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Bauern atmen auf: Knapp 30 Liter in zwei Tagen

Durch den Regen haben sich die Pegelstände der Flüsse wieder normalisiert. Doch der Zustand wird nicht von Dauer sein.

Von Maria Fricke
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Endlich mal wieder Wasser in der Freiberger Mulde: Nach den Niederschlägen der vergangenen Tage ist der Pegelstand in Mahlitzsch erstmals wieder auf normalem Niveau.
Endlich mal wieder Wasser in der Freiberger Mulde: Nach den Niederschlägen der vergangenen Tage ist der Pegelstand in Mahlitzsch erstmals wieder auf normalem Niveau. © Lars Halbauer

Region Döbeln. In der Nacht zum Dienstag erreichten die Niederschläge im Raum Döbeln ihren Höhepunkt. Seit Sonntag hatte es rund 30 Liter pro Quadratmeter geregnet, so Florian Engelmann. „Ein normaler Regenschauer, den es in den vergangenen Jahren aber viel zu selten gegeben hat“, sagte der Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes.

Der Niederschlag hat sich auch auf die Pegelstände der Flüsse ausgewirkt. Diese haben sich nach dem Regen erstmals seit mehreren Monaten wieder normalisiert. Bis zum frühen Nachmittag stieg am Dienstag der Pegel der Freiberger Mulde in Mahlitzsch. Gegen 13:45 Uhr pendelte er sich bei 125 Zentimetern ein, der Durchfluss betrug 25,7 Kubikmeter pro Sekunde. 

Ende Januar sahen diese Werte noch deutlich anders aus. Da wurde in Mahlitzsch ein Wasserstand von 58 Zentimetern in der Mulde gemessen. Lediglich 2,58 Kubikmeter Wasser plätscherten pro Sekunde durch die Messstation. Damit rangierten die Werte im Bereich des Niedrigwassers. Dieser Zustand dauerte bereits seit mehreren Monaten an. 

Auch über den Herbst gab es kaum relevante Niederschläge. Der Pegelstand der Mulde pendelte ab September 2019 zwischen 50 und 60 cm. Nach dem Regen hat sich nun der Pegel wieder auf den Durchschnitt eingestellt. Der liegt bei 82 Zentimetern Wasserstand und 10 Kubikmetern pro Sekunde Durchfluss.

Leicht über dem Durchschnitt lagen am Dienstag die Werte der Zschopau in Kriebstein. Gegen 12:45 Uhr hatte der Pegelstand mit 99 Zentimetern seinen Höhepunkt erreicht. Der Durchfluss betrug zu der Zeit 36,9 Kubikmeter pro Sekunde. Die Zschopau rangierte Ende Januar noch bei 49 Zentimetern und 7,76 Kubikmetern pro Sekunde. 

Niedrigwasserstand hatte die Zschopau im vergangenen Jahr im September mit 31 Zentimeter Pegelstand. Auch über den Herbst stieg der Wasserstand nur selten über 50 Zentimeter an.

Der erste ergiebige Niederschlag nach Monaten hat den Flüssen gutgetan. Doch er werde nicht nachhaltig sein, sagte Karin Bernhardt, Sprecherin des LfULG. Wenn das Wasser abgeflossen sei, würden die Flüsse wieder schmaler werden, so Bernhardt. Das Niedrigwasser der Flüsse in Sachsen sei so früh sehr außergewöhnlich, urteilte die Sprecherin.

Keine Auswirkungen haben die Schauer auf die Grundwasserstände. „Derzeit unterschreiten in Sachsen zirka 90 Prozent der ausgewerteten 167 Messstellen den monatstypischen Grundwasserstand um durchschnittlich 60 Zentimeter“, informierte die Sprecherin des LfULG.

 Ähnlich sei die Situation im Raum Döbeln. „Trotz der zum Teil ergiebigen Niederschläge in den letzten Tagen ist in den nächsten Wochen weiterhin mit wenig geänderten Grundwasserständen zu rechnen.“

Über den Regen gefreut haben sich die Landwirte. „Er war ganz wichtig“, sagte Ralf Bergmann, Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft Agrarland Lüttewitz. Über den Winter hat der Landwirt Raps, Weizen und Gerste auf seinen Feldern.

 Der Anbau von Rüben und Mais stehe im Frühjahr an. Ginge es nach Bedürfnissen des Landwirts, könne es noch den ganzen Monat regnen. So groß sei der Bedarf auf den Feldern. „Wir hoffen natürlich auf mehr Niederschlag in diesem als in den vergangenen zwei Jahren“, so Bergmann. 

Der relativ milde Winter habe bisher noch keine negativen Folgen auf die Feldfrüchte gehabt. Auch lasse sich noch nicht erkennen, dass durch das Ausbleiben von langen Frostzeiten vermehrt Schädlinge zu erwarten sind.

Auf die Flutbaustelle am Döbelner Steigerhausplatz hatte der Niederschlag keine Auswirkungen. „Solange wir das Wehr nicht aufmachen müssen, tangiert uns das nicht“, sagte der Projektleiter für den Flutschutz in Döbeln, Thomas Zechendorf von der Landestalsperrenverwaltung Sachsen (LTV). 

Geöffnet werde das Schlossbergwehr bei einer Durchflussmenge ab 33 Kubikmeter pro Sekunde. Dann werde die Baustraße in der Flutmulde fortgeschwemmt. „Das wurde, vor allem während des Baus des Wehrs, mehrfach geprobt und hat auch funktioniert“, so Zechendorf.

Zwar geht es ab Mittwochfrüh mit den Temperaturen bergab und vereinzelt sind laut Meteorologe Engelmann auch Schneeflocken zu erwarten, doch der Winter werde nicht anhalten. In den kommenden Tagen bleibe es trocken und mild. „Der Winter ist um 2,5 Grad zu mild“, fasste Florian Engelmann.

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