SZ +
Merken

Bauchaos im Norden Pirnas geht weiter

Wer derzeit in Pirna rechtselbisch fahren muss, muss flexibel sein. Fast täglich werden im Norden der Stadt Straßen gesperrt oder wieder geöffnet. Da ist es schon für Ortskundige schwierig, sich zurechtzufinden.

Teilen
Folgen

Von Alexander Müller

Wer derzeit in Pirna rechtselbisch fahren muss, muss flexibel sein.

Fast täglich werden im Norden der Stadt Straßen gesperrt oder wieder geöffnet. Da ist es schon für Ortskundige schwierig, sich zurechtzufinden. Für die vielen Pendler und – jetzt zur besten Ferienzeit – Touristen ist das dieses Verkehrschaos erst recht kaum noch zu entwirren.

Seit gestern nun ist die Postaer Straße wegen des Neubaus der Kratzbachbrücke einschließlich der Einmündung Oberposta voll gesperrt. Das hatte die Stadtverwaltung auch rechtzeitig kund getan, nicht aber, dass zumindest Fußgänger die Baustelle auf einem Notweg passieren können. Für die ansässigen Gaststätten und Pensionen ist das eine Katastrophe.

„Ich kann es mir nicht leisten, in einer Hochsaison 14 Tage und länger keine Gäste in meiner Gaststätte bewirten zu können“, beklagt sich etwa Hans-Jürgen Gebauer vom „Postaer Steinbruch“.

Die Stadt reagiert daraufhin und veröffentlicht in der vergangenen Woche auch die entsprechenden Informationen. Hans-Jürgen Gebauer reicht das aber noch längst nicht. „Auf die Radfahrer wird wieder nicht Bezug genommen“, berichtet er. Die können nach SZ-Informationen ebenfalls über den Notweg fahren. „Es kann vielleicht mal sein, dass sie absteigen müssen“, sagt Pirnas Stadtsprecher Klaus Hensel.

Hans-Jürgern Gebauer fordert aber auch, dass diese Informationen nicht nur für die Zeitungsleser, sondern auch für alle Autofahrer ersichtlich sind. „Diese Hinweisschilder sollten an den Sperr- und Umleitungsschildern angebracht werden.“ Auch diesem Wunsch ist die Stadt nachgekommen.

Angst vor Bauverzögerungen

Der Gastwirt hat trotzdem große Angst. Er befürchtet nämlich, dass die Bauarbeiten nicht wie angestrebt bis zum 2.August abgeschlossen sein könnten. Ihm sei von der Stadt zugesichert worden, dass auf den Baustellen bis zur Dunkelheit gearbeitet werde. „Bis zum heutigen Tag war dies noch nicht der Fall.“ Bei den bisher gelaufenen Kanalarbeiten habe es ebenfalls bereits Verzögerungen im Bauablauf gegeben.

Hans-Jürgen Gebauer verlangt deshalb, dass an der Kratzbachbrücke zweischichtig gearbeitet wird. „Ich werde mich am Abend persönlich davon überzeugen“, kündigte er gestern gegenüber der SZ an. Im Falle einer Verzögerung der Bauarbeiten droht er bereits mit Konsequenzen: „Sollte das Ende der Straßensperrung sich nach dem 2.August verlängern, zeige ich hiermit schon vorsorglich Schadensersatzansprüche gegen die Stadt Pirna an.“ Zweischichtig werde nicht gearbeitet, berichtet deren Sprecher Klaus Hensel. „Aber mit einer verlängerten ersten Schicht.“