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Baustart für neues OP-Zentrum

Bald drehen sich zwei Kräne über dem Universitätsklinikum. Das hat Folgen für die Routen der Rettungshubschrauber.

© Norbert Millauer

Von Tobias Hoeflich

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Der rieselnde Schnee lässt Mandy Remus nicht nervös werden. Nur ein strenger, andauernder Frost könnte die Arbeiten inmitten des Uniklinik-Geländes vorübergehend ruhen lassen, erklärt die Architektin, während neben ihr mehrere Bagger bereits lautstark die Baugrube ausheben. „Wegen etwas Schnee unterbrechen wir die Arbeiten natürlich nicht. Wir wollen ja schließlich 2017 fertig werden“, sagt Remus.

Das mehr als 100 Millionen Euro teure OP-Zentrum, das überwiegend vom Freistaat Sachsen finanziert wird, zählt zu den größten Projekten in der Geschichte der Universitätsklinik. Bis 2017 entstehen hier neben dem chirurgischen Zentrum 17 Operationssäle, darunter mehrere Spezial-OPs, und Platz für 120 Betten, davon 30 für Intensivpatienten. 2018 ist die Eröffnung geplant. Bei schwerwiegenden Unglücken können in dem Neubau viele Unfallopfer schnell versorgt werden, erklärt Kliniksprecher Holger Ostermeyer. Und das auch dank kürzerer Wege: „Der Neubau wird an das chirurgische Zentrum, die Augenklinik und HNO-Klinik angeschlossen.“

Um Platz für das neue OP-Zentrum zu schaffen, ist in den vergangenen Monaten ein wesentlich kleinerer Altbau abgerissen worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente dieser als Frauenklinik. Wegen der schlechten baulichen und technischen Voraussetzungen war hier zuletzt nur noch ein ambulanter Betrieb möglich, erklärt Ostermeyer: „Es war ein schmuckloser Nutzbau, der nicht die Bedeutung hatte wie die übrigen Häuser.“ Weite Teile des übrigen historischen Klinikcampus’ stehen dagegen unter Denkmalschutz.

Kompromisse mit Patienten

Nachdem der Altbau abgerissen war, untersuchten Kampfmittelbeseitiger das Areal. Schließlich schlugen bei den Luftangriffen auf Dresden 1945 auch Bomben im Klinikgelände ein. „Zum Glück ist nichts gefunden worden“, so Architektin Remus. Bis Ende Januar soll die 17 260 Kubikmeter große Baugrube ausgehoben sein. An der tiefsten Stelle wird sie 5,  Meter ins Erdinnere reichen. Spätestens ab Anfang März soll mit dem Rohbau begonnen werden.

Die Arbeiten machen sich aber schon jetzt im Klinikalltag bemerkbar. Durchaus auch positiv, wie Sprecher Ostermeyer berichtet. „Viele Patienten sind sehr interessiert daran, was hier passiert.“ Das Baugeschehen sei für manche eine willkommene Abwechslung zum Aufenthalt im Krankenhaus. Dennoch gehen Baufirmen, Klinikangestellte und Patienten Kompromisse ein. So müssen die Arbeiter etwa Rücksicht auf die Ruhezeiten nehmen. „Insgesamt ist die Lärmbelastung für die Patienten aber gering“, schätzt Ostermeyer ein.

Hoch ist dagegen die Zahl an Ämtern, Firmen und Behörden, mit denen die Bauarbeiten abgestimmt werden müssen. So auch mit der Flugsicherung: Weil sich ab März zwei Kräne über dem Gelände drehen werden, wird der Südwest-Sektor über dem Hubschrauberlandeplatz gesperrt. Damit können Rettungsflieger die Plattform nur noch aus drei statt vier Richtungen erreichen. „Die Hubschrauber verteilen sich relativ gleichmäßig auf alle vier Sektoren“, erklärt Ostermeyer. Den Ausfall des Südwest-Sektors könnten die übrigen drei ohne Probleme kompensieren. Gleichzeitig müssen die Fachleute darauf achten, dass der Schwenkbereich des Krans nicht in den Bereich des Landeplatzes hineinreicht.

Für eine Reihe von Bauarbeiten, etwa den Fenstereinbau in das neue OP-Haus, steht indes noch die Vergabe der Aufträge aus. Die Ausschreibung dafür soll in Kürze starten. „Wir hoffen, dass sich darauf auch viele einheimische Unternehmen bewerben“, erklärt Architektin Mandy Remus.

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