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Baumschnitt am Brückenparkplatz war Fehler

Die Chefin der Kur- und Tourismus GmbH entschuldigt sich für das radikale Herangehen.

© Norbert Millauer

Von Gunnar Klehm

Am Anfang stand die Idee. „Die Bäume auf dem Parkplatz an der Elbebrücke der Bundesstraße müssten mal beschnitten werden.“ Das Ergebnis ist eine Radikal-Rasur. Der Urheber dieser Idee hält sich heute bedeckt. Denn die Sache war offensichtlich ein Schuss in den Ofen. Die Bäume hätten nämlich gar nicht beschnitten werden müssen. Die Geschäftsführerin der Bad Schandauer Kur- und Tourismus GmbH (BSKT), Gundula Strohbach, hat den Auftrag trotzdem unterschrieben. „Das war im Nachhinein betrachtet ein Fehler und wird so auch nicht noch einmal vorkommen“, sagt sie und entschuldigt sich.

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Ein sonniger Tag tut Körper und Geist gut. Doch ob auf dem Balkon, im Garten oder am Wasser: Hautschutz ist dabei unerlässlich.

Die Bewirtschaftung der kommunalen Parkplätze ist eines der Geschäftsfelder der BSKT. Wenn Ordnung und Sicherheit gefährdet sind, muss das Unternehmen aktiv werden. „Im Kurpark lassen wir deshalb in regelmäßigen Abständen Baumgutachten erstellen“, sagt Gundula Strohbach. Dann ist klar, was zu tun ist.

Bei den Bäumen auf dem Parkplatz war aber nichts zu tun. Dort sind zwei Dutzend Spitzahornbäume gepflanzt worden. Obwohl sie noch relativ jung sind, wurden sie nun radikal an den Ästen gekappt. Im Gegensatz zum Kugelahorn wächst der Spitzahorn als sogenanntes Großgrün, weil er nicht so dicht ist. Nur in Ausnahmefällen, also wenn Äste beispielsweise wichtige Schilder verdecken, sollte die Säge angesetzt werden.

Das weiß Gundula Strohbach heute. Für die Entwicklung der Parkplatz-Bäume zu spät. Auf diesen Fehlschnitt wurde sie aber nicht von Gärtnern aufmerksam gemacht, sondern von einem Imker. Rolf Schülbe hat seine Bienenvölker gleich in der Nähe. Sie hatten sich an den Blüten des Spitzahorn Jahr für Jahr gütlich getan. „Diese Baumart blüht noch vor den Obstbäumen und bietet den Bienen früh im Jahr Nektar und Pollen“, erklärt der Imker. Gerade für Völker, die geschwächt aus dem Winter gekommen sind, sei das wichtig gewesen. Die Blüten treiben jedoch an den jungen Trieben. Und diese sind nun fast vollständig ab.

Warum der ausführende Gärtner nicht darauf aufmerksam gemacht hat, ist unklar. Die BSKT-Chefin hat mit dem Beginn der Tourismussaison auch Wichtigeres zu tun, als den ursprünglichen Ideengeber ausfindig zu machen. Für die Zukunft schließt sie einen ähnlichen Fall ja aus.

Probleme mit dem Baumschnitt bekommen aber nicht nur die Imker. Wer im Sommer sein Auto auf dem Platz abstellt, bekommt jetzt weniger Schatten. Die Einzigen, die sich möglicherweise über die Aktion freuen könnten, sind die Anwohner und Vermieter an der Basteistraße. Sie können jetzt wieder aus mehr Fenstern über die gekürzten Bäume auf die Elbe blicken.