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Baumsterben auf Döbelns Oberfriedhof

Die Trockenheit der vergangenen Jahre fordert in der Parkanlage in Döbeln Opfer. Aber welche Bäume halten diesen Stress aus?

Die meisten Nadelbäume auf dem ehemaligen Oberfriedhof, der heute eine städtische Parkanlage ist, sind abgestorben. Zur Trockenheit kommt der Borkenkäfer.
Die meisten Nadelbäume auf dem ehemaligen Oberfriedhof, der heute eine städtische Parkanlage ist, sind abgestorben. Zur Trockenheit kommt der Borkenkäfer. © Lutz Weidler

Döbeln. Die Trockenheit fordert nicht nur in den Wäldern Opfer. Ein ziemlich trostloses Bild bietet in diesem Sommer auch der ehemalige Oberfriedhof. In der Parkanlage in Döbeln Ost stehen viele abgestorbene Bäume. René Kordos, Chef der Stadtgärtner und Baumexperte, schätzt, dass etwa 30 Fichten und mehrere Birken abgestorben sind.

„Einige waren schon im vorigen Jahr halb tot. Der Spätfrost in diesem Jahr hat auch Schaden angerichtet“, sagte Kordos. Birken sind sehr feuchtigkeitsbedürftige Bäume, die mit der Trockenheit nicht zurechtkommen. Die Fichten werden durch den Wasserentzug gestresst. Dann hat der Borkenkäfer leichtes Spiel. Im Oktober hatten die Stadtgärtner schon einige Bäume entfernt. „Im Oktober geht es auf dem Oberfriedhof wieder los“, sagte Kordos. Auch im Bürgergarten seien einige Birken abgestorben.

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Auf dem Oberfriedhof will die Stadt wieder neue Bäume pflanzen, so Stadtsprecher Thomas Mettcher. „Wenn die abgestorbenen Bäume und der Wildwuchs entfernt worden sind, wollen wir uns ein Bild von der Gesamtsituation machen und danach über die künftige Gestaltung entscheiden. Dabei wollen wir auch den Rat von externen Fachleuten, beispielsweise eines Landschaftsplaners, einbeziehen.“

Buche leidet unter Trockenheit

Darüber, welche Bäume künftig am besten mit der Trockenheit zurechtkommen, sind sich selbst die Experten noch nicht im Klaren. „Ich höre immer mal Vorträge der Fachleute aus Tharandt. Aber die stehen auch noch am Anfang, herauszufinden, welche Bäume gut geeignet sind“, sagte Kordos. 

Auch die allgegenwärtige Buche kommt mit der Trockenheit nicht gut klar. In der Gegend um Klosterbuch waren schon einige alte Bäume abgestorben. Die Buchen in den Roßweiner Anlagen in Döbeln kommen damit besser klar. „Die stehen relativ weit unten am Hang. Dort gibt es immer noch Feuchtigkeit“, so Kordos.

Ein anderes Problem gibt es mit den Blaufichten entlang der Straße in der Roßweiner Siedlung. Die sind von der Fichtenlaus befallen und werden braun. Gefällt werden müssen sie aber nicht. „An die Maitriebe geht die Fichtenlaus nicht ran. Im nächsten Jahr sieht man davon nichts mehr“, sagte Kordos.

Straßenbäume stehen grundsätzlich oft unter Stress. „Die Trockenheit verschlechtert die Situation noch. Unsere Stadtgärtner haben zwar in den letzten Sommern oft auch die Baumscheiben gewässert, das Niederschlagsdefizit ist dabei natürlich nicht auszugleichen“, sagte Stadtsprecher Thomas Mettcher. „Bisher haben wir noch zu wenige Erkenntnisse, welche Baumarten künftig besser und welche schlechter mit den zu erwartenden Bedingungen auskommen werden.“

Artenvielfalt soll bleiben

In Döbeln gebe es eine vielfältige Struktur von Gehölzen an Straßen und in Grünanlagen. „Das soll auch künftig so sein. Damit kann man auf die unterschiedlichen Bedingungen reagieren, die an den einzelnen Standorten zu finden sind. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Probleme mit Krankheiten wie der Miniermotte, Eichenprozessionsspinner, Eschentriebsterben, Buchsbaumzünsler und anderen. Eine große Vielfalt an Gehölzarten beugt hier natürlich auch einer besonderen Anfälligkeit vor.“

In den Wäldern, die der Stadt gehören, gibt es relativ wenig Nadelbäume. Ein abgestorbener Fichtenbestand auf der Schillerhöhe war schon im vorigen Jahr abgeholzt worden. „Dort wird nicht nachgepflanzt. Rundherum gibt es Laubbäume, das wächst natürlich nach“, sagte Kordos.

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