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Löbau

Spreequellcenter wird größer

Das Einkaufszentrum in Neugersdorf braucht mehr Platz. Die Baupläne sorgten schon für Kritik. Für das größte Problem - das Parken - gibt es jetzt eine Lösung.

Leiten das Familienunternehmen: Eckhard Unruh, Charlotte Deerberg und ihr Vater Karl-Wilhelm Deerberg (von links).
Leiten das Familienunternehmen: Eckhard Unruh, Charlotte Deerberg und ihr Vater Karl-Wilhelm Deerberg (von links). © Matthias Weber

Die Pläne lagen eine Weile auf Eis, sind aber nicht vom Tisch. Das Spreequellcenter in Neugersdorf will sich erweitern, das stellen die Betreiber jetzt klar. Die Betreiber sind zwei Familien-Unternehmen: Familie Unruh aus Neugersdorf und Karl-Wilhelm Deerberg mit seiner Familie aus Lübbecke in Nordrhein-Westfalen. Sie gründeten 1990 die Unruh-Deerberg Immobilien GbR und bauten das Center. 

Dazu gehören neben dem "Kaufhaus an der Spreequelle" mehrere Gebäude, in die weitere Händler eingemietet sind. Das ist unter anderem der Discounter Aldi. Der Markt im Spreequellcenter ist Aldi aber zu klein geworden, seit Jahren drängt der Discounter auf eine Vergrößerung. Die wird es nun wahrscheinlich für Aldi auch geben - allerdings an einem anderen Standort. Edeka plant einen neuen Markt auf dem Gelände hinter Stadt Zittau, dort will sich Aldi mit einmieten. 

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"Das heißt aber nicht, dass es bei uns auf dem Gelände dann keine Lebensmittel mehr gibt", sagt Charlotte Deerberg von der Unruh-Deerberg Immobilien GbR. Bis Mitte 2021 laufe der Mietvertrag von Aldi im Spreequellcenter. Solange bleibt der Discounter auf jeden Fall am Standort. Für die Zeit danach hat die Immobilien GbR auch schon Pläne. "Wir sind in Verhandlungen mit einem anderen Lebensmittler", so Frau Deerberg. Weil aber noch nichts unterschrieben ist, möchte sie noch keinen Namen nennen. 

Das Parkdeck kommt nicht

Bevor ein neuer Händler einzieht, soll aber noch gebaut werden. Die Center-Betreiber halten an den Vergrößerungsplänen fest. Das Gebäude von Aldi und Rossmann soll in Richtung des Parkplatzes erweitert werden. Damit bekommt auch der Drogeriemarkt Rossmann mehr Platz. Alle eingemieteten Partner brauchen inzwischen mehr Fläche. "Bei Rossmann haben wir mit 250 Quadratmetern angefangen", macht Karl-Wilhelm Deerberg die Entwicklung deutlich.

Allerdings wird nun nicht, wie ursprünglich vorgesehen, ein zweigeschossiges Parkdeck gebaut. Weil durch die Vergrößerung des Gebäudes Parkplätze wegfallen, muss das Center neue schaffen. Es gibt Vorgaben, wie viele Stellflächen vorgehalten werden müssen, das ist abhängig von der Verkaufsfläche. Ein Parkdeck wäre aufgrund des begrenzten Platzes mitten in der Stadt die einzige Lösung gewesen. Wegen der Pläne für das Parkdeck hatte es aber große Bedenken vonseiten der Anwohner gegeben. Das ist nun vom Tisch, denn die Center-Betreiber haben eine andere Lösung gefunden, mehr Parkplätze zu schaffen. 

10.000 Quadratmeter mehr Platz

Die Center-Betreiber haben das Gelände von Edelfisch gekauft. Es liegt schräg gegenüber vom Einkaufszentrum an der Spreequellstraße. Rund 10.000 Quadratmeter hat das Areal. Zunächst sollen die alten Produktionsgebäude abgerissen werden. "Da ist genügend Platz für Stellflächen", so Karl-Wilhelm Deerberg. Die sollen nicht nur die vorgeschriebene Größe haben, sondern besonders großzügig gebaut werden.

Zudem wird der neue Parkplatz dann zwei Zufahrten haben: von der Spreequellstraße und von der Elsa-Brandström-Straße. Zusätzlich wird der bisherige Parkplatz direkt am Center weiterhin genutzt werden können. Auch er hat zwei Zufahrten, von der Spreequellstraße und von der Goethestraße. Weil es mehrere Zufahrten gibt, sei auch nicht mit Verkehrsproblemen zu rechnen, sagt Charlotte Deerberg. Das haben sich die Center-Betreiber in einem Verkehrsgutachten bestätigen lassen. 

Nicht die ganze Areal soll mit Parkplätzen bebaut werden. Das Wohnhaus auf dem Edelfisch-Gelände zum Beispiel bleibt auf jeden Fall stehen, stellt Charlotte Deerberg klar. Weitere Neubauten sind ebenfalls in Planung. Auf dem Grundstück neben Kik sollen neue Verkaufsgebäude entstehen. Auch dieses Grundstück möchten die Center-Betreiber noch erwerben. Mit dem bisherigen Eigentümer sind sie dazu bereits in Gesprächen. 

© Romy Thiel

In der Zwischenzeit hat die Stadt ein Einzelhandelskonzept erstellen lassen. "Das wollten wir erst einmal abwarten, bevor wir weiter planen", begründet Charlotte Deerberg, warum es in den letzten Monaten ruhig war um das Bauvorhaben. Das Einzelhandelskonzept bestätigt das Center nun in seinen Erweiterungsplänen. Die Erhebung hat ergeben, dass das Spreequellcenter 14 Prozent des Umsatzes in der Stadt macht. "Bei einem Anteil von zehn Prozent der gesamten Verkaufsfläche." Damit spiele es eine wichtige Rolle bei der Versorgung der Menschen, nicht nur der Neugersdorfer, sondern auch der Einwohner aus dem Umfeld. 

Studie bescheinigt wichtige Rolle

"Für uns ist das eine Bestätigung, dass wir mit unseren Erweiterungsplänen richtig liegen", so Karl-Wilhelm Deerberg. Im Center gebe es ein breites Angebot von günstig bis zu höherwertigen Produkten. Das soll so bleiben. Insgesamt sind im Center zwölf Partnerunternehmen eingemietet, vom Bäcker und Fleischer über die Gärtnerei und Lebensmittelhändler sowie Drogerie bis hin zum China-Imbiss. Wegen der Einschränkungen aufgrund der Corona-Krise sind momentan nur die Bereiche mit Lebensmitteln und Drogerie-Artikeln sowie der Zeitungskiosk geöffnet. 

In Zukunft will das Center bei den Angeboten auch noch aufstocken, im Frischemarkt mit Bäcker, Fleischer und Gemüsehändler soll sich einiges tun. Ein Fischhändler soll hinzukommen. Die Kundentoiletten sollen zudem umgebaut und erneuert werden. 

Der Hauptteil der Bauarbeiten im Center soll sich auf das Jahr 2021 erstrecken. Über die Pläne wollen die Betreiber zu gegebener Zeit auch noch einmal in einer Anwohnerversammlung informieren. 

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