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Bau der Kamenzer Straße belastet Geschäftsleute

Noch bis Jahresende wird vor Kneipen und kleinen Läden gebuddelt und gebaggert. Die Straße ist nur zu Fuß passierbar.

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Neustadt

Die Bauarbeiten an der Kamenzer Straße sind offenbar eine Belastung für die ansässigen Geschäftsinhaber. „Der ganze Straßenzug ist einfach zu dunkel“, sagt Volker Bansemer, Inhaber der Firma Happy Habitat in der Kamenzer Straße 20. „Bei uns und dem Nachbarladen wurde bereits eingebrochen“, fügt er hinzu. In den fünf Jahren, die das Geschäft schon dort ansässig ist, sei dies noch nie passiert. Magdalena Voigt Mendes Da Ponte vom portugiesisch-deutschen Verein ist ratlos. Sie ist im vergangenen September auf diese Straße gezogen. „Nicht mal die Mitglieder kommen noch gern vorbei“, erzählt sie. „Wie soll ich dann die Miete bezahlen können?“, fragt sie.

Seit Oktober letzten Jahres ist Jens Lunardon mit seinem Fotostudio Art-Revolution in der Kamenzer Straße zu Hause. „Eigentlich bin ich hier in die Neustadt gezogen, um mehr Laufkundschaft zu haben“, sagt er. Es kommen einfach zu wenige Leute vorbei. Ich habe zwar von dem Straßenbau gewusst, aber ich habe nicht erwartet, dass das so lange dauert“, sagt er.

Für die Besitzer des Black Dog, einem Tiernahrungsgeschäft, ist der Straßenbau die reinste Katastrophe. „Weil sie hier nicht reinfahren können, will uns keine Firma mehr mit Waren beliefern“, sagt Mandy Karabacak Bülent, Frau des Inhabers. „Wir bringen unseren Kunden die Sachen kostenlos nach Hause, um wenigstens ein bisschen zu verkaufen“, fügt sie hinzu.

Die im Oktober 2007 begonnenen Arbeiten auf der Kamenzer Straße dauern noch bis zum Jahresende, sagte Thomas Pieper von der Stesad. Diese städtische Entwicklungsgesellschaft saniert die Äußere Neustadt im Auftrag des Stadtplanungsamtes. Der erste Bauabschnitt zwischen der Louisenstraße und der Hausnummer 28 wird voraussichtlich bis Ende Mai 2008 fertiggestellt. Das Gesamtprojekt kostet 771000 Euro. Zwei Drittel davon bezahlen Bund und Land. Die Stadt übernimmt das verbleibende Drittel in Höhe von 257000 Euro.

C. Tanneberger, C. Gäbel