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Bauarbeiten laufen auf Hochtouren

In der Werkstatt für Behinderte an der Roßweiner Wehrstraße wird seit Wochen gebaut – bei laufendem Betrieb.

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Von Dagmar Doms-Berger

Schon am Eingang zur Behindertenwerkstatt an der Wehrstraße schlägt dem Besucher ein ohrenbetäubender Lärm von Bohrmaschinen und Hammerschlägen entgegen. Klempner, Elektriker und Heizungsinstallateure arbeiten parallel in dem 1970 errichteten Gebäude. Die Werkstatt entspricht nicht mehr den Anforderungen, die heute für Behindertenwerkstätten gelten. Das betrifft zum Beispiel die Umkleideräume, die getrennt für Männer und Frauen da sein müssen. Therapieräume und Behindertentoiletten sind einzurichten. Die Elektrik wird erneuert, Heizungsrohre werden gezogen. Außerdem wird an dem gesamten Gebäude die Wärmedämmung vorgenommen. Im Arbeitsbereich in der unteren Etage widmen sich die Behinderten ihrer täglichen Aufgabe. Sie eichen, montieren, bedrucken und verpacken die Stellringe für Heizungsthermostate, während wenige Meter weiter Mitarbeiter schon dabei sind, die Werkstatt-Regale zu demontieren. „Wir müssen umziehen“,sagt Arnulf Richter, Geschäftsführer der Diakonie Döbeln. Damit im unteren Bereich weiter gebaut werden kann, muss die Montageabteilung in die oberste Etage verlagert werden, die bereits mit sanitären Einrichtungen und Umkleideräumen ausgestattet ist sowie einen Aufenthaltsraum bietet. Die Modernisierung wird bei laufender Arbeit vollzogen. Das bedeute für Betreuer und Behinderte höheren Stress und für uns logistische Höchstleistung, sagt Arnulf Richter. Etwa 50 Behinderte arbeiten in der Werkstatt mit Tischlerei und Montage. Dort werden unterschiedliche Auftragsarbeiten erledigt – vom Montieren von Nuckeln bis zur Montage von Einschubkörben für Waschmaschinen. In der Zukunft sollen 90 Behinderte in der Werkstatt arbeiten. Die Kosten für die Bauabschnitte drei und vier belaufen sich auf 1,9 Millionen Euro. Der Eigenanteil beträgt 20 Prozent, davon übernimmt die „Aktion Mensch“ zehn Prozent, zehn Prozent trägt der Landkreis und 70 Prozent das Land.