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Bauhof bekommt neue Technik

Viele Jahre wurde auf Verschleiß gefahren. Die Stadt hatte dafür durchaus Gründe. Nun sind diese Zeiten vorbei. Den Nutzen davon haben alle Radeburger.

Ob Minibagger, Kleintraktor, Personentransporter, Hochrasenmäher mit Fernbedienung oder neue Multicars – in die Technik des Radeburger Bauhofs wurde seit 2017 kräftig investiert. Und es geht weiter.
Ob Minibagger, Kleintraktor, Personentransporter, Hochrasenmäher mit Fernbedienung oder neue Multicars – in die Technik des Radeburger Bauhofs wurde seit 2017 kräftig investiert. Und es geht weiter. © Norbert Millauer

Radeburg. Sie sind gute Geister und schnelle Eingreiftruppe in einem – die zehn Mitarbeiter des Radeburger Bauhofs. Sie sorgen für Sauberkeit in den Ortsteilen, pflegen Parks und Bäche, unterstützen Veranstaltungen und sind zur Stelle, wenn wie kürzlich die Stadt von einem Unwetter heimgesucht wird und dessen Folgen schnell beseitigt werden müssen oder Gefahren abzuwenden sind.

Damit sie ihre vielfältigen Aufgaben zum Wohle der Bürger künftig noch besser und auch effektiver erledigen können, hat der Technische Ausschuss des scheidenden Stadtrats in seiner jüngsten Sitzung die Anschaffung neuer Technik beschlossen. Kostenpunkt: insgesamt rund 220 000 Euro.

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Ein Minibagger hat bereits seine ersten Einsätze hinter sich. Unter anderem wurde eine Leitung für die Straßenbeleuchtung verlegt. Vor allem soll er aber bei der Gewässerpflege zum Einsatz kommen, sagt Bauhofleiter Klaus Thieme. Noch nicht bei den künftigen Nutzern angekommen sind ein neuer Radlader und ein Allrad-Kipper.

Alle drei Fahrzeuge sind Ersatzbeschaffungen für verschlissene Technik. Der Lkw ersetzt beispielsweise den bisher noch genutzten W 50 aus DDR-Zeiten. Zunehmende Ausfälle und kostenintensive Reparaturen machen das erforderlich. Auch die Übernahme weiterer Aufgaben. So wird der städtische Bauhof im kommenden Winter wieder komplett für den Winterdienst verantwortlich sein, nachdem dieser im Gewerbegebiet und auf großen Straßen in den vergangenen Jahren an eine Firma vergeben worden war.

Auf Verschleiß war über viele Jahre auch bei der übrigen Technik des Bauhofs gefahren worden. Zum einen, weil die Zille-Stadt sehr genau schauen muss, wofür sie das knappe Geld im Haushalt ausgibt, und zum anderen, weil es immer mal wieder Diskussionen über die Zukunft des Bauhofs gab. Inzwischen ist diese geklärt.

„Seit zwei Jahren wird an der Neustrukturierung des Bauhofes der Stadt Radeburg gearbeitet. Grundlage bildet eine im Herbst 2016 erarbeitete sogenannte Organisationsuntersuchung“, sagt Bürgermeisterin Michaela Ritter (parteilos). Die Notwendigkeit dafür habe sich aus verschiedenen Gründen ergeben, wie beispielsweise dem Altersdurchschnitt der Mitarbeiter, Veränderungen im Bereich der geförderten Arbeit, der notwendigen Zusammenführung von bis dahin zwei Standorten, dem Zustand der Technik und der nötigen Ersatzbeschaffung von Maschinen und Fahrzeugen in Abhängigkeit der künftigen Aufgaben. Dabei ging es auch um die Prüfung weiterer Auslagerungen beziehungsweise dem Zurückholen von Leistungen.

Der Bereich Grün und Gewässer wurde so komplett neu strukturiert und ein Team aus vier Mitarbeitern gebildet. „Diese sind nicht mehr wie bisher geringfügig und in Teilzeit beschäftigt, sondern dauerhaft“, sagt die Rathauschefin. 

„Ziel ist es, den kommunalen Pflichtaufgaben wie Baumpflege und Gewässerunterhaltung sachgerecht und in ausreichendem Umfang nachzukommen.“ Und da gibt es reichlich zu tun. Neben zahlreichen Grünflächen hat die Stadt zwei Parkanlagen und mehr als 3 000 Bäume im gesamten Gemeindegebiet in ihrer Verantwortung. 

Dazu kommen 15 Hochwasserschutzanlagen und Rückhaltebecken, so die Bürgermeisterin. Und was man auf den ersten Blick gar nicht vermutet – eine überdurchschnittliche Gewässerdichte. Bei einer Gesamtfläche von 54 Quadratkilometern sind es 555,55 Meter Gewässerlänge pro Quadratkilometer. Zum Vergleich: In Sachsen sind es 250 Meter.

Einen Großteil macht die Promnitz aus, die durch fünf Ortsteile fließt. „Aber wir haben auch zahlreiche kleine und größere Gewässer dazwischen.“ Und im Zuge von Renaturierungsmaßnahmen, beispielsweise als Ausgleichsmaßnahmen für den Autobahnausbau, würden weitere Gräben freigelegt und dann nach einiger Zeit in die Betreuung der Stadt übergeben.

Zu den Aufgaben der übrigen Bauhofmitarbeiter gehören unter anderem die Unterhaltung von Straßen, Wegen, Plätzen, Brücken, Verkehrsinseln, Treppen, Stützmauern, einschließlich kleiner Reparaturen und dem Reinigen der Straßeneinläufe. Aber auch die Müllberäumung, das Sauberhalten von Wartehallen, Containerstellplätzen und Verkehrszeichen sowie das Beseitigen von Tierkadavern. 

Zudem haben die Bauhofleute die Spielplätze im Blick. Nicht weniger wichtig ist ihre Unterstützung bei Märkten und Festen sowie für Vereine. Und in diesem Jahr gleich zwei Mal aktuell: Bei der Einrichtung von Wahlräumen ist ihre Hilfe ebenfalls gefragt.

In Umsetzung der Ergebnisse der Untersuchung zum Bauhof wurden seit 2017 Maschinen und Fahrzeuge im Wert von rund 340 000 Euro beschafft. Der neue Lkw, der mehr als 100 000 Euro kosten wird, ist da noch nicht mit dabei.

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