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Radebeul

Bauen bei Skopis wird legalisiert

Die ganzjährigen Öffnungszeiten sind genehmigt. Nun sieht es auch für bauliche Veränderungen gut aus.

Mike, Kerstin und Bernd Skopi (von links) arbeiten jetzt entspannter in ihrem Elbgarten. Geöffnet hat der Biergarten ganz legal das ganze Jahr. Und auch Genehmigungen für bauliche Veränderungen könnten in Zukunft leichter zu bekommen sein.
Mike, Kerstin und Bernd Skopi (von links) arbeiten jetzt entspannter in ihrem Elbgarten. Geöffnet hat der Biergarten ganz legal das ganze Jahr. Und auch Genehmigungen für bauliche Veränderungen könnten in Zukunft leichter zu bekommen sein. © Norbert Millauer

Coswig. Es könnte so einfach sein. Skopis Elbgarten liegt idyllisch an der Elbe, ist für viele ein beliebtes Ausflugsziel. Weil sich der Biergarten aber im sogenannten Außenbereich befindet, ist es für die Wirtsfamilie in der Vergangenheit eben nicht einfach gewesen. 

Denn erlaubt war lange Zeit nur eine Sommerwirtschaft, gebaut werden durfte nicht. Für den Betrieb des Biergartens, der Sommerküche und der kleinen Übernachtungshütten gab es einzelne Genehmigungen. Nach langem Kampf wurden die ganzjährigen Öffnungszeiten zugelassen. Und es zeichnet sich auch für bauliche Veränderungen eine Lösung ab.

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Denn Coswig überarbeitet gerade seinen Flächennutzungsplan. Skopis sind im Vorentwurf nicht mehr nur Grünfläche, sondern als sogenanntes Sondergebiet Ausflugsgastronomie eingetragen. 

Das bedeutet nicht, dass die Wirte sofort bauen dürfen. Zunächst muss der endgültige Plan von den Stadträten beschlossen werden. Und dann ist zusätzlich ein B-Plan nötig. Aber es sind zumindest gute Voraussetzungen, dass die Familie ihre Ideen in naher Zukunft umsetzen kann. 

Die Änderung im Flächennutzungsplan sei eine gute Lösung für beide Seiten. „So können wir uns gegenseitig noch in die Augen schauen“, sagt Oberbürgermeister Frank Neupold (parteilos).

Ein Fakt, der auch Familie Skopi immer wichtig gewesen sei, wie Kerstin Skopi sagt. Zurzeit mache die Arbeit im Biergarten richtig Spaß. „So wie es ist, sind wir erst mal zufrieden. Wir konnten in Ruhe arbeiten, ohne Angst haben zu müssen, dass jemand vom Amt vor der Tür steht.“ 

Das Wintergeschäft sei gut gelaufen. „Das Positive war, dass die Leute wussten, dass wir offen haben.“ Zu den Stammgästen kommen die vielen Ausflügler, auch in großen Gruppen, die das urige und gemütliche des Elbgartens schätzen. Das meiste hat Mike Skopi selbst gebaut. 

Neben der Küche befinden sich der kleine Gastraum und das große Zelt für Veranstaltungen oder als Schlecht-Wetter-Variante. Damit sind Skopis eigentlich schon zufrieden. Mit Blick auf die Elbe können die Gäste unter einer neuen Pergola Platz nehmen. Die alte war einem Sturm zum Opfer gefallen. 

Ein neuer Sanitärbau muss allerdings noch kommen. Dafür liege die Genehmigung bereits vor. Und als großes Ziel nennt Kerstin Skopi die Sanierung des alten Wohngebäudes, das zur ehemaligen Gärtnerei gehörte.

Auch wenn das Gebäude schon seit 100 Jahren steht, wird es dafür nicht einfach so eine Genehmigung geben. Denn das Haus ist schon so lange unbewohnt, dass eine Sanierung rechtlich einem Neubau gleichzusetzen ist. 

Um solche Pläne Realität werden lassen zu können, müssen Skopis ein verbindliches Konzept vorlegen und es muss ein vorhabenbezogener Bebauungsplan für die Fläche erstellt werden, heißt es aus der Stadtverwaltung. „Diesen Weg muss Familie Skopi mit uns gemeinsam gehen“, erklärt Ulrike Fitzthum-Hahn, Leiterin des Fachgebiets Stadtplanung. 

Erst dann könne Baurecht hergestellt werden. Die Ausweisung im Flächennutzungsplan allein reicht nicht aus. Mindestens bis Ende des Jahres brauche man Zeit für die Vorbereitungen für weitere Baupläne, sagt Kerstin Skopi. Priorität habe erst mal das, womit die Familie ihr Geld verdient. „Die großen Ziele haben wir erreicht. Die kleinen kommen nach und nach“, ist sie sich sicher.

Seit 1996 gibt es auf dem ehemaligen Gärtnereigelände den Biergarten. Genauso lange kämpfen Skopis um eine Nutzungsänderung. Im August 2016 war der Streit mit der Stadt eskaliert. Da schimpften Skopis auf Kreidetafeln öffentlich über die Stadt, die ihnen verboten hatte, im Winter Gäste zu bewirten. 

Doch schon wenige Wochen später wurde die Zwangspause wieder aufgehoben. Vorübergehend. Denn kurz vor Weihnachten waren Skopis ein Tagesordnungspunkt im Stadtrat. In nichtöffentlicher Sitzung wurde darüber diskutiert, ob einzelne Veranstaltungen im Winter genehmigt werden sollen. 

Das wurde abgelehnt. Skopis mussten alles absagen, ihre Mitarbeiter entlassen. In den nächsten Monaten arbeitete die Familie daran, die Voraussetzungen für einen ganzjährigen Ausschank zu schaffen. Kurz vor der nächsten Winterpause kam die gute Nachricht aus der Stadtverwaltung: Der Elbgarten darf öffnen. 

Künftig das ganze Jahr über. Eine Entscheidung der Verwaltung mit Empfehlung der Landesdirektion.