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Bause begeistert

„Man stirbt doch nicht im dritten Akt“. Warum, verriet der Schauspieler im Burgtheater.

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Von Carmen Schumann

Das mit dem dritten Akt ist nicht so wörtlich zu nehmen. Peter Bause teilt in seiner Biografie „Man stirbt doch nicht im dritten Akt“, sein Leben in mehrere Akte ein. Der dritte Akt ist jene Phase, wo seine Arbeit als Schauspieler einen Höhepunkt erreicht hatte, just in dem Moment, wo sich die Wende ereignete. Wo jene Leute kamen, die, wie er schreibt „kamen, sondierten, musterten, bestimmten, schlossen und entließen“. Jene Leute, die vielleicht die Hoffnung hatten, dass man echt stürbe, so wie einige seiner Kollegen. „Nein, diesen Gefallen wollte ich ihnen nicht tun“, beschloss der in der DDR außerordentlich beliebte Mime Peter Bause. Deshalb war der Protagonist des einstigen Brecht-Theaters sich nicht zu fein, auf Tournee zu gehen, oder für einen einzigen Auftritt 600 Kilometer zu fahren.

Vor zwei Jahren brachte er seine Autobiografie heraus und tourt nun auch mit ihr durch die Lande. Wie man es von ihm auch nicht anders erwartete, war die Veranstaltung der SZ-Reihe „Literatur live“ am Donnerstagabend keine Lesung in dem Sinne, sondern ein amüsantes Plaudern aus dem Nähkästchen. Und das in einem atemberaubenden Tempo. Fast ohne einmal Luft zu holen reihte Bause eine witzige Episode aus seinem bewegten Leben an die andere. Einiges davon aus dem Buch entnommen, anderes aus dem Stegreif.

So spielte er einmal im tiefsten deutschen Süden den „Götz von Berlichingen“. „Den Württembergern habe ich beigebracht, was Tempo ist!“, stellte er befriedigt fest. „Da waren die fertig!“ Sollte er jedoch einmal gezwungen sein, in den Westen auszuwandern, würde er Nordrhein-Westfalen wählen, weil: „Dort ist alles wie in der DDR, sie haben 17 Millionen Einwohner und an jeder Ecke gibt es ein Theater.“ Für große Heiterkeit sorgte jene Episode, wo Peter Bause mit seinen Kollegen in Moskau gastierte und die DDR-Mimen ziemlich betrunken das Lenin-Mausoleum besuchten. Überhaupt ging das begeisterte Publikum mit Bause dermaßen mit, dass der am Ende befriedigt feststellen konnte: „Es war ein großes Vergnügen, vor ihnen aufzutreten!“ Und das war keine Phrase, wie sich bei den Gesprächen in der anschließenden Autogrammstunde zeigte.