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Hoyerswerda

Bau-Etappe zum Faschingsstart gemeistert

In Wittichenau beginnt am Sonntag die 314. Karnevalssaison. Und beim Umbau des Vereinshauses geht es kräftig voran.

Die Kappenbrüder um Vereinspräsident Mathias Glaab (auf dem Wagen links) können wie hier beim Rosenmontagsumzug feiern, stemmen aber auch andere Aufgaben.
Die Kappenbrüder um Vereinspräsident Mathias Glaab (auf dem Wagen links) können wie hier beim Rosenmontagsumzug feiern, stemmen aber auch andere Aufgaben. © Archivfoto: Gernot Menzel

Wittichenau. Das Warten hat ein Ende: Am Sonntag startet die 314. Faschingssaison in Wittichenau. Der Internationale Frühschoppen in der Sport- und Mehrzweckhalle sowie die Kappenabende am 16. und 23. November mit Prinzenwahl an gleicher Stelle sind längst ausverkauft. Die verschiedensten Kommissionen des Karnevalsvereins arbeiten seit Wochen mit Hochdruck, um unvergessene Stunden zu bieten.

Schon viel länger beschäftigt den Verein ein Projekt, das nach und nach immer mehr Konturen annimmt: Die Sanierung bzw. Umnutzung des ehemaligen Wohngebäudes in der Haschkestraße 20. Bisher wurde das Gebäude als Lager genutzt, künftig wird noch viel mehr möglich sein. Ziel ist es, dem Verein, aber auch Partnern aus der Region zeitgemäße und brauchbare Räumlichkeiten und Funktionen zu bieten, sagt Vereinspräsident Mathias Glaab. „Unser Fundus mit seinen vielen Kostümen bekommt erstmals Räumlichkeiten, die auch beheizt werden können. Ebenso entstehen Lagermöglichkeiten, Probenräume für Büttenredner, sanitäre Anlagen und ein großer Raum im Erdgeschoss, der multifunktional genutzt werden kann.“

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Eine große Sache also. Zu stemmen ist das nur mit Mut, Engagement, Zuversicht, viel Eigenleistung und externer Hilfe. „Für den Verein ist es eine große zusätzliche Aufgabe und Belastung zur normalen Vereinsarbeit, die ja auch übers ganze Jahr geht“, sagt Mathias Glaab. Erste Überlegungen wurden mit seinem Amtsantritt vor vier Jahren angestellt, innerhalb einer Bestandsaufnahme und der inhaltlichen Ausrichtung für die nächsten Jahre. Glaab hatte anfangs etwas Bedenken, den Verein mit diesem größten Projekt der Vereinsgeschichte zu überfordern. Diese haben sich aber ganz schnell zerstreut: „Viele Kappenbrüder opfern nun zusätzlich einen großen Teil ihrer Freizeit für dieses Vorhaben und sind sehr engagiert bei der Sache. Auch viele Bau- und Ausbaugewerke unterstützen uns nach Kräften. Ebenso die Stadt Wittichenau. Dafür sind wir sehr dankbar!“

Für die Beschaffung von Fördermitteln mussten viele Anträge und Formulare ausgefüllt werden. Die umfängliche Maßnahme kann nur durch die großzügige Regionalförderung des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raums (Leader) umgesetzt werden, denn als gemeinnütziger Verein haben die Karnevalisten nur sehr geringen finanziellen Spielraum. Alle Einnahmen werden übers Jahr für die Durchführung von Saalveranstaltungen und Umzügen sowie notwendige Investitionen in Kostüme und Fundus benötigt. Zusätzlich zu den Eintrittspreisen und den Einnahmen aus den Umzugsplaketten ist der Verein auf Spenden seiner treuen Sponsoren und Preisstifter angewiesen.

Die Fördermittelzusage erfolgte im Frühjahr, die Baugenehmigung wurde Mitte des Jahres erteilt. Aktuell sind alle Abriss-und Entkernungsarbeiten und die Grundrissänderungen im Inneren abgeschlossen.

Die Technikkommission verlegte am Wochenende noch fleißig Leitungen, um Baufreiheit für die Putzer zu schaffen.

Über den Winter ist der Innenausbau geplant, zunächst sind die Putzarbeiten dran. Danach geht es mit Heizungs-, Sanitär-, Elektro-, Maler- und Tischlerarbeiten weiter. In einem halben Jahr, wenn die 314. Saison zu Ende geht, wird man die Räumlichkeiten nicht wiedererkennen. Das Wirken des Vereins strahlt weit über die Stadtgrenzen hinaus. Das Haus soll offenstehen, für alle, die Faschingsveranstaltungen aktiv begleiten, kann aber z. B. auch von Kindergärten und Schulen in der Stadt im Rahmen von Projekttagen genutzt werden, so Glaab. Im großen Raum im Erdgeschoss wird man eintauchen in die Faschingsgeschichte, verspricht er: „Dort werden wir auch viele Exponate aus unserer langjährigen Tradition für die Öffentlichkeit zugänglich machen.“

Die Baugerüste sind nicht mehr nötig in der Haschkestraße. Dach, Fenster, Putz und Malerarbeiten an der Fassade sind so gut wie abgeschlossen. 
Die Baugerüste sind nicht mehr nötig in der Haschkestraße. Dach, Fenster, Putz und Malerarbeiten an der Fassade sind so gut wie abgeschlossen.  © Foto: Hagen Linke