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Baustellensommer bremst Verkehr aus

Ebersbach wird bald zur Staufalle. Demnächst wird gleich auf mehreren Hauptstraßen gebaut.

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Von Carina Brestrich

Wer täglich mit dem Auto durch Ebersbach muss, wird diesen Sommer auf eine Geduldsprobe gestellt. Mit der Kottmarsdorfer und der Spreedorfer Straße sind bald zwei wichtige Verkehrsadern dicht. Und ausgerechnet die Bundesstraße 96 wird wegen einer weiteren Baustelle zum Nadelöhr. Die SZ zeigt, was auf die Autofahrer in Ebersbach zukommt.

Spreedorfer Straße

Schon im vergangenen Jahr mussten die Autofahrer wegen der Spreedorfer Straße einen nervigen Umweg über die Bundesstraße 96 in Kauf nehmen. Damals war die Kreisstraße voll gesperrt, weil auf der einen Straßenhälfte die Kanäle und die Fahrbahn erneuert worden sind. Nun widmet sich der Landkreis gemeinsam mit dem Abwasser-Eigenbetrieb der Stadt der andere Hälfte der Spreedorfer Straße. Und das bedeutet auch diesmal eine Vollsperrung für die Autofahrer. Und zwar ab 27. April. Dann ist bis Mitte Juni zunächst der rund 500 Meter lange Abschnitt zwischen der August-Weise-Straße und der Straße An der Felsenmühle an der Reihe. Der zweite, ebenfalls etwa einen halben Kilometer lange, restliche Teil der Spreedorfer soll möglichst noch in diesem Jahr folgen, sagt Marina Michel, Sprecherin des Landkreises. Der Baustart für diesen Abschnitt steht allerdings noch nicht fest. Er ist laut Landratsamt von der Fördermittel-Zusage abhängig.

Kottmarsdorfer Straße

Die Kottmarsdorfer Straße ist eine beliebte Abkürzung in Richtung Löbau. In den nächsten Monaten allerdings bleibt nur der Umweg über die Löbauer Straße (S 148). Denn am 4. Mai rücken auf der Kreisstraße zwischen Kottmarsdorf und Ebersbach die Bagger an. Dann wird der 150 Meter lange Abschnitt zwischen der B 96 und dem Freibad grundhaft ausgebaut. Damit sich Badegäste und Bauarbeiter nicht in die Quere kommen, wird dieser Abschnitt bis Pfingsten erledigt, sagt Kreissprecherin Marina Michel. Danach wird die Straße bis zum Ortseingang Kottmarsdorf instand gesetzt. Mitte Juni herrscht wieder freie Fahrt.

Bundesstraße 96

Bereits seit Mitte März brauchen Autofahrer auf der B 96 etwas mehr Zeit. Der Grund sind Ampeln am Abzweig Ludwig-Jahn-Straße und am Gasthof „Brauerei“. Dazwischen sind Bauarbeiter zu Gange. Und zwar im Auftrag des Freistaats. Er lässt den 220 Meter langen Abschnitt der Bundesstraße grundhaft ausbauen und die anliegenden Brücken über die Spree erneuern. Gleichzeitig bekommt die eine Straßenseite einen Geh- und Radweg, die andere einen Gehweg. Während der halbseitigen Sperrung wird die Bushaltestelle am Kretscham zur Martin-Niemüller-Straße verlegt, Fußgänger werden über die Nebenstraßen umgeleitet, der Schwerlastverkehr großräumig über umliegende Orte. Ganz ohne Vollsperrung sind die Arbeiten nicht möglich, erklärt Isabel Siebert, Sprecherin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr: „Im April und Mai werden kurzfristige Vollsperrungen an den Wochenenden nötig sein.“

Auf Behinderungen durch eine Ampel müssen sich die Autofahrer außerdem am Lidl-Markt an der B 96 einstellen. Dort wird die etwa 80 Jahre alte Spree-Brücke erneuert. Baustart ist laut Lasuv am 8. Juni. Für die Autofahrer wird eine einspurige Behelfsbrücke gebaut, sagt Isabel Siebert.

Fazit

Dass so viele Baustellen auf einmal zusammenkommen, das hat Matthias Lachmann noch nicht erlebt. Als Bauamtsleiter der Stadt Ebersbach-Neugersdorf ist er in die Planungen involviert. Dass die Sperrungen, die sich im Kalender vor allem im Mai und Juni überlappen, nicht gerade auf Begeisterung stoßen, kann er verstehen. Allerdings kann keine der Baustellen warten, sagt er. Stattdessen seien die Bauzeiten nun so gelegt, dass es für die Autofahrer noch die beste Lösung ist. Dazu hatten sich alle Behörden vorab an einen Tisch gesetzt.