SZ +
Merken

Baumopfer für Autoverkehr

Pieschen. Die Stadt will die Leipziger Straße zwischen Puschkin-Platz und Konkordienstraße mit breiten Fahrspuren neben den Gleisen ausbauen.

Teilen
Folgen

Von Vera Kliemann

Wir haben lange um Varianten für die Leipziger Straße gekämpft, bei denen keine Bäume gefällt werden müssen“, sagte Baubürgermeister Herbert Feßenmayr (CDU) am Freitag in einem Pressegespräch. Er stellte die von der Stadt jetzt favorisierte Variante des Ausbaus der Trasse vor, deren letzter Bauabschnitt zwischen Alexander-Puschkin-Platz und Konkordienstraße noch aussteht. 2002 war die Leipziger Straße vom Hochwasser stark geschädigt worden.

27 Neupflanzungen

Auf einer Strecke von etwa einem Kilometer Länge soll die Straße in nächster Zeit voll ausgebaut werden. Auf beiden Seiten sind drei Meter breite Fahrspuren neben den Gleisen geplant. Das hat die Konsequenz, dass die Leipziger in diesem Abschnitt verbreitert werden muss. „46 Bäume, überwiegend alte, sind zu fällen, 27 Neupflanzungen sind hier vorgesehen“, sagte Herbert Feßenmayr. Zum Ausgleich der Differenz will die Stadt an anderen Stellen Dresdens Bäume pflanzen. Wo das sein wird, konnte Feßenmayr noch nicht sagen.

Die Kombination zwischen öffentlichem Nah- und Autoverkehr werde zwischen Kötzschenbroder Straße und der Haltestelle Altpie schen stadteinwärts bis zur Konkordienstraße beibehalten. Die Fußgänger und Radfahrer bekommen in Höhe Rehefelder Straße einen neuen Übergang. Eine neue Lichtsignalanlage sei nicht vorgesehen. Ab Konkordienstraße wollen die Planer in jeder Richtung eine Fahrspur anlegen. Das Linksabbiegen wird mit Ausnahme in die Konkordienstraße in alle Seitenstraßen erlaubt sein. „Die Gehbahnen auf der elbabgewandten Seite werden verbreitert, so dass die Fußgänger mehr Platz bekommen und die Zulieferautos für die Geschäfte besser herankommen“, sagte Axel Wittstock von der Hauptabteilung Mobilität. Außerdem sei vorgesehen, die Haltestellen der Straßenbahn behindertengerecht auszubauen. Für diesen Bauabschnitt veranschlagt die Stadt rund 9,8 Millionen Euro.

„Die im Jahr 2004 an das Regierungspräsidium eingereichte Planung wurde nicht genehmigt. Die Belange aller Verkehrsteilnehmer müssten berücksichtigt werden, hieß es, sonst wäre das Projekt nicht förderwürdig“, so der Baubürgermeister. Auch wenn die Bäume am Straßenrand stehen bleiben würden und ihre Äste auf die Fahrbahn ragen, sei für den Verkehr nicht genügend Freiheit gewährleistet.

Die Variante des vollen Ausbaus der Leipziger Straße ist die teuerste der geprüften Möglichkeiten. Trotzdem will die Stadt diese den entscheidenden Gremien vorschlagen. Neben der so genannten „Profilfreiheit“ für den öffentlichen Nahverkehr und die Autos würde die Zufahrt zum Alexander-Puschkin-Platz verbessert, Fußgänger, Radler und Geschäfte hätten Vorteile von dieser Bauvariante. „Ende 2007 könnte mit den Arbeiten begonnen werden“, sagte Herbert Feßenmayr.

In vier Abschnitten ist die Leipziger Straße bereits auf drei Kilometern saniert worden. Die Kosten betrugen 6,9 Millionen Euro.