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Bau in Grundschule startet noch vor Ferien

Der Radeburger Stadtrat hat die Arbeiten für die Wasserschaden-Beseitigung vergeben. Auf Lehrer und Schüler kommt damit einiges zu.

Am 22. Juni sollen in der Grundschule die Arbeiten zum Beseitigen des Wasserschadens beginnen.
Am 22. Juni sollen in der Grundschule die Arbeiten zum Beseitigen des Wasserschadens beginnen. © Norbert Millauer

Radeburg. Als im vergangenen Jahr in der 2009 neu gebauten Grundschule auf dem Meißner Berg die Heizung ausfiel, dachte wohl noch niemand daran, was für ein Problem auf die Stadt zukommen würde. Umso größer war der Schock, als sich bei der Fehlersuche herausstellte, dass große Teile der Schächte, in denen die Heizungsrohre im Fußboden verlaufen, unter Wasser standen. Die Schäden waren da schon so groß, dass nur eine umfassende Sanierung Abhilfe schaffen kann.

Zunächst waren aber umfangreiche Verhandlungen mit der Versicherung der Stadt erforderlich. Danach folgten Informationen und Absprachen mit Lehrern und Eltern. Schließlich konnte das Vorhaben geplant werden. Manchen Stadträten, das hatte sich in der April-Sitzung des Gremiums gezeigt, dauerte das zu lange. Sie hätten gern die Corona-Zwangspause in der Schule dafür genutzt, mit den Arbeiten zu beginnen. Doch wer konnte diese vorhersehen? Letztlich hätten Schnellschüsse möglicherweise am Ende dazu geführt, dass sich das Vorhaben insgesamt verzögert.

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In der Stadtratssitzung in der vergangenen Woche wurden nun alle Baulose einstimmig vergeben. Insgesamt neun Stück. Von der Bauhauptleistung bis zu den notwendigen Reinigungsarbeiten. Unter dem Strich Arbeiten für in Summe rund 225.000 Euro. Dazu kommen noch die Kosten für die Planungsleistungen in Höhe von knapp 61.500 Euro, für die von den Räten bereits in einer früheren Sitzung grünes Licht gegeben worden war. Dem für den 22. Juni geplanten Baustart steht damit nichts mehr im Weg.

Dass die Vergabe so glattgeht, war nach den Erfahrungen des zurückliegenden Jahres nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Denn da passierte es immer mal wieder, dass für von Kommunen ausgeschriebene Vorhaben keine Angebote abgegeben wurden oder diese im Vergleich zu den Kostenberechnungen total überteuert waren. Für die neun Lose der Wasserschadensanierung in der Grundschule gab es dagegen jeweils zwischen einem und fünf Angebote. Und auch die Kosten liefen offenbar nicht aus dem Ruder.

Denn den aktuell etwas mehr als 286.000 Euro Gesamtkosten, einschließlich der Planungen, stehen 550.000 Euro gegenüber, die von der Stadt vorsorglich im Haushalt für die Arbeiten in der Grundschule eingeplant worden sind. Im Gegenzug rechnet die Verwaltung mit 400.000 Euro Einnahmen – die Erstattung durch die Versicherung. 

Wie viel Geld diese tatsächlich zahlt, hängt laut Bürgermeisterin Michaela Ritter (parteilos) aber letztlich davon ab, in welchen Umfang sie die erbrachten Leistungen der jetzt beauftragten Firmen anerkennt. Ein Gutachter der Versicherung habe sich bereits die Vergabevorschläge angesehen.

In den 550.000 Euro sind indes auch die geplanten Kosten für die Anmietung von Containern enthalten, die als Ausweich für während der Arbeiten nicht nutzbare Räume der Schule benötigt werden. Die Ausschreibung dafür läuft seit Dienstag. Vier Interimsklassenzimmer sollen so mit dem Start des neuen Schuljahres Ende August zur Verfügung stehen.

Mit dem Baustart am 22. Juni, also noch vor den Ferien, und der Gliederung in drei Bauabschnitte soll die Standzeit der Container möglichst gering gehalten werden. Und damit auch die Kosten für diese. Zudem werden durch Absprachen weitere Ausweichmöglichkeiten geschaffen, wo die Grundschüler lernen können.

So gibt es eine Absprache mit der Heinrich-Zille-Oberschule, dass die 4. Klassen nach den schriftlichen Prüfungen der Oberschüler Mitte Juni bis zum Schuljahresende in der Zille-Schule unterrichtet werden können. Auch Räume im benachbarten Hort und gegebenenfalls die kleine Turnhalle sollen zu Unterrichtsräumen umfunktioniert werden.

„Ich bin heilfroh, dass es losgeht“, sagt Thomas Damme, der Leiter der Grundschule. „So besteht Hoffnung, dass sich die Arbeiten nicht so weit ins Schuljahr reinziehen.“ In der Stadt plant man als Endtermin den Februar nächsten Jahres. Etwas Geduld und wahrscheinlich auch Improvisation wird also schon erforderlich sein.

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