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Bau des neuen Netto-Marktes verzögert sich

Bis Jahresende könnte der Discounter in Reichenbach fertig sein. Aber es gibt einen neuen Investor.

Von Anja Hecking

Mit einem gewissen Aufhorchen haben Stadträte wie Lutz Steglich von der Urbi in Reichenbach die neuen Entwicklungen um den Bau eines neuen Netto-Marktes unweit des Marktplatzes aufgenommen. Nach Informationen der Stadt ist der ursprüngliche Investor abgesprungen. Das Rathaus vermutet, dass ihm die Baukosten zu hoch waren. Diese sind durch Forderungen des künftigen Mieters und Änderungen des Projektes gestiegen.

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Das kam für den Stadtrat ziemlich überraschend. Das alles hat eine weitere zeitliche Verzögerung zur Folge. Der Abriss des Gasthauses „Zur Sonne“ an der Löbauer Straße sollte seit Mai im Gange sein, um Baufreiheit für den neuen Einkaufsmarkt zu schaffen. Nun wird es damit etwas später losgehen. Dennoch rechnet die Stadtverwaltung damit, dass der Discounter bei einer reinen Bauzeit von vier bis fünf Monaten bis Jahresende fertig wird. Sämtliche Genehmigungen dafür liegen vor, sagt Bürgermeister Andreas Böer. Das alles wird auch durch die gute Nachricht gestützt, dass die Löbauer KT Immobilien- und Projektentwicklungs-Gesellschaft, die das Vorhaben entwickelt hat, bereits einen neuen Investor vertraglich gebunden hat. An ihn wird die Stadt jetzt auch das letzte, rund 890 Quadratmeter große Flurstück auf dem bisherigen Parkplatz an der Löbauer Straße verkaufen. Das ist ein Puzzleteil, das dem neuen Investor sonst fehlen würde.

Denn alle anderen Grundstücke für den Markt und den Parkplatz befinden sich bereits in seiner Hand. Der bisherige Geldgeber hat die Flächen an den neuen Investor veräußert, sagt Projektentwickler Jürgen Truskat. „In den kommenden Tagen werden wir den Notarvertrag für die Grundstücke unterschreiben und die Ausschreibungen für den Bau vorbereiten.“

Insofern war der noch ausstehende Verkauf der Fläche durch die Stadt folgerichtig. Sie hatte diesen Schritt seit Projektbeginn Ende 2011 aber an Bedingungen geknüpft. Das sind die Baugenehmigung für den Netto-Markt und der Verkauf aller nötigen Flurstücke an den Investor.

Dass das so eingehalten wird, bestätigt Jürgen Truskat. Mit dem jetzigen Investor ist er guter Dinge, dass Reichenbach einen neuen Netto-Markt spätestens im nächsten Jahr bekommt. Denn bis September ist Netto noch Mieter auf der Löbauer Straße und will von dort in das Stadtzentrum umziehen. So bekommt Reichenbach zwar einen neuen und modernen Markt, aber keinen neuen Anbieter. Denn für Netto sind die Flächen am jetzigen Standort zu klein geworden. Jürgen Truskat rechnet mit einer Bauzeit von vier Monaten. Sind alle Formalien geklärt, könnte das diesjährige Weihnachtsgeschäft bereits im neuen Markt stattfinden. Dieser wird wieder einen Backstand haben und eine Fleischerei. Letztere wird aber von Netto selbst betrieben.

So recht mögen die Stadträte noch nicht an das Weihnachtsgeschäft glauben, denn die Bemühungen um das Areal an der Löbauer Straße dauern schon seit der Wende an. Selbst das Netto-Projekt musste seit 2012 von Jahr zu Jahr verschoben werden.

Allein der Bebauungsplan hat die Beteiligten zwölf Monate Zeit gekostet. Er war aufgrund der größeren Verkaufsfläche notwendig geworden. Das sollen fast 1 000 Quadratmeter sein. Mit Lagerfläche, Personal-, Sanitär- und Kühlräumen erstreckt sich der Markt auf insgesamt 1 500 Quadratmetern. Die Handelskette Netto setzt zurzeit bewusst auf diese größeren und modern ausgestatteten Märkte in Nähe der Innenstädte, so wie in Reichenbach.

Den Stadträten und Reichenbachern bleibt nur die Hoffnung, dass das nun wirklich die letzte Hürde war. (mit SZ/sg)