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Baugenehmigung lässt auf sich warten

Der Abriss alter Schweineställe ist fast fertig. Doch die Modernisierung der Anlage kann sich nicht nahtlos anschließen.

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Von der Staatsstraße in Freitelsdorf aus gesehen wuchsen die Schuttberge der ehemaligen Schweinemast Godzina empor. Doch der Schein, dass es dort nicht weitergeht, trügt. Täglich sind Mitarbeiter der neuen Eigentümer, der Agrargesellschaft Ruppendort, vor Ort, um den Abriss abzuschließen. „Wir haben drei alte Ställe abgebrochen, jetzt wird noch Metall und Altholz entsorgt“, erklärt Peter Baling, der Vorstandsvorsitzende. Das Asbest ist schon verschwunden. Die Schreddermasse der Altställe wird wiederverwendet – vor Ort soll sie für die Weggestaltung als Recyclingmaterial eingesetzt werden.

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Doch das wird noch dauern. Denn die Baugenehmigung für die Neugestaltung der Anlage und die Modernisierung der beiden verbliebenen Ställe lässt auf sich warten. „Kann sein, dass wir erst im kommenden Jahr weitermachen können“, so Peter Baling. Der Grund: im Vorjahr traten neue gesetzliche Bestimmungen in Kraft. Sie machen die Genehmigung nun so aufwendig wie für einen kompletten Neubau. Dabei werden die Ruppendorfer die Ställe wesentlich verbessern.

Ein 100 Meter langer bisheriger Maststall und der 60 Meter lange vorherige Sauenzuchtstall sollen für moderne Ferkelaufzucht hergerichtet werden – mit moderner Lüftung und tiergerechter Stallstruktur. Die Ställe wurden Ende der 70er Jahre gebaut, hier muss über eine Million Euro investiert werden. Während beim großen Stall der Betonuntergrund komplett rausgerissen ist und das alte Dach auch noch abgebaut werden soll, hat der kleinere Stall schon die sogenannten Flat Decks – die Betonbuchten für die Sauenzucht. „In diesem Stall mussten wir nur die alte Einrichtung und die Dachbinder entkernen“, sagt Peter Baling. 3999 Ferkelplätze sind für die beiden Ställe künftig geplant.

Für die Gülleentsorgung – in Freitelsdorf in der Vergangenheit oft ein Grund zum Naserümpfen – soll es einen ganz neuen Güllebehälter mit 3000 Kubikmeter Fassungsvermögen geben. Wie der aussieht, kann man schon in der nahe gelegenen Sauenzucht „Im Wald“ bei Ebersbach sehen. Dort wurde so einer gerade aufgebaut. Auch dieser Betrieb gehört zu Ruppendorf.

Unter anderem um die Sauenzucht „Im Wald“ zu entlasten, denn die dortigen Sauen bringen mehr Läufer, hat die Agrargesellschaft die Freitelsdorfer Anlage erworben. Wie Peter Baling erklärt, stellt man sich darauf ein, dass ein Antibiotika-Verbot für Schweineställe kommen wird. Dann brauchen die kleinen Schweinchen mehr Platz, um wirklich gesund zu bleiben.

Vielleicht haben die zeitlichen Verzögerungen aber auch ihr Gutes. „Ab September rechnen wir mit neuen Förderrichtlinien für Investitionszuschüsse“, so Peter Baling. In der alten Förderperiode hätte die Agrargesellschaft keinen Euro mehr bekommen. Nun sieht die Sache anders aus. Vorher darf der Bau aber nicht beginnen.