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Bau der Biogas-Anlage verzögert sich bis Mai

Die Genehmigung für den rund zwei Millionen Euro teuren Betrieb lässt noch auf sich warten.

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Langebrück

Der Bau der Biogas-Anlage in Langebrück wird sich auf Mitte dieses Jahres verschieben. Ursprünglich sollte die 500-KW-Anlage an den Schweineställen des Agrarcentrums Grünberg bereits im vergangenen Jahr in Betrieb genommen werden. Daraus wurde nichts. „Ende letzten Jahres mussten wir das Planungsbüro durch ein qualifizierteres ersetzen“, sagt Projektmanager Kai Kreller von der Grimmaer Firmengruppe Bio.S Biogas, die die Anlage betreiben will. Ein Ingenieurbüro aus Chemnitz sei nun mit den Planungen für die rund zwei Millionen Euro teure Anlage beauftragt worden.

Die Unterlagen für das Genehmigungsverfahren sollen demnächst eingereicht werden. „Wir rechnen mit einer Genehmigung der Anlage Ende März“, sagt Kreller. Läuft alles nach Plan, wollen die Muldentaler bis Ende April die Detailplanung abgeschlossen und die Aufträge zur Anlagenerrichtung vergeben haben. „Bei einer geplanten Bauzeit von circa fünf Monaten wird die Biogas-Anlage Ende September oder Anfang Oktober ihre BiogasProduktion aufnehmen“, rechnet Kreller. Das Anlagenkonzept sieht vor, dass Maissilage und Getreidestroh unter Ausschluss von Sauerstoff zu Biogas vergären. Um den Gasertrag aus den wertvollen Substraten zu maximieren und Getreidestroh überhaupt vergärbar zu machen, werde als Kernstück der Anlage ein thermomechanisches Aufschlussverfahren zum Einsatz kommen.

Biogas heizt Schweineställe

„Hochwertige und zur Nahrungs- und Futtermittelproduktion einsetzbare landwirtschaftliche Produkte sollen künftig durch Reststoffe wie Getreide oder Maisstroh ersetzt werden können“, erklärt Kreller. Einer der Zulieferer wird das Agrarcentrum Grünberg sein. „Wir werden bei Betrieb der Anlage etwa 1000 bis 1600 Tonnen Stroh liefern sowie ungefähr 3000 Tonnen Mais“, sagt dessen Geschäftsführer Peer Jurack.

Das Biogas wird über ein Blockheizkraftwerk zur Stromerzeugung eingesetzt. Die dabei anfallende Wärme könnte unter anderem für die dann neu rekonstruierten Ställe genutzt werden. Der Schweinebestand ließe sich so wieder erhöhen. 2006 wurde die Schweineanlage in Langebrück nahezu komplett geschlossen. Statt der damals 360 Tiere werden derzeit nur einige Sauen, Ferkel und Mastschweine für den Hofladen in Weixdorf gehalten. „Wer die Ställe betreiben wird und ob es Sauen-Haltung oder nur zwei Ställe Ferkelaufzucht gibt, ist noch offen“, sagt Jurack.Katja Gläss