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Barockschloss gewährt Einblicke

Am kommenden Sonntag findet wieder der Tag des offenen Denkmals statt. In Hainewalde bietet sich dem interessierten Besucher mit dem Schloss ein Kleinod barocker Baukunst zur Besichtigung an.

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Von Martin Schulze

„Auch wenn wir dem Thema ,Wohnen im Baudenkmal‘ mit unserem Programm eher nicht entgegen kommen, haben wir für unsere Besucher einiges vorbereitet“, weiß Roland Zimmermann zu berichten. Der Vorstandsvorsitzende der Fördervereins zur Erhaltung des Kanitz-Kyawschen Schlosses e.V. lädt am kommenden Sonntag alle Interessierten zum Schlossfest auf das Anwesen in Hainewalde ein.

Unter anderem können bei diesem vorstellungsbegabte Besucher Führungen durch die ehemals prachtvollen Räume des Gebäudes erleben. Anhand fachkundiger Erklärungen werden ihnen Nutzung und Inventar vergangener Zeiten vor Augen geführt. „Ein grüner Salon, der mit Meißner Porzellan bestückt war, ist Beweis genug, dass die damaligen Bewohner durchaus zu leben wussten“ versucht Zimmermann alte Zeiten wieder erstehen zu lassen. Nach seinen Angaben nahm die Besitzerfamilie von Kyaw in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts sämtliches Inventar mit, sie musste ihr Anwesen aus finanziellen Gründen an die Gemeinde Großschönau verkaufen. So sind leider vom ehemaligen Rittersaal, einem Rokokozimmer, einer Bibliothek und anderen Prunkgemächern fast nur noch die nackten Räume erhalten.

Das 1749 bis 1755 erbaute Schloss kam 1778 in den Besitz des Amtshauptmannes Ernst Rudolf von Kyaw und wurde Generationen später von Moritz Joachim Ernst von Kyaw veräußert.

„Das Anliegen unseres Vereines ist die Erhaltung des heute stark sanierungsbedürftigen Gebäudekomplexes“, erzählt Zimmermann. „Deshalb soll beim diesjährigen Fest die Zukunft stärker in den Vordergrund gerückt werden.“ Anhand einer 3D-Computergrafik der Schlossanlage werden dem Besucher die Zukunftschancen der Anlage und deren spätere Nutzungsmöglichkeiten erläutert.

Naturfreunde kommen bei der Präsentation der Diplomarbeiten von Gartenbauarchitekten auf ihre Kosten. In Wort und Bild wollen die Fachleute einen Überblick über die Geschichte der einst bedeutenden barocken Parkanlage des Schlosses geben. Weiterhin wird die von den freien Schulen des Landkreises erstellte „Habsburgausstellung“ zu sehen sein. Sie wurde von Schülern bei Projekttagen erarbeitet und möchte es geschichtsbegeisterten Besuchern ermöglichen, ihren historischen Horizont zu erweitern. Abgerundet wird das Programm mit einem Imbiss- und Getränkestand, der für das leibliche Wohl der Gäste sorgen soll.

„An einem solchen Tag ist es dem Verein wichtig, vom Publikum eine Resonanz über unsere Arbeit zu bekommen“, sagt Roland Zimmermann. Sein Ziel sei es, mit der Veranstaltung mehr Menschen für das baufällige Hainewalder Barockkleinod zu begeistern.

Das Fest beginnt am 14. September um 10 Uhr mit einem Gottesdienst in der hinteren Eingangshalle. Führungen werden auf Wunsch durchgeführt. Geöffnet ist von 10 Uhr bis 17 Uhr.