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Großenhain

Bauernmuseum vermisst über tausend Ausstellungsstücke

Die Sammlungsinventur brachte große Lücken zutage. Was 1998 registriert wurde, ist teilweise nicht mehr am Platz. Wo ist es?

Blick ins Bauernmuseum.
Blick ins Bauernmuseum. © Anne Hübschmann

Zabeltitz. Die technische Erfassung der Objekte im Bauernmuseum Zabeltitz durch Fachfrau Stefanie Schuster brachte es ans Tageslicht: Von den 2800 Inventarnummern, die es bis 1998 unter dem damaligen Leiter Dietmar Enge noch gab, sind nur noch rund 1500 auffindbar. Über 1000 Stücke sind nicht mehr da, nicht mehr zu finden oder ihre Inventarnummer ist nicht mehr erkennbar. Das erfuhren Gäste bei einem Vortrag zu sechs Monaten Sammlungsinventur in Zabeltitz.

Nachkontrolle mit mehr Personal

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Die Lücke klafft zwischen 1998 und 2010, als eine Neuinventarisierung durch die ehemalige Museumsleiterin Karin Müller-Kelwing vorgenommen wurde. Sie soll alle Objekte per Anschauung neu aufgenommen haben. Offenbar waren Ausstellungsstücke in der Zwischenzeit ausgeliehen worden und nicht mehr zurückgekommen. Oder sie stehen jetzt an einem anderen Platz und sind noch nicht zugeordnet. Wahrscheinlich ist auch, dass etliche Nummern auf den Karteikarten nicht mehr lesbar sind. Einige Ausstellungsstücke haben sogar zwei Inventarisierungsnummern.

Museumsleiter Dr. Jens Schulze-Forster will nun einen „Schlachtplan“ entwickeln, wie weiter vorzugehen ist. Denn er strebt für das Bauernmuseum den wissenschaftlichen Standard einer Sammlung an: das heißt, exakte Objekterfassung. Sonst wäre die Ausstellung unpersönlich und beliebig.

Nachdem Stefanie Schuster ihre Erkenntnisse zu Papier gebracht hat, soll eine „Nachkontrolle“ erfolgen. „Wir brauchen dafür mehr Leute und müssen intensiver vorgehen“, so der Museumsleiter. Da das Bauernmuseum auch viele kleine Ausstellungsstücke beherbergt, müssen sie genau unter die Lupe genommen werden.

Die Sammlungsinventur ist Teil der Profilierung des Zabeltitzer Bauernmuseums. Es soll nach der neuen Konzeption interessanter und lebendiger gestaltet werden. Dafür erarbeitet nun auch Ausstellungsgestalterin Antje Werner aus Dresden einen Vorschlag für den neuen Gästeempfang. Der soll sich künftig im Eingangsbereich des Auszugshauses rechts in dem Zabeltitzer Hofgrundstück befinden. Werner soll vorschlagen, wie man das modern gestalten kann, ohne die ursprüngliche Funktion des Gebäudes dabei aufzugeben. Das zu erstellende Angebot muss allerdings noch beschlossen werden. Nach der Überarbeitung der Wohnbereiche steht ein neues Leitsystem zur Besucherorientierung an. Spätestens 2021 soll ein neuer Flyer erscheinen.

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