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Dresden

Bauarbeiten strapazieren Kinder und Eltern

Die Sanierung der 15. Grundschule verzögert sich und kostet plötzlich zwei Millionen Euro mehr. 

Die 15. Grundschule in der Görlitzer Straße wird rundum saniert. Die Schüler lernen deshalb derzeit an der Dreikönigschule.. Doch auch dort läuft nicht alles rund.
Die 15. Grundschule in der Görlitzer Straße wird rundum saniert. Die Schüler lernen deshalb derzeit an der Dreikönigschule.. Doch auch dort läuft nicht alles rund. © Sven Ellger

Die Kinder klagen über Kopfschmerzen, sind gereizt und aggressiv. So beschreibt ein aufgebrachter Vater derzeit die Lernsituation an der 15. Grundschule. Bauschmutz und Lärm auf der Schulbaustelle seien dafür verantwortlich. Die Schüler lernen momentan im B-Gebäude des Neustädter Dreiköniggymnasiums. Sie sind dorthin ausgelagert, da ihre Schule in der Görlitzer Straße 8 saniert wird. Ebenso wie die Dreikönigschule selbst.

„Die Staubbelastung auf dem Hof ist unerträglich, sodass Kinder und Mitarbeiter von Schule und Hort über Husten und starke Allergien klagen“, so der Vater in einem Schreiben an die SZ. Den Mitarbeitern sei kein Vorwurf zu machen, sie würden trotz der vielen Mängel ihr Bestes geben. Das unterstreicht auch der stellvertretende Vorsitzende des Elternrats, Pascal Rottmann. Die Lage sei dennoch sehr angespannt. Wegen fehlendem Schallschutz halle es in den Schulgängen und Klassenzimmern so sehr, dass das kleinste Geräusche zur Lärmquelle wird. Bei Kindern und Personal sei der Lärmstress zu hoch. Auch dass der Sportplatz wegen Bauarbeiten gesperrt ist, sei problematisch. Nicht nur weil die Sommerwärme ins Freie zieht. „Auch die Attraktivität des Horts sinkt damit. Sportbegeisterte Schüler, die das Angebot zum Beispiel in den Ferien nutzen würden, bleiben fern.“

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Die Stadt musste in einer Beschlusskontrolle vom April einräumen, dass der geplante Fertigstellungstermin für die 15. Grundschule im Dezember 2019 nicht zu halten ist. Das bestätigt die Verwaltung nun erneut. Als neues Datum wird Ostern 2020 genannt. Zudem wird die Sanierung deutlich teuer. „Wegen Schwierigkeiten bei der Vergabe von Bauleistungen, beim Abbruch zusätzlich aufgedeckter, aus den 1990er-Jahren stammender Baumängel und weiterer unvorhergesehener Bauschäden am Gebäude werden voraussichtlich Mehrkosten entstehen,“ so Schulbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) in der Beschlusskontrolle, die der SZ vorliegt. Nun spricht die Stadt von rund 12 Millionen Euro, geplant waren mal zehn.

Die Bauarbeiten an der Dreikönigschule würden so koordiniert, dass lärmintensive Arbeiten außerhalb der Unterrichtszeiten stattfinden. „Leider verursacht jede Baustelle einen gewissen Lärm und Staub, was nicht vollständig vermieden werden kann“, so die Stadt zu den Vorwürfen. Auf den Lärm durch fehlenden Schallschutz geht die Stadt dabei nicht ein.

Nicht nur Vater Pascal Rottmann hofft, dass sich bald etwas ändert. Schon im Oktober sind er und weitere Eltern auf die Schulverwaltung zugegangen, haben auf Mängel hingewiesen, das Gespräch gesucht und Verbesserungsvorschläge gemacht. „Wir hoffen auf schnelle, praktikable Lösungen und sind bereit uns einzubringen.“ Doch alle Versuche seien bisher gescheitert. Deshalb haben die Eltern eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht. Erst jetzt scheint es voranzugehen: Reinhard Koettnitz, Chef des Schulverwaltungsamts, hat sich für einen Besuch angekündigt. 

Parallel dazu hat Oliver Mehl, der für die Grünen im Stadtbezirksbeirat Neustadt sitzt, einen Antrag an Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) gerichtet. Er fordert, dass schnellstmöglich der Lärm im Schulhaus reduziert wird. Etwa durch einen anderen Fußbodenbelag sowie Lärmverblendungen an Decken und Wänden. Zudem sollen Brandschutzmängel behoben werden und Stellplätze für Fahrräder geschaffen werden – bis zum Beginn des neuen Schuljahrs. „ Für alle Maßnahmen sind Vorschläge seitens der Elterninitiative vorhanden, die mit überschaubarem Mitteleinsatz umsetzbar sind“, heißt es. Auch Neustadt-Stadtrat Vincent Drews (SPD) fordert die Verwaltung auf, dort unbürokratisch zu helfen.

Ab dem Schuljahr 2020/2021 gehen die Sanierungen in der Neustadt weiter. Dann ziehen Teile des Gymnasiums Dreikönigschule vom Auslagerungsstandort aus Tolkewitz zurück. Die Sanierung von Haus B beginnt nach Auszug der 15. Grundschule und soll Ende 2021 fertig sein.

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