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Baustart für Feuerwache Ost im Frühjahr

Die Fördermittel sind da. Die Stadt Radebeul muss aber noch drauflegen. Seit Jahren warten die Feuerwehrleute auf die neue Unterbringung.

Weil die alte Feuerwache in Radebeul-Ost viel zu eng ist und nur mit Ausnahmegenehmigung noch betrieben werden kann, brauchen die Kameraden einen Neubau. Der wird an der südlichen Schildenstraße, hinter der Bahnbrücke, entstehen.
Weil die alte Feuerwache in Radebeul-Ost viel zu eng ist und nur mit Ausnahmegenehmigung noch betrieben werden kann, brauchen die Kameraden einen Neubau. Der wird an der südlichen Schildenstraße, hinter der Bahnbrücke, entstehen. © Norbert Millauer

Radebeul. Wer die Ausfahrt in der Feuerwache in Ost an der Wichernstraße mal beobachtet hat, weiß, wie die Kameraden mit ihren Fahrzeugen dort zirkeln müssen, um nicht anzuecken. Das Gebäude stammt von 2012. Neben den Wänden und den Fahrzeugspiegeln sind gerade noch drei Zentimeter Platz. Damit gibt es immer wieder die Gefahr, dass Kameraden eingeklemmt werden könnten.

Bis 1933 war die Wache für die Löschzüge in Serkowitz, Oberlößnitz und Wahnsdorf mit zuständig. Nach dem Krieg rückten von hier die Kameraden sogar für Pieschen aus, diese Wache war zerstört.

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Seit Jahren hoffen die Kameraden in Ost auf eine Verbesserung der Situation. Auf dem Grundstück in der Wichernstraße ist für eine neue Feuerwache zu wenig Platz. Die Suche nach einem passenden Standort dauerte lange. 17 Stellen in der Stadt wurden auf Verfügbarkeit, Eigentumsverhältnisse und derzeitige Nutzung geprüft. Als ungünstig wurde beispielsweise eine zu dichte Lage an Chemiebetrieben wie dem Arzneimittelwerk auf der Meißner Straße gewertet. Weil die Wehr da bei einem Störfall möglicherweise selbst betroffen ist und gar nicht mehr ausrücken kann.

Etliche Standorte fielen auch aus Lärmschutz-Gründen durch. Wenn die Feuerwehren ausrücken, geht das nicht geräuschlos von sich, eine gewisse Beeinträchtigung der Nachbarn ist vorprogrammiert.

Kosten von mehr als fünf Millionen Euro

Letztlich fiel die Entscheidung für den Standort südlich der Eisenbahnbrücke an der Schildenstraße. Auch hier gab es Einwände, etwa von Naturschützern. Aber inzwischen ist alles sauber beschlossen und genehmigt.

Und das Wichtigste: Vor wenigen Tagen konnte Radebeuls Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) im Stadtrat verkünden, dass die Fördermittel für den Bau bewilligt sind. Allerdings ist das noch nicht einmal ein Viertel der Gesamtsumme, die notwendig ist. 5,6 Millionen Euro sind in den Planungen veranschlagt.

Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos): „Bei dem Bau einer Feuerwache richtet sich die Förderung nicht nach einem bestimmten Prozentsatz von den Gesamtkosten. Die Förderung wird danach bemessen, wie viele Feuerwehrfahrzeuge untergestellt werden - und für sechs Stellplätze gibt es eben die 1,2 Millionen Euro.“

In der Stadtverwaltung und im Stadtrat ist klar, dass mit diesem Bauvorhaben einer der größten Finanzbrocken gestemmt werden muss. Rund 4,4 Millionen Euro - etwa ein Drittel des jährlichen Steueraufkommens - muss selbst aufgebracht werden.
Wie die Wache aussehen und praktisch funktionieren soll, das wurde in einem Architektenwettbewerb bereits 2017 ermittelt. Sieger dieses Wettbewerbs sind die Berliner Architekten Christoph Richter und Jan Musikowski. Nach ihren Plänen soll das Gebäude auf der 4.600 Quadratmeter großen Fläche errichtet werden.

Pläne kommen im Herbst in den Stadtrat

Wie Baubürgermeister Müller sagt, seien die Arbeiten an der Baugenehmigung nahezu abgeschlossen. In den nächsten Wochen gehe es an die Ausführungsplanung. Dazu gehört beispielsweise das Planen der Fassadengestaltung. Die Technikeinrichtungen in der Feuerwache müssen angepasst und platziert werden. Haustechnikplanungen im Detail gehören dazu. Und nicht zuletzt auch die Landschaftsplanung rund um das Gebäude auf der Wiese an der Schildenstraße.

All das, so Jörg Müller, sind die Aufgaben der Architekten und Fachplaner. Im Einzelnen werden die Darstellungen dann auch noch den Stadträten im Herbst vorgestellt. Nach diesen Planungen schreibt die Stadt dann die jeweiligen Bau- und Installationsarbeiten aus und vergibt sie an Firmen. Geplant ist der Baustart für die Feuerwache Ost im nächsten Frühjahr. Üblicherweise sei die Bauzeit mit etwa zwei Jahren bemessen, so der Baubürgermeister.

Radebeuls Stadtwehrleiter Roland Fährmann: „Die Sicherheitsbedingungen des Gebäudes in der alten Wache entsprechen nicht mehr heutigen Anforderungen. Wir freuen uns sehr auf den Neubau.“

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