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Bau-Marathon an der B 97 endet bald

In Laußnitz und Großgrabe brauchen Autofahrer noch etwas Geduld. Am Zeitplan gibt es jetzt Kritik.

Von Annett Kschieschan

Eigentlich sieht alles fertig aus. Auf der Bundesstraße 97 zwischen Großgrabe und Bernsdorf könnte der Verkehr eigentlich schon rollen. Das finden zumindest Anwohner der Strecke. Einer von ihnen, Johannes Scheller aus Großgrabe, hat jetzt seinem Unmut Luft gemacht. „Angeblich wird die Straße erst im Juli frei gegeben, obwohl jetzt schon so gut wie alles fertig ist“, sagt Johannes Scheller. Das sei natürlich vor allem für die Pendler lästig, die noch mehrere Wochen lang über die Umleitungsstrecke rollen müssen. „Aber auch für die Geschäfte im Ort ist das schlecht“, so Johannes Scheller weiter.

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Sperrung bleibt bis Mitte Juli

Beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr sieht man indes derzeit keine Möglichkeit, den betreffenden Straßenabschnitt schneller zu öffnen. Auch, wenn es anders aussieht: Hier sei noch Einiges zu tun. „In Bernsdorf dauern die Bauarbeiten voraussichtlich bis in die 29. Kalenderwoche hinein an“, so Pressesprecher Peter Welp. Das wäre dann Mitte Juli. Die Strecke bleibe weiter vollgesperrt, eine großräumige Umleitung ist ausgeschildert. Im Amt setzt man auf die Geduld von Anliegern und Pendlern und tröstet mit dem absehbaren Abschluss des Groß-Projekts. „Nach Beendigung dieser Arbeiten ist die Baumaßnahme Bernsdorf - Großgrabe abgeschlossen“, bestätigt Peter Welp.

Anschließend wird im Rahmen einer neuen Baustelle der Knoten B 97 - Otto-Buchwitz-Straße in Höhe des Zollhauses in Bernsdorf unter Vollsperrung der Kreuzung grundhaft ausgebaut – aller Voraussicht nach bis Ende August. Danach ist dann die gesamte Ortsdurchfahrt Bernsdorf bis nach Großgrabe grundhaft neu ausgebaut. Im Sommer soll auch eine weitere Großbaustelle an der B 97 endlich abgebaut werden. Am Laußnitzer Teil der Bundesstraße wird schon seit Herbst vergangenen Jahres gebaut. Im Juli kann der Verkehr hier wieder ungehindert rollen, heißt es aus dem Landesamt. Die Arbeiten hier hatten sich als deutlich umfangreicher erwiesen als zunächst gedacht. Ursprünglich wollte man lediglich die Binder- und Deckschicht austauschen. Doch der Unterbau der B 97 war weitaus maroder als angenommen. Die Bauleute mussten umplanen. Die Arbeiten, die auch eine Verbesserung der örtlichen Straßenentwässerung bringen sollen, verzögerten sich dadurch entsprechend.

An der Umgehung wird weitergebaut

In den vergangenen Monaten flossen mehrere Millionen Euro in das Straßennetz im Nordwesten des Landkreises. Gebaut wurde und wird in Königsbrück und Laußnitz, in Großgrabe, Bernsdorf und Straßgräbchen. Allein für die Ortsumgehung Straßgräbchen fließen insgesamt mehr als 13 Millionen Euro. Während die Bauleute an der B 97 nun langsam in den Endspurt übergehen, ist hier noch mehrere Monate lang zu tun. Fast abgeschlossen sind die Erdbauarbeiten, genau wie die kleineren Brücken. Bei der Brücke über den Zinkhüttenteich wird am Überbau gearbeitet. Im Teilabschnitt bis zur Staatsstraße 92 ist die Frostschutzschicht in weiten Teilen eingebaut, der Einbau der Asphaltdecke ist für kommenden Monat geplant.

Danach folgen Arbeiten an Oberbodenandeckung, Muldenbau und Pflasterungen, Schutzplankenbau sowie die notwendige Beschilderung. Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und des Freistaates Sachsen finanziert. Die Verkehrsfreigabe für den gerade erst begonnenen Teilabschnitt bis zur S 92 ist für Ende dieses Jahres geplant.

Der Nordwesten des Kreises bleibt also Baustelle – ein Ende ist aber in Sicht.