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Baumfällung unter besonderem Schutz

Einige Ahornbäume in Freital leiden unter einer neuartigen Krankheit. Dafür müssen selbst die Baumfäller gewappnet sein.

Gefährlich nicht nur wegen der Höhe: Die Rußrindenkrankheit zersetzt das Holz in feine Partikel.
Gefährlich nicht nur wegen der Höhe: Die Rußrindenkrankheit zersetzt das Holz in feine Partikel. © Egbert Kamprath

Große Höhe, frische Luft - und dann mit Atemluftfilter und Schutzkleidung unterwegs? Da kam bei einigen Passanten an der Hainsberger Straße in Freital wohl die Frage auf, wofür solch ein Aufwand betrieben wird. "Wegen der Rußrindenkrankheit", erklärt Philipp Müller, der mit seinem Baumdienst vor Ort war.

Die Krankheit wird durch einen Pilz hervorgerufen und befällt Ahornbäume. Zuerst welken die Blätter, dann sterben komplette Äste ab. In der letzten Phase der Erkrankung bleiben die Kronen kahl, die Rinde färbt sich schwarz und zerfällt. Dieser Prozess kann mehrere Jahre dauern. Der Parasit breitet sich dann am besten aus, wenn die Bäume aufgrund heißer Sommer und wegen Wassermangels geschwächt sind - so wie nach den trockenen Sommern 2018 und 2019.

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In Deutschland wurde die Rußrindenkrankheit erstmals Mitte der 2000er-Jahre beobachtet. "Das sind die ersten Bäume, die wir in Freital fällen müssen", erklärt Müller. Seine Firma sei aber auch schon in Kesselsdorf wegen der Rußrindenkrankheit im Einsatz gewesen. Müller hat auch von Fällen in Dresden gehört.

Einmal erkrankt, sind die Ahornbäume nicht mehr zu retten und müssen gefällt werden. Dabei müssen die Männer in voller Schutzausrüstung arbeiten. Denn es gilt zu vermeiden, dass Pilzsporen und feinste Staubpartikel in die Atemluft und damit in die Lunge geraten. Dort können sie unter Umständen schwere Entzündungen hervorrufen. 

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