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Baustart in der Spreegasse

Die Stadt lässt jetzt die Straße und die Ufermauer sanieren. Dabei gibt es gleich mehrere Herausforderungen.

Von Frances Scholz

Mit voller Wucht bahnt sich die Baggerschaufel ihren Weg durch die Böschung. Wurzeln, Sträucher, Erde. Platz muss geschaffen werden. Denn die Stadt lässt den 83 Meter langen Straßenabschnitt zwischen Granitfelsen und Spree sowie das Ufer sanieren. Das ist dringend nötig, denn seitdem das Hochwasser 2010 die Spreegasse völlig ausspülte, wurde sie immer nur provisorisch geflickt. Erst mit einer Schotterdecke, später mit einer Asphaltschicht. „Eine ordentliche Befestigung ist wichtig, denn langfristig hätte die Konstruktion so nicht gehalten“, sagt Christel Stecher vom Hoch- und Tiefbauamt. Sie betreut die Baustelle auf der Spreegasse.

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Zunächst wird die Böschung für den Bau einer Ufermauer vorbereitet. Dafür wurden bereits morsche Bäume gefällt. Auf einer Länge von 30 Metern lässt die Stadt auf dem engsten Stück zwischen Felsvorsprung und Spree die Mauer errichten. Diese soll künftig ein Aus- und Unterspülen der Straße von der Spreeseite verhindern.

Umleitung nur für Radfahrer

Die Stadt hat sich dabei für eine etwas teurere Variante entschieden. Die sogenannte Kopfbalkenlösung. Dabei werden Pfähle direkt in den Hang am Ufer der Spree gebohrt. Diese werden anschließend mit Zement ausgefüllt. Später wird noch ein Geländer darauf befestigt. An den Böschungen am Ufer lässt die Stadt zudem Steine zur Sicherung aufschütten. „Die teurere Variante ist einfach risikoärmer“, sagt Christel Stecher. Denn bei der kostengünstigeren Lösung hätte ein Damm errichtet werden müssen, um so das Flussbett für die Arbeiten trockenzulegen.

Trotzdem sieht die Mitarbeiterin des Hoch- und Tiefbauamtes auch bei der risikoärmeren Lösung Herausforderungen. „Solche Bohrpfähle setzt man ja nicht jeden Tag“, sagt Christel Stecher. Man wisse nicht, wie der Untergrund am Ufer beschaffen ist. Auch die Arbeiten auf so engem Raum am Felsvorsprung seien schwierig.

Damit hat auch der Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung zu kämpfen. Der verlegt auf dem Straßenabschnitt Abwasserleitungen. Zudem wird ein Regenwasserkanal erneuert. Auch die Straßenlampen lässt die Stadt durch drei neue ersetzen. „Zum Schluss bekommt die Straße eine Asphaltschicht“, sagt Christel Stecher. Trotz Ausbau bleibt die Spreegasse im Bereich des Felsvorsprungs eingeengt. Sie wird nur 3,50 Meter breit. Das Kopfsteinpflaster von einst wird es auf dem 83 Meter langem Stück nicht mehr geben. Zum einen sei die Asphaltschicht kostengünstiger. Zum anderen hätten beim Hochwasser 2010 die Wassermassen einen großen Teil der Pflastersteine aus der Straße in den Fluss gespült, als die Spree unterhalb der Hammermühle ihr Flussbett verließ. „Die Steine, die wir damals noch gefunden haben, wurden im Bauhof eingelagert und werden, wenn es geht, bei Straßen wiederverwendet, die ein Kopfsteinpflaster erhalten“, erklärt Stadtsprecher André Wucht.

Ende September sollen die Bauarbeiten an der Spreegasse abgeschlossen sein. Bis dahin bleibt der Abschnitt für Autos, Radfahrer und Fußgänger voll gesperrt. „Es ist einfach zu eng im Bereich des Felsens und deshalb zu gefährlich“, erklärt Christel Stecher. Autofahrer und Fußgänger müssten sich dann selbstständig einen anderen Weg suchen. Lediglich für Radfahrer richtet die Stadt eine Umleitung ein, denn der überregionale Spreeradweg und die sächsische Städteroute führen normalerweise hier entlang. Für jeden Radweg gibt es eine eigene Umleitung. So verläuft der Spreeradweg vorübergehend über die Behring- und die Gerberstraße bis zur Straße Unterm Schloss und umgekehrt. Die sächsische Städteroute führt über die Seidauer Straße, die Frankfurt und die Talstraße hin zum Stadtwall und umgekehrt. Eine entsprechende Ausschilderung finden Radfahrer an den Kreuzungen.

Insgesamt kosten die Arbeiten an der Spreegasse 250 000 Euro. Die Stadt erhält auch eine Förderung aus dem Fonds zur Beseitigung von Hochwasserschäden.