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Baulärm in der alten Schule

Noch in diesem Jahr soll aus dem Gebäude in Neschwitz ein Haus für Senioren werden – ein Vorhaben mit Überraschungen.

© Uwe Soeder

Kerstin Fiedler

Neschwitz. Wenn die Presslufthämmer der Firma Böpple-Bau loslegen, dann erzittern sogar die Fensterscheiben in dem ehemaligen Schulzimmer. Der Fußboden muss hier komplett raus, weil er ungeeignet für einen Wohnraum ist. Denn der entsteht hier. Die Advita Pflegedienstgesellschaft baut das ehemalige Schulgebäude zu einem Objekt für das Senioren-Wohnen um.

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Im Gebäude ist es derzeit kälter als draußen, wo die Temperaturen in der Woche deutlich über 0 Grad gelegen haben. Bis auf die Weihnachtszeit und die vergangene Kälteperiode wurde im und um das Haus gearbeitet. Derzeit schaffen sich fünf Mitarbeiter der Königswarthaer Firma Böpple Bau, um den Rohbau voranzutreiben. Auch Kollegen der Baugesellschaft Niederkaina sind vor Ort. Sie haben derzeit die Aufgabe, die Außenwand am Keller des Quergebäudes, also im älteren Teil des Hauses, abzudichten.

Hoher Grundwasserstand

Dabei war das in dem Maße gar nicht vorgesehen, sagt der Bauleiter vor Ort, Steffen Böhme. „Wir wollten eigentlich in diese Kellerräume die Duschen, Umkleide- und Aufenthaltsräume für das Personal einbauen“, sagt Böhme. Aber ein Baugrundgutachten ergab, dass der Grundwasserstand sehr hoch ist. Falls es dann doch wieder einmal zum Hochwasser kommt, könnte dies dann auch die Kellerräume betreffen. Selbst wenn in der Hochwasser-Überflutungs-Karte das Haus selbst nicht betroffen zu sein scheint. „Nun werden daraus wohl Lagerräume“, sagt Steffen Böhme. Für die Mitarbeiter soll eine neue Lösung gefunden werden. Die ist allerdings noch nicht spruchreif.

Wenn das Wetter weiter mitspielt, wird demnächst die Entwässerung für die Bäder vorbereitet. Erst werden die Leitungen in den Boden gelegt, später kommt eine komplette Betonplatte darauf. Es folgt die Abdichtung, Dämmung und der Estrich. „Im Erdgeschoss haben wir uns für Fußbodenheizung entschieden“, sagt Steffen Böhme. Bei der Art der Heizung wurde auch noch einmal überlegt. Zuerst sollte eine Pellet-Heizung eingebaut werden, jetzt wird Erdwärme geprüft. Die ist besser für die Fußbodenheizung. Und außerdem kann der hohe Grundwasserstand für die Erdwärme von Vorteil sein, weiß der Fachmann vom Ingenieurbüro Fürll & Hannemann aus Dresden, das die Bauarbeiten plant.

Hoffen auf gutes Wetter

Im Februar werden dann die Arbeiten für den Einbau der Aufzüge beginnen. „Welche Firma dann die Fahrstühle einbaut, ist noch nicht ganz klar. Da sind wir noch in Gesprächen“, sagt Steffen Böhme. Nachdem Anfang März – und auch hier hängt der Termin vom Wetter ab – dann die Abdichtungs- und Tiefbauarbeiten abgeschlossen sind, wird das Gerüst gestellt. Hier steht die Firma schon fest. Sie kommt aus Freital. Im Querflügel muss das Dach noch abgedeckt, repariert und neu gedeckt werden. Zwischen März und Mai rechnet Böhme damit, dass viele Firmen parallel arbeiten werden. Vorausschauend hofft er, dass die reinen Bauarbeiten Ende August abgeschlossen sein könnten. Dann geht es ans Einrichten. „Wir nehmen den September als Puffermonat, und ich denke, dass ab Oktober vermietet wird“, sagt der Bauleiter, der mindestens einmal die Woche in Neschwitz ist. Dieser Monat bleibt für alles, was dann noch nicht fertig ist.

Für die fünf Zweiraumwohnungen und 18 Einraumappartements im Senioren-Wohnen Neschwitz gibt es schon Interessenten. Das weiß auch Cornelia Rienecker, die unter dem Telefonanschluss, das auf der Bautafel steht, die Fragen der Interessenten beantwortet. „Ich denke, dass wir dann im Frühjahr auch konkreter werden können“, sagt sie. Neben den insgesamt 23 Wohnungen entsteht noch eine Tagespflege für 30 Plätze und eine Pflege-Wohngemeinschaft, vor allem für demente Bewohner. Bauherr ist die Advita Pflegedienstgesellschaft Berlin, die für das Haus in Neschwitz eine extra Gesellschaft gegründet hat. In das Vorhaben steckt die Firma rund drei Millionen Euro.

Informationen zum Haus über Telefon 01736079820