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Schafft es Bruno bis nach Rügen?

Sieben Oberseifersdorfer wollen mit einem aufgemotzten Barkas auf der alten B96 von Zittau bis nach Sassnitz. Vor fünf Jahren war der Kleinbus noch fahruntauglich.

Sieben Oberseifersdorfer machen eine Barkas-Tour entlang der B96 von Zittau bis Sassnitz. Zum Bruno-Team gehören (von links) Uwe Strietzel, Axel Schröter, Ronny Löwe, Kevin Gowinkowski, Jonas Volke, Torsten Günther und Thomas Volke (im Auto).
Sieben Oberseifersdorfer machen eine Barkas-Tour entlang der B96 von Zittau bis Sassnitz. Zum Bruno-Team gehören (von links) Uwe Strietzel, Axel Schröter, Ronny Löwe, Kevin Gowinkowski, Jonas Volke, Torsten Günther und Thomas Volke (im Auto). © Erik-Holm Langhof

Bruno schafft's. Da  sind sich sieben Oberseifersdorfer ganz sicher. Und ihre Frauen und Freundinnen hoffen das natürlich auch. Bruno ist ein Oldtimer. Der blaue Barkas hat das Baujahr 1989. Thomas Volke wollte ihm unbedingt wieder Leben einhauchen und aufmotzen. Das war vor fünf Jahren. Damals war die Mängelliste des Gefährts noch länger als der Dachdeckermeister gehofft hatte. 

Zum Abschied gab es vor der Barkas-Tour in Zittau für die Ehefrauen und Freundinnen eine Rose. 
Zum Abschied gab es vor der Barkas-Tour in Zittau für die Ehefrauen und Freundinnen eine Rose.  © SZ/Holger Gutte
Ronny Löwe hatte am Barkas viel zu schrauben, bevor er wieder fahrtauglich war.
Ronny Löwe hatte am Barkas viel zu schrauben, bevor er wieder fahrtauglich war. © Julia Adler
Kein Platz mehr im Bruno. Zelte und anderes mussten auf dem Dachgepäckträger verstaut werden.
Kein Platz mehr im Bruno. Zelte und anderes mussten auf dem Dachgepäckträger verstaut werden. © SZ/Holger Gutte
Abschiedsfrühstück beim Café Schwerdtner in Zittau. Für ihre B96-Tour haben sich die Oberseifersdorfer extra T-Shirts bedrucken lassen.  
Abschiedsfrühstück beim Café Schwerdtner in Zittau. Für ihre B96-Tour haben sich die Oberseifersdorfer extra T-Shirts bedrucken lassen.   © Erik-Holm Langhof
Das Bruno-Team vor dem Brandenburger Tor in Berlin.
Das Bruno-Team vor dem Brandenburger Tor in Berlin. © privat

Dabei ist Bruno eigentlich nur die zweite Wahl gewesen. Ronny Löwe kann sich noch gut erinnern, wie Thomas Volke 2015 mit einem Barkas zu ihm kam. Der Auto-Mechaniker sollte den beige-farbenen Barkas wieder flott machen. "Als ich ihn mit der Hebebühne hochheben wollte, blieb er stehen", erinnert sich der heute 46-Jährige. "Den kannst du gleich wieder mitnehmen", hatte er zu Thomas Volke gesagt. Zwei Wochen später kam der dann mit einem blauen Barkas erneut zu ihm. Und die Mission aus zwei mach eins begann. 

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Unter Druck entstehen die besten Diamanten

Der Motor vom beigen ist nun im blauen Barkas, wie so manch anderes Teil. Die ersten Jahre ging die Reparatur nur schleppend voran. Die letzten acht Wochen aber hat Ronny Löwe täglich an dem Auto geschraubt, die Wochenenden mitgerechnet. "Unter Druck entstehen die besten Diamanten", sagt er. Wollte seine Freundin Julia Adler ihn sehen, musste sie schon in die Werkstatt kommen. Das war auch gut so, denn manchmal, wie etwa beim Bremsen entlüften, konnte sie gleich mithelfen.

Bruno heißt der Barkas inzwischen. Ein anderer Name kam auch nicht infrage. Denn Bruno hieß in den 1990er Jahren in Oberseifersdorf auch der Barkas des Jugendclubs, dem Thomas Volke und viele seiner Freunde natürlich angehörten. 

Thomas Volke wollte ihn aber nicht nur wieder fahrbereit machen lassen. "Wir müssen mit der Kiste auch was machen, stand für mich von Anfang an fest", sagt der 53-Jährige. Schon 2019 sollte es mit dem Barkas auf große Fahrt gehen. Aber da war das Auto noch nicht so weit. Ronny Löwe hat wirklich fast alles am Auto repariert. Angefangen vom Motor, Getriebe, Kupplung, Kühler bis hin zum Reifen wechseln. Selbst ein neuer Kabelbaum musste eingezogen werden, weil der alte nur zusammengestückelt war, schildert er. 

Statt in die Alpen geht es nun an die Ostsee

Eigentlich sollte Brunos erste richtige große Tour in die Alpen gehen. Dort wollten die Oberseifersdorfer in Richtung "Zittauer Hütte" wandern. Da hat ihnen jedoch Corona einen Strich durch ihre Pläne gemacht. Ein neues Ziel haben sie aber schnell gefunden. Die Idee dafür kam durch eine MDR-Sendung im Fernsehen über die alte B96. Die führt von Zittau bis nach Sassnitz auf Rügen. "Wir wollen sogar die ganz alte Streckenführung über Westberlin nehmen", erzählt Thomas Volke. 

Am Sonntagvormittag ging es nun - mit einer Ehrenrunde um den Stadtring in Zittau  - los.  Das Bruno-Team, zu dem auch noch Axel Schröter, Torsten Günther, Uwe Strietzel, Kevin Gowinkowski und Jonas Volke gehören, hat sich extra T-Shirts  bedrucken lassen. Vor dem Start gab es noch ein Abschiedsfrühstück mit den Frauen und Freundinnen beim Café Schwerdtner an der Leipziger Straße in Zittau, bevor sich die sieben Oberseifersdorfer mit Bruno in Richtung Sassnitz aufmachten. Dort haben sie bereits für ein paar Tage Zimmer in einem Hotel direkt am Hafen gebucht.

In einem Ritt wollen sie mit Bruno aber nicht die reichlich 500 Kilometer bewältigen. Bruno kratzt zwar noch an der 100-km/h-Marke am Tacho, bei einer Reisegeschwindigkeit von 80 km/h fühlt sich sein Motor allerdings wohler. Es soll ja schließlich kein Wettrennen, sondern eine Tour ins Blaue werden, bei der sie sich unterwegs auch ein paar Sehenswürdigkeiten ansehen. Noch am Sonntag ging es deshalb in Brandenburg zur F60 -  der größten Förderbrücke der Welt im Braunkohletagebau.

Sassnitz soll Dienstag erreicht werden

Regenbedingt ist am Montag die geplante Fahrt auf einer Draisine auf Dienstag verschoben worden. Das Foto mit Bruno vor dem Brandenburger Tor haben die sieben Oberseifersdorfer aber durchgezogen. "Die erste Nacht im Zelt war etwas nass", schildert Jonas Volke am Telefon. Da hatten sie in Zesch am See übernachtet. Deshalb ziehen sie am Montagabend eine Pension dem Zelten in Fürstenberg vor. Am Dienstag wollen sie dann in Sassnitz ankommen. 

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Am Montag stotterte der Motor mal kurzzeitig. Aber jetzt läuft Bruno wieder rund. Und falls nicht, haben sie, wie zu DDR-Zeiten üblich, auch ein paar Ersatzteile vom Keilriemen bis zur Zylinderkopfdichtung dabei. Obwohl sie natürlich hoffen, dass sie die nicht brauchen. Zum Abschied hatten die Frauen und Freundinnen jede eine Rose bekommen. Mal sehen, ob es am Freitagabend, wenn sie wieder in Oberseifersdorf ankommen, auch eine Überraschung für das Bruno-Team gibt?

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