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Bauer sucht Frau

Seit acht Jahren ist der Hobbylandwirt Frank Stefan schon Single. Nun hat er das Alleinsein satt.

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Von Jane Pabst

Inmitten des Landschaftsschutzgebietes Röderaue, umgeben von idyllischer Teichlandschaft und weiten Feldern liegt das 1200 Einwohner große Dorf Frauenhain. Hier lebt Kleinbauer Frank Stefan. Allein. Und das soll sich nun ändern. Ein braungestrichenes Holztor, dahinter im zarten Gelb getünchte Häuserfassaden, rechts das Wohnhaus, links das Wirtschaftsgebäude, dahinter die Scheune. Das ist der Dreiseithof des 47-jährigen Singlebauern, das Zuhause von 20 Gänsen, 15 Hühnern, zwei Schafen, zwei Bullen, zehn Kaninchen und einem Schäferhund. Fehlt nur noch eine Frau. „Meine letzte Beziehung liegt acht Jahre zurück. Mit meiner Ex-Partnerin habe ich eine gemeinsame Tochter“, erzählt der gelernte Agrartechniker.

Frau sollte keine Kinder haben

Seit der Trennung lebt seine heute 16-jährige Tochter Sandra bei ihrer Mutter in Gröditz. „Sie besucht mich alle 14 Tage, wir kommen gut miteinander aus“, so der Frauenhainer. Allerdings brachte seine damalige Lebensgefährtin noch ein Kind aus einer früheren Beziehung mit auf den Hof. Und das wollte Frank Stefan nicht als neuen Partner der Mutter akzeptierten. „Das war schwierig und auch der Grund, warum die Beziehung letztlich scheiterte“, sagt Stefan, der im Schichtdienst als Lagerarbeiter und Materialvorbereiter in Gröditz angestellt ist. Deshalb sucht er nun nach einer Frau, die möglichst noch keine Kinder mitbringt. „Aus diesen schlechten Erfahrungen lernt man“, meint der 1,86 Meter große Kleinbauer.

Seine neue Herzensdame sollte sich ebenfalls Kinder wünschen und nicht älter als 42 Jahre sein. „Jünger immer gerne“, sagt er schmunzelnd. Ansonsten stellt der schlanke Singlebauer keine hohen Ansprüche. „Ich möchte eine natürliche Frau, sie sollte schlank sein, sauber und häuslich“, sagt er. Der Kleinbauer mag schulterlanges und dunkles Haar. Was ihn bei einer Frau eher abtörnt, sind künstliche Fingernägel. „Ich brauche kein Modepüppchen“, sagt er. Vielmehr jemanden, der Tiere liebt und auch ein Interesse für Landwirtschaft mitbringt. „Ich hätte gern, dass sie mal mit anpackt, wenn Not am Mann ist. Zum Beispiel im Sommer, wenn Heu gemacht wird. Oder dass sie mal das Kleinvieh füttert“, sagt Frank Stefan. Direkt nach der Trennung von seiner letzten Beziehung annoncierte der Singlelandwirt deshalb in der Bauernzeitung. Zwei Frauen meldeten sich daraufhin. „Doch die eine kam aus Berlin, die andere von der Ostsee. Das ist zu weit entfernt“, so Stefan. Ihm wäre es wichtig, dass er eine Frau aus der näheren Umgebung kennenlernt.

Denn: „Nie und nimmer ziehe ich hier weg. Frauenhain ist ein schönes Dorf“, so Stefan entschieden. Aber noch viel entscheidender ist für ihn eine ganz persönliches Versprechen: „Ich habe meinem Vater am Grab geschworen, dass ich seinen Hof erhalte und weiterführe. Das war sein letzter Wille.“ Und auch Frank Stefans Wunsch ist, dass der Hof einen Nachfolger findet. „Doch bis jetzt sieht es so aus, als ob ich der Letzte sei. Meine Tochter hat kein Interesse“, sagt er. Auch das sei ein Grund dafür, weshalb er sich noch einmal Kinder wünscht. Seine neue Liebe will der Bauer auch gern verwöhnen. „Ich kann kochen. Bei mir gibt es sonntags und auch in der Woche frisches Fleisch. Hühnchen, Gans, Ente – ich hole mir mein Fleisch vom Hof und nicht vom Supermarkt“, erzählt er. Hausmannskost kocht er dann ganz klassisch mit Kartoffeln und Gemüse.

Gerätewart bei der Feuerwehr

Auch gesellig sollte seine neue Herzensdame sein. „Ich mag keinen Stubenhocker, sondern möchte einen Partner, mit dem ich was unternehmen kann“, so Stefan, der bei der Feuerwehr aktiver Gerätewart ist.

Welche Dame möchte sich von dem schlanken Kleinbauern nicht nur kulinarisch verwöhnen lassen? Wer möchte bald mit Frank Stefan das Feld der Liebe beackern und dessen Früchte ernten? Schreiben Sie uns bitte mit Bild an: SZ Lokalredaktion Riesa, Hauptstraße 56, 01587 Riesa oder per Email an [email protected]