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Bauboom in Coswig

Über 16 Millionen Euro wurden im Jahr 2014 in Coswig verbaut. Die Stadt verdient daran mit und will, dass es so bleibt.

Von Philipp Siebert

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Seit einiger Zeit sind in Coswigs letzter Dreckecke in der Innenstadt Bauarbeiter, Bagger und Kräne auszumachen. Dort, auf dem Gelände rund um das ehemalige Stadtcafé am Wettinplatz, sanieren drei Dresdner Investoren die alten Villen und errichten neue Einfamilienhäuser. Damit sind sie nicht allein. In den vergangenen zwölf Monaten haben Unternehmen und Privatleute mehr als 16 Millionen Euro in Coswig verbaut.

„Vor fünf Jahren war das noch nicht denkbar“, sagt Bauamtsleiter Wolfgang Weimann. Von einem Rekord will der Mann aus dem Rathaus dennoch nicht sprechen. „2010, als die Walzengießerei sich erweiterte, waren es noch einmal fünf Millionen Euro mehr.“

Freuen kann sich der Bauamtschef dennoch. Denn die Stadt verdient kräftig mit, wenn in Coswig gebaut wird. Für die Bauaufsicht und die Bearbeitung im Amt werden Gebühren fällig. Unter dem Strich spülten die im vergangenen Jahr 71 000 Euro in die Stadtkasse. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren nahm das Rathaus gerade einmal 38 000 Euro mit den Bescheiden ein.

„Die Investitionen stammen vor allem von kleineren Firmen und Häuslebauern“, erklärt Weimann. 129 Anträge waren es insgesamt – so viele wie noch nie. Bisher wurden im Rathaus meist nicht mehr als 100 Baugenehmigungen pro Jahr ausgestellt. Verwundert ist Weimann von der Entwicklung aber nicht. Viel Grün, Platz und mehr Ruhe als in Meißen, Radebeul oder Dresden, ausreichend Kindergartenplätze, gute Schulen und dennoch Autobahn- und Flughafennähe – das lockt Bauwillige nach Coswig. Und: „Dank der niedrigen Zinsen ist Bauen derzeit so reizvoll wie nie“, sagt er.

Lücken in der Innenstadt schließen

Der Bauboom führte im letzten Jahr auch dazu, dass Coswigs Einwohnerzahl erstmals seit der Wende wieder stieg. Das Plus ist mit 84 Neu-Coswigern zwar gering. Doch das Rathaus setzt alles daran, dass der Zuwachs in Zukunft deutlicher ausfällt. Deshalb soll vor allem Platz für neue Bauherren geschaffen werden.

Doch Grundstücke werden immer mehr zur Mangelware. Im Gegensatz zu Firmen, für die es in den Gewerbegebieten in Kötitz und Neusörnewitz noch reichlich Flächen gibt, müssen private Bauherren suchen. „In diesem Jahr erschließen wir Grundstücke an der Försterstraße“, sagt Weimann. Bauland für 15 Häuser wird dort entstehen. Der erste Spatenstich soll im Frühjahr gesetzt werden. Daneben hat die städtische Wohnbaufirma noch sechs Grundstücke an der Elbgaustraße im Angebot. Damit war es das jedoch schon mit den großen Flächen in Coswig.

Mehr Bauland will Coswig in diesem Jahr nicht auf der grünen Wiese freimachen. Zwar wird im Rathaus schon seit Längerem über die Erschließung von 13 Grundstücken am Sörnewitzer Schulweg verhandelt. Die Planungen stünden jedoch noch am Anfang, erklärt Weimann. In den nächsten Monaten werden dort definitiv nicht gebaut.

Stattdessen sollen zunächst Lücken in der Innenstadt geschlossen werden. „Das Zentrum hat Potenzial“, sagt Weimann. Freie Flächen gibt es dort noch. Etwa neben dem gerade sanierten Stadtcafé, wo bis vor zwei Jahren noch das Coswiger Kino stand. „Mit solchen Stadtbrachen werden wir uns in diesem Jahr verstärkt beschäftigen“, erklärt der Amtsleiter. Pläne dazu gebe es bereits. Konkrete Vorhaben will er jedoch noch nicht nennen.

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