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Sebnitz

Basalt, Agricola und geheime Keller

Hausbesitzer lassen am Sonntag ganz tief blicken. Zum Tag des offenen Denkmals wird auch so manches Geheimnis verraten.

Ob Basalt oder Basanit, Stolpen behält seine Besonderheiten, wie hier die Säulen am Obermarkt. Am Sonntag können Interessierte ins Stolpens Unterwelt abtauchen, um einiges mehr zu erfahren.
Ob Basalt oder Basanit, Stolpen behält seine Besonderheiten, wie hier die Säulen am Obermarkt. Am Sonntag können Interessierte ins Stolpens Unterwelt abtauchen, um einiges mehr zu erfahren. © Archivfoto: Steffen Unger

Die Stolpener Einwohner sind bereit, sie werden Neugierige in ihre Häuser und Keller schauen lassen. Die einmalige Gelegenheit gibt es am Sonntag, 8. September, zum Tag des offenen Denkmals.

Der Stolpener Geologe Thomas Scholle hat wieder zahlreiche Mitstreiter gefunden, die am Sonntag ihre Privathäuser öffnen. Für ihn ist die Vorbereitung abgeschlossen. „Eigentlich kann ich jetzt nur auf geeignetes Wetter und viele Besucher hoffen“, sagt er. Um Letztere ist ihm nicht bange. Denn nach 15 Jahren hätte sich mittlerweile herumgesprochen, dass sich unter der Stadt ein „Schatz“ befindet.

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Einige Neuerungen gibt es auch dieses Mal. Es wird erstmals einen gedruckten Stationsplan geben, und es wird der Keller unter der Amtsfronfeste geöffnet.

15 Jahre Tag des offenen Denkmals sind für Scholle auch Anlass, Bilanz zu ziehen. Und fairerweise will er daran erinnern, dass es Hans-Jürgen Wolf war, der bereits vor etwa 20 Jahren diesen Tag mit seinen Führungen als erste Veranstaltungen zum Tag des offenen Denkmals in Stolpen anbot. Die von Thomas Scholle seit 2005 inszenierten Kelleröffnungen seien eine Erweiterung und Fortsetzung.

Insgesamt standen in den letzten 15 Jahren mehr als 70 Stationen in Kellern, Häusern, Höfen und besondere Orte ein- oder mehrmalig zur Verfügung. Es gab zehn Sonderaktionen in Form von Führungen, Vorführungen oder Exkursionen. In jedem Jahr konnten im Durchschnitt 25 Stationen besichtigt werden.

 „Das ist im Vergleich zu anderen Städten in der näheren Umgebung sicher eine gute Bilanz, weil in Stolpen vor allem Stationen geöffnet sind, die sonst nicht besichtigt werden können und es mit dem umfangreichen Erläuterungsheft zahlreiche Detailinformationen zu den Stationen gibt“, sagt Scholle nicht ohne Stolz. 

Zumal er das Ganze auch immer ehrenamtlich organisiert und dafür ziemlich viel seiner Freizeit aufwenden muss. Zum Erfolg der Aktion habe aber auch der Natur- und Bauernmarkt beigetragen, der jeweils am gleichen Wochenende in Stolpen stattfindet. Ein Höhepunkt an dem Sonntag ist auch die Krönung der neuen Basaltkönigin.

15 Jahre Tag des offenen Denkmals in Stolpen heißt aber auch für Scholle, dass er Mitstreiter gewinnen konnte, die ihre Häuser öffnen. „Glücklicherweise unterstützen mich meine Familie, der Gewerbeverein und die Stadtverwaltung.“ Sein Geheimtipp? Festlegen will er sich nicht, weil er keinen der Mitwirkenden hervorheben möchte. Er empfiehlt deshalb Besuchern, sich einen Stationsplan zu besorgen oder den großen gelben Plakaten in der Stadt zu folgen. „Also nach Stolpen kommen und diese besonderen Einblicke erleben“, sagt Thomas Scholle. Eigene Führungen wird er nicht anbieten. Er wird jedoch wie gewohnt in seinem Kostüm als Agricola, also Vater der Mineralogie, unterwegs sein.

Die meisten Stationen sind ganztägig geöffnet. Für den Basaltgewölbekeller von Familie Förster unter dem alten Rathaus, Schloßstraße 1, werden 13.30 und 14.30 Uhr Führungen mit begrenzter Teilnehmerzahl angeboten. Aufschlüsse in diesem Keller haben unter anderem gezeigt, dass Stolpen eigentlich auf Basanit steht. Generell zu beachten sei, dass die alten ausgetretenen, auch rutschigen Treppen nicht der Norm entsprechen. Bei vielen Zugängen ist keine Kopffreiheit gegeben. Die Objekte betreten die Besucher auf eigene Gefahr.

Informationen im Netz: www.geologie-stolpen.de oder auch www.stolpen.de

Ein- und Ausblicke

Offene Häuser: Landgut Lietze Bischofswerdaer Str. 20, Gewölbekeller Schloßstraße 13, Gewölbekeller Burghotel, Keller Amtsbaderei, Schloßstraße 9 und 6, Schloßstraße 1, Keller im Pfarrhaus Alte Schulstraße 9.

Besonderheiten: Basaltwand im ehemaligen Gefängnishof Schloßstraße 14, Trockenmauern Schloßstraße 8, alter Steinbruch, Steinkreuze an der Friedhofskapelle, Rathaus mit Luftschutzkeller, Basaltdenkmal Am Markt mit magnetischen Basaltsäulen, Gartenbahnstübel Modelleisenbahn zwischen Basalt, Haus Beier, Dresdner Straße 32 Basalt und Wein. (Auswahl)

 Quelle: Thomas Scholle

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