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Barrierefreie Lieblingsplätze

Kinos und Schwimmbäder sollen dank Rampen und Lifte für alle Menschen zugänglich sein. Die Stadt fördert das mit Zuschüssen.

© Norbert Millauer

Von Simone Burig

Auch wenn die eine Stufe am Eingangstor zur Evangelisch-Lutherischen Kirche Bad Weißer Hirsch noch so niedrig erscheint, für Rollstuhlfahrer ist sie ein nahezu unüberwindbares Hindernis. Doch jetzt gibt es Abhilfe: Ein neu gepflasterter Weg führt rechts an dem kleinen Gotteshaus entlang zu einem Seiteneingang. Hier gibt es keine Stufen, und die Tür ist breit genug für einen Rollstuhl oder Rollator. Pfarrerin Katrin Wunderland ist froh, dass die Kirchengemeinde diesen Umbau stemmen konnte. Möglich wurde er jedoch erst dank einer Finanzspritze der Stadt. „Exakt 24 432,35 Euro haben wir bekommen und konnten die Arbeiten damit komplett bezahlen“, sagte Wunderland gestern bei einem Pressetermin im Gemeindezentrum. Das Geld stammt aus einem Fördermitteltopf des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz. Unter dem Motto „Barrierefreies Bauen – Lieblingsplätze für alle“ hatte es 2014 erstmals insgesamt rund 2,5 Millionen Euro an Städte und Gemeinden ausgeschüttet. Davon erhielt Dresden 245 100 Euro. Gefördert werden sollen damit Einzelinvestitionen bis zu 25 000 Euro. „Ziel ist es, vorhandene Barrieren in öffentlichen Einrichtungen abzubauen“, erklärte Bürgermeister Jörn Marx. 67 Anträge mit einem Volumen von knapp 970 000 Euro waren zu Jahresbeginn bei seinen Mitarbeitern eingegangen. Genehmigt werden konnten letztlich nur 14 davon. So erhielt unter anderem das Elbamare einen mobilen Schwimmbadlift. Und das Kino in der Fabrik konnte einen Treppenlift bauen und eine Induktionsschleife installieren – eine Hilfe für Hörgeschädigte. Auch im kommenden Jahr stehen der Stadt 245 100 Euro zur Verfügung, damit Vereine und Institutionen Barrierefreiheit schaffen können. Allerdings ist Eile geboten: Die Antragsfrist endet am 12. Januar 2015.

365 Tage für Patienten da

Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Vorgestellt wurde bei dieser Gelegenheit auch der verbesserte Stadtführer für Menschen mit Behinderungen. Über 1 000 Objekte, ob Bürgerbüro, Theater oder Museum, sind dort mit einem Verweis aufgelistet, ob sie barrierefrei sind. Im ersten Quartal 2015 soll das Heft gedruckt werden. Bis dahin finden sich viele Informationen auf der Internetseite der Stadt.

www.dresden.de/barrierefreiheit

www.dresden.de/behindertenführer