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Baupfusch im Kändlerpark?

Ein Meißner kritisiert verschiedene Gefahrenstellen. Die Verwaltung will das prüfen.

Andreas Gerth bemängelt den baulichen Zustand der Aussichtsplattform im Kändlerpark.
Andreas Gerth bemängelt den baulichen Zustand der Aussichtsplattform im Kändlerpark. ©  Archivfoto: Claudia Hübschmann

Andreas Gerth (46) macht sich Sorgen. Regelmäßig kommt der Meißner am Kändlerpavillon und der angeschlossenen Freifläche vorbei. Dort sieht er viele Dinge, die ihm Kopfzerbrechen bereiten. „In letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass auf dem Liegesitz mit den Federn immer wieder Kinder spielen. Die hüpfen an dieser Stelle oft wild herum“, sagt Andreas Gerth und fügt an: „Dagegen ist auch nichts zu sagen. Allerdings ist der daneben gelegene gepflasterte Weg problematisch. Zum einen war der auf den ursprünglichen Bauzeichnungen gar nicht eingezeichnet und zum anderen hat die Außenkante an einigen Stellen weniger als 30 Zentimeter Abstand. Vorgeschrieben wären eigentlich 80.“

Da er sich als Zerspanungsmechaniker mit technischen Zeichnungen auskenne, habe er das über das Ratsinformationssystem zugängliche Material ausgewertet. „Ich halte die Zustände an dieser Stelle für kreuzgefährlich. Bisher ist alles gut gegangen. Aber es muss ja nur mal ein Kind unglücklich von der gefederten Liege auf den harten Weg stürzen. Dann ist das Geschrei groß“, denkt der Meißner, der sich wiederholt an das Rathaus gewandt hat, um auf den Missstand aufmerksam zu machen.

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Als die SZ in der Pressestelle nachfragt, nimmt man den Fall dort ernst. Dennoch können die Verantwortlichen die Einwände von Andreas Gerth nicht vollständig verstehen. Der Kändlerpark sei gerade kein Spielplatz, da die kleinteilige Fläche an der stark frequentierten Straße dafür nicht geeignet sei. Stattdessen handele es sich um einen Begegnungsgarten, der von den Bürgern auch gut angenommen werde, teilt ein Mitarbeiter mit. Verschließen möchte man sich der Diskussion aber nicht. Andreas Gerth könne sich gern im Rathaus melden, um bestimmte Dinge noch detaillierter darzulegen, heißt es in einer Mitteilung.

Am Pavillon verweist Gerth auf herausguckende Schrauben, nicht festgezogene Muttern und abgeschliffene Flächen auf den Holzbalken, die deshalb nicht mehr gegen Wind und Wetter geschützt sind.
Am Pavillon verweist Gerth auf herausguckende Schrauben, nicht festgezogene Muttern und abgeschliffene Flächen auf den Holzbalken, die deshalb nicht mehr gegen Wind und Wetter geschützt sind. © Foto: Claudia Hübschmann

Während die geringen Abstände zum Weg demnach unproblematisch sein sollen, wenn es sich offiziell nicht um einen Spielplatz handelt, gibt es noch einen weiteren Punkt, der dem Zerspanungsmechaniker Bauchschmerzen bereitet. „Der bauliche Zustand des Pavillons ist nach wie vor unzureichend. Unter anderem hatte dies auch der frühere Stadtrat Jörg Schlechte mehrfach kritisiert.“ Ihn störe beispielsweise, dass es an der Treppe zum Kändlerpavillon diverse Mängel gebe. An der Unterseite guckten teilweise die Schrauben zu weit hinaus und es gebe nirgendwo Schutzkappen auf den Schraubverbindungen. Zudem fehlten an einige Stellen Unterlegscheiben. „Man findet eigentlich an jeder Ecke etwas. Es ist mir wirklich ein Rätsel, wie der Pavillon durch die Bauabnahme gekommen ist“, ärgert sich Andreas Gerth.

Läuft man die Treppe hinauf und blickt Richtung Elbbrücke, finden sich zudem Stellen, an denen die Muttern nicht richtig festgezogen sind. Darüber hinaus weisen die Holzbalken, die bogenförmig zur Spitze zulaufen, auffällige Unterschiede auf. „Natürlich gibt es beim Holz gewisse Unterschiede. Das ist ja ein natürlicher Rohstoff. In diesem Fall hat es aber nicht ausschließlich mit der Natur zu tun.“ Wenn man genau hinschaue, könne man von der Plattform aus mehrere Stellen sehen, die abgeschliffen wurden. „Dort fehlt nun die schützende Holzlasur völlig.“ Da der Pavillon Wind und Wetter ausgesetzt sei, könne sich dieser fehlende Holzschutz schon in wenigen Jahren bemerkbar machen und erneut Kosten verursachen. „An manchen Stellen zur Spitze hin ist das Holz schon regelrecht aufgeplatzt. Es löst sich einfach ab. Das kann doch nicht normal sein“, macht sich Andreas Gerth so seine Gedanken.

Auch in diesem Punkt zeigt sich die Stadt ausdrücklich aufgeschlossen. Zwar hätten die Mitarbeiter die von Andreas Gerth beschriebenen Mängel auf den ersten Blick nicht nachvollziehen können, da die Beschreibung noch zu unspezifisch gewesen sei. Konkreten Hinweisen würde man aber auf jeden Fall nachgehen, teilte die Stadt mit.

Andreas Gerth will auch in Zukunft an der Sache dranbleiben. Ihm geht es um die Sicherheit, aber auch ums Prinzip. „Es ist ja nicht das erste Mal, dass es bei öffentlichen Bauvorhaben Schwierigkeiten gibt. Ich kann in der Stadt verschiedene Stellen zeigen, wo überall Pfusch am Bau vorliegt. Wenn man sich überlegt, was das den Steuerzahler kostet, ist das keine schöne Entwicklung.“

Auch an dieser Stelle nicht festgezogene Muttern.
Auch an dieser Stelle nicht festgezogene Muttern. ©  Archivfoto: Claudia Hübschmann

Auch in diesem Punkt zeigt sich die Stadt ausdrücklich aufgeschlossen. Zwar hätten die Mitarbeiter die von Andreas Gerth beschriebenen Mängel auf den ersten Blick nicht nachvollziehen können, da die Beschreibung noch zu unspezifisch gewesen sei. Konkreten Hinweisen würde man aber auf jeden Fall nachgehen, teilte die Stadt mit.

Andreas Gerth will auch in Zukunft an der Sache dranbleiben. Ihm geht es um die Sicherheit, aber auch ums Prinzip. „Es ist ja nicht das erste Mal, dass es bei öffentlichen Bauvorhaben Schwierigkeiten gibt. Ich kann in der Stadt verschiedene Stellen zeigen, wo überall Pfusch am Bau vorliegt. Wenn man sich überlegt, was das den Steuerzahler kostet, ist das keine schöne Entwicklung.“

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