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Baufinale in Kaditzer Unterwelt

Die Kötzschenbroder Straße ist nach langer Sperrung wieder frei. Was bei der Sanierung im letzten Abschnitt des Neustädter Hauptkanals geschieht.

Der Neustädter Abfangkanal unter der Kötzschenbroder Straße ist saniert. Hier begutachteten Kanalsanierer Jens Kindermann (l.) und Geschäftsführer Ralf Strothteicher von der Stadtentwässerung kurz vorm Abschluss der Arbeiten ein großes Überlaufbauwerk.
Der Neustädter Abfangkanal unter der Kötzschenbroder Straße ist saniert. Hier begutachteten Kanalsanierer Jens Kindermann (l.) und Geschäftsführer Ralf Strothteicher von der Stadtentwässerung kurz vorm Abschluss der Arbeiten ein großes Überlaufbauwerk. © Christian Juppe

Dresden. Die Sanierung der rechtselbischen Dresdner Abwasser-Hauptleitung geht jetzt ins Finale. Über drei Viertel des 6,6 Kilometer langen Neustädter Abfangkanals sind instandgesetzt. Am 2. Juni beginnen die Arbeiten im letzten Abschnitt, teilt Projektleiter Heiko Nytsch von der Stadtentwässerung mit. Dabei handelt es sich um das 1,5 Kilometer lange Stück vom Beginn der Scharfenberger Straße an der Flutrinne bis zum Klärwerk Kaditz.

Der Bauauftrag ist vergeben. Damit das Abwasser weiter zum Klärwerk fließen kann, wird zuerst eine 2,6 Kilometer lange Ersatzleitung verlegt. Durch sie fließen bei der Kanalsanierung bis zu 1.100 Liter Abwasser je Sekunde. Eigentlich sollte die Trasse am Kaditzer Feuerwehrstandort im Brand- und Katastrophenschutzamt vorbeiführen. Dort wäre aber eine Durchfahrtshöhe von mindestens vier Metern unter der Ersatzleitung nötig. Da dies nicht möglich ist, soll sie über einen großen Umweg durch die Flutrinne und das Gelände der Kaditzer Faultürme zum Klärwerk verlegt werden. Dafür muss auch ein Pumpwerk gebaut werden.

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Ihr Bau dauert ein Jahr. Fließt das Abwasser durch die provisorische Leitung, beginnt die Sanierung des Kanals. Geöffnet werden dabei nur vier Baugruben. Geplant ist, dass das letzte Stück und damit der gesamte Abfangkanal Ende 2022 fertig ist. Dafür investiert die Stadtentwässerung rund zehn Millionen Euro.

Der Neustädter ist als Pendant des Altstädter Abfangkanals die rechtselbische Abwasser-Hauptschlagader zum Klärwerk Kaditz. Sie wurde zwischen 1904 und 1907 gebaut. Zuletzt wurde der rund einen Kilometer lange Abschnitt auf der Kötzschenbroder Straße hinter dem Ballhaus Watzke saniert, der ab Ende 2018 gesperrt war. Anfang dieses Monats konnten die Straße und dieser Abschnitt des Elberadwegs nach Abschluss der Arbeiten wieder freigegeben werden.

Die zwischen 2,1 und 2,5 Meter hohe Röhre wurde auf besondere Weise saniert. Wäre sie komplett erneuert worden, hätte die gesamte Straße aufgerissen werden müssen, um neue Betonröhren einzusetzen. Mit einem anderen Verfahren waren aber nur sechs Baugruben nötig. Per Kran wurden die meistens drei Meter langen glasfaserverstärkten Kunststoffrohre eingehoben. Die schwersten Segmente haben drei Tonnen auf die Waage gebracht. Ein motorgetriebener Wagen schob sie letztlich in den alten Kanal, wo sie zusammengefügt wurden. So fließt das Abwasser jetzt durch die Kunststoffröhre in der alten Betonröhre. Auf diese Weise wird auch der letzte Abschnitt des Neustädter Abfangkanals saniert. Deshalb müssen dort nur vier Baugruben geöffnet werden.

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