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Batteriewerk im Bau ist am Netz

Die Ewag Kamenz hat zum 30. August die Anschlüsse für Wasser, Abwasser, Strom und die IT-Schächte für die Accumotive am Ochsenberg realisiert. Eine Erfolgsgeschichte.

© René Plaul

Von Frank Oehl

Die zweite Halle der Deutschen Accumotive GmbH & Co. KG am Ochsenberg wächst in Windeseile aus dem Boden. Wer zur Umgehungsstraße unterwegs ist, kann sich gern davon überzeugen. Hier entsteht für etwa 500 Millionen Euro, die Daimler investiert, eine große Batterieproduktionsstätte für E-Mobilität der Marke mit dem Stern. Das ist eigentlich kein großes Geheimnis, aber SZ-Fotograf René Plaul wäre jetzt doch beinahe vom Wachschutz festgesetzt worden. Weil er 20 Meter hoch über der Baustelle schwebend seine Kamera womöglich hätte in die falsche Richtung wenden können. Dem war aber gar nicht so. Die Ewag Kamenz hatte ihm einen Platz im firmeneigenen Hubsteiger reserviert, um jene Aufnahme vom ebenso gigantischen Regenauffangbecken zu machen, das an der Nordstraße entstanden ist (siehe obiges Bild). Damit wird auch eine Erfolgsgeschichte symbolisiert, die keine 500 Millionen Euro gekostet hat und doch unumgänglich ist. Zum 30. August hat die Ewag Kamenz jedenfalls die Grundstücksanschlüsse für Wasser, Abwasser, Energie und IT abgeschlossen.

Charlotte Meentzen
Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint
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Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

Und dies teilweise sogar vorfristig, wie Ewag-Vorstandschef Torsten Pfuhl auf SZ-Nachfrage bestätigt. Die Versorgung mit Trinkwasser, Strom und Internet wurde sogar zwei Monate eher gesichert. „Als Angela Merkel am 22. Mai den Grundstein für das neue Werk legte, waren wir schon so gut wie fertig.“ Das hatten auch die Kamenzer mitbekommen, die in der Bauphase seit Herbst vergangenen Jahres natürlich auch ein paar Einschränkungen in Kauf nehmen mussten. Vor allem als Anlieger, weil Tiefbau nun Mal mit Umleitungen verbunden ist. Manche Beschwernis war zum Glück schneller vorbeigewesen ...

Eine Millionen-Investition

Um zu ermessen, mit welchen Medienaufgaben eine Halbmilliardeninvestition verbunden ist, genügt ein Blick in jenes Auftragsvolumen, das die Ewag im eigenen Namen (zum Beispiel beim Strom) oder als Geschäftsbesorger (zum Beispiel beim Wasser) zu bewältigen hatte. Es ging um knapp 1,8 Millionen Euro, die vollständig von Daimler bezahlt werden und die sich in mehrere Posten aufschlüsseln. Beim Trinkwasser ging es um 560 000 Euro, bei den IT-Kabelzugschächten um 180 000 Euro, bei Strom um 85 000 Euro und beim Schmutzwasser um knapp 100 000 Euro. Die mit Abstand größte Aufgabe aber war die Regenwasserableitung. Allein hier wurden mehr als 860 000 Euro verbaut. Und der Grund ist ganz einleuchtend. Wenn eine Fläche weiträumig durch Industrieansiedlung versiegelt wird, die bisher noch Acker war, kann das Oberflächenwasser dort nicht mehr versickern. Was das bedeuten kann, erlebt man auch in Kamenz gelegentlich. Am 24. Juni dieses Jahres zum Beispiel waren innerhalb von zwei Stunden etwa 70 Liter Regen und Hagel auf den Quadratmeter gekracht. Künftig müssen solche Unwetterereignisse am Ochsenberg bewältigt werden, indem das Wasser geordnet aufgefangen wird und über den Rodelandgraben und das Schwosdorfer Wasser in Bernbruch bis zur Schwarzen Elster bei Zschornau abgeleitet werden kann.

Das ist auch eine ingenieurtechnische Herausforderung. Insgesamt geht es um 54 Hektar potenzielle Industriefläche. Zunächst hat Daimler 18,5 Hektar erworben, aber mit einer Option auf weitere 13,7 Hektar. „Wir haben darum geworben, das Regenwasserauffangbecken gleich größer zu bauen, damit nicht später unnötige Mehrkosten entstehen“, so Pfuhl. Diesem Argument hat sich er investitionsfreudige Konzern nicht verweigert. Deshalb ist das Vorstaubecken auch so auffällig geworden, wie es jetzt erscheint. Hier passen etwa 11 000 Kubikmeter Wasser rein, die über zwei Einleitstellen hinein können und über ein sogenanntes Drosselbauwerk geordnet in Richtung der Vorfluter wieder hinaus. Und das alles soll und muss ohne Pumpsysteme funktionieren, was auch eine Frage exakter topografischer Bemessung ist. Insgesamt wurden 3,6 Kilometer Trinkwasserleitung, 170 Meter Abwasserkanal, 750 Meter Graben für Strom, 400 Meter Gewässerverrohrung errichtet und 475 Meter des Rodelandgrabens beräumt. Viel Arbeit in relativ kurzer Zeit. Torsten Pfuhl: „Das ist das Ergebnis einer sehr guten Zusammenarbeit mit der Accumotive und den Behörden von Kreis und Stadt.“