das ist er auch. Genauer ein Küchenaward. Seit zehn Jahren wird er von den Musterhausküchen Fachgeschäften und der Wohnzeitschrift Zuhause Wohnen verliehen. Und der Weixdorfer Steffen Hillig ist hier kein Unbekannter, bereits vor drei Jahren konnte er das Goldene Dreieck ins Rödertal mitnehmen. Jetzt reiste er mit der Gewissheit an, aufs Treppchen hat er es erneut geschafft. Doch gelingt das Unmögliche?

Mit Küchen kennt sich Steffen Hillig aus. Angefangen hat der gebürtige Radeburger in einer Medinger Garage. Hier verkaufte er Kühlschränke, Waschmaschinen und Fernseher. Mit der Einführung der
D-Mark, am 1. Juli 1990, machte er sich selbstständig. Aus der Garage ist längst ein Geschäftshaus geworden. In Weixdorf an der Königsbrücker Landstraße steht es. Und im Familienbetrieb wurde auch die spezielle Küche für den Wettbewerb am Computer entworfen. Die schönste Küche Deutschlands wurde wieder gesucht.

Freie Hand hatte Steffen Hillig bei der Planung. Ein Ehepaar aus Schellerhau im Erzgebirge hat ihn beauftragt. Sie haben eine alte Jugendherberge denkmalgerecht saniert. Im Inneren aus mehreren kleinen Räumen einen großen gemacht. Herzstück des Ganzen ist die Küche. Sie fügt sich mit in den Raum ein, und hier spielt sich das Leben der Familie ab. „Außerdem ist der Kunde Jäger und bat mich, seine Küche so zu planen, als wäre sie für mich“, sagt Steffen Hillig. Funktional soll sie sein. Schließlich ist der Jäger auch leidenschaftlicher Koch und das erlegte Tier will er sogleich in der Küche verarbeiten. Gesagt, getan, so tüftelte der Weixdorfer Unternehmer. Herausgekommen ist wahrscheinlich Deutschlands längster Messerblock, der die beiden Teile der Kochinsel miteinander verbindet, umreißt Steffen Hillig seine Idee. Ehrlich ist er, allzu große Aussichten auf den Sieg machte er sich nicht. Voller Vorfreude reiste er dennoch in die Bundeshauptstadt zur Preisverleihung. Denn bisher ist es niemandem in der zehnjährigen Geschichte des Preises geglückt, ihn zweimal zu holen. Spannung lag in der Luft. Dann verkündete Moderatorin Barbara Schöneberger den Gewinner: Deutschlands schönste Küchen kommt aus Weixdorf. – Sprachlos war Steffen Hillig. Als die Moderatorin ihn dann auch noch fragte, ob er die Küche selbst als schönste sieht, sagte er einfach Nein. Heute muss er darüber schmunzeln. Stolz macht ihn die Auszeichnung. Jetzt hat er als erster Teilnehmer zwei „Goldene Dreiecke“ in der Vitrine stehen. Übrigens war bei der Preisverleihung auch die Familie aus Schellerhau zu Gast. Sie waren genauso überrascht.