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Bau in Radeburger Grundschule gestartet

Bevor die abgesoffenen Kanäle mit den Heizungsrohren geöffnet werden, wird zunächst ein Schutztunnel gebaut. Er soll zusätzlichen Schaden verhindern.

Gunnar Jörke und Hendrik Werrmann (re.) von der Firma Holzbau Sachse aus Berbisdorf beim Anfertigen von Modulen für einen Schutztunnel im ersten Bauabschnitt in der Grundschule Radeburg.
Gunnar Jörke und Hendrik Werrmann (re.) von der Firma Holzbau Sachse aus Berbisdorf beim Anfertigen von Modulen für einen Schutztunnel im ersten Bauabschnitt in der Grundschule Radeburg. © Arvid Müller

Radeburg. Dienstagmittag im Lehrerzimmer der Grundschule auf dem Meißner Berg. Der Lärm eines Bohrhammers ist so laut, dass man kaum sein eigenes Wort versteht. Das kleine Megafon auf einem der Schreibtische scheint da genau die richtige Antwort zu sein. Aber nein: „Das ist für die Hofpause“, sagt eine der Lehrerinnen und lacht.

Mit dem Start der Arbeiten zur Beseitigung der im Vorjahr entdeckten Wasserschäden wurde am Montag damit begonnen, den Bereich des ersten Bauabschnitts vom übrigen Gebäude abzutrennen. Betroffen davon sind die Zimmer von drei 1., einer 2. und zwei 4. Klassen. Diese müssen bis zum Ende des Schuljahres umziehen. Innerhalb des Hauses, aber auch in das Gebäude des benachbarten Horts.

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Ein sonniger Tag tut Körper und Geist gut. Doch ob auf dem Balkon, im Garten oder am Wasser: Hautschutz ist dabei unerlässlich.

Dort wurden Werkräume im Keller und Zimmer im Obergeschoss für den Unterricht hergerichtet. „Diese sind teilweise zwar nicht sehr groß, aber wir ersparen den Schülern der 4. Klassen und ihren Lehrern dafür den Umzug für die letzten Wochen des Schuljahres in die Zille-Oberschule“, sagt Schulleiter Thomas Damme. Diese Option war geprüft und abgesprochen worden, für den Fall, dass andere Lösungen nicht funktionieren.

Direkt betroffen von den Arbeiten im ersten von insgesamt drei Bauabschnitten ist auch das besagte Lehrerzimmer sowie das Sekretariat und der Raum des Schulleiters. Alle Türen zu den beiden abgesperrten Gängen können in dieser Zeit nicht mehr genutzt werden. „Darum wird jetzt als Erstes auch eine neue Tür zwischen dem Lehrmittelraum und dem Lehrerzimmer eingebaut“, sagt Thomas Damme. Über dieses sind dann die beiden anderen Zimmer zu erreichen.

Der Lärm des Bohrhammers gibt dabei schon mal einen Vorgeschmack auf das, was in den nächsten Tagen auf die Lehrer und Schüler zukommt. Denn dann wird in den Fluren im ersten Bauabschnitt der Fußboden geöffnet, um so Zugang zu den im Fundament verlaufenden Kanälen mit den Heizungsrohren zu bekommen. Vorher bauen Mitarbeiter der Firma Holzbau Rico Sachse allerdings aus Holz und Folie einen mannshohen Tunnel über den zu öffnenden Kanälen. Insgesamt rund 50 Meter.

An diesen wird dann ein Gerät zum Luftabsaugen angeschlossen, das in dem Tunnel einen leichten Unterdruck erzeugt. Sollten während des Rückbaus der alten Leitungen und der in den Kanälen befindlichen Schüttung Schimmelsporen freigesetzt werden, können sie auf diese Weise ins Freie abgeleitet werden. Dort richten sie keinen Schaden an.

„Wo es feucht ist, kann Schimmel entstehen“, sagt Radeburgs Bauamtsleiter Mathias Kröhnert. Als die Probleme am Heizungssystem und die dadurch entstandenen Schäden entdeckt wurden, habe die Stadt daher auch einen Experten mit einem Schimmelmonitoring beauftragt. „Dadurch konnte bisher erfolgreich ausgeschlossen werden, dass Schimmelsporen im Schulhaus freigesetzt wurden.“

Damit es auch während der Bauarbeiten zu keiner Kontamination des Gebäudes kommt, wurde zusätzlich zu den bereits vergebenen Baulosen auch noch eines zur Schimmelprävention ausgeschrieben.

Da ein Schutztunnel auch in den beiden anderen Bauabschnitten notwendig ist, wurden für den ersten Module gebaut und zusammengeschraubt. Die 209 mal 500 Zentimeter großen Teile für die Seiten und die 222 mal 500 Zentimeter großen oberen Abdeckungen können so problemlos und schnell ab- und wieder aufgebaut werden.

Der erste Bauabschnitt soll bis zum Start des neuen Schuljahres abgeschlossen sein. Dann sollen auch die Container mit vier Klassenzimmern neben der Schule stehen. Diese werden dringend gebraucht, schließlich sind ab September nicht mehr 13, sondern 15 Klassen zu unterrichten. Und dann wohl auch wieder im Regelschulbetrieb.

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