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Baustopp für Brücke würde Dresden Millionen kosten

Das Rathaus muss mit Klagen der Baufirmen rechnen, wenn das Projekt Waldschlößchenbrückeim März gestoppt wird.

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Von Bettina Klemm

„Bei einem Baustopp würden Kosten in Millionenhöhe auf die Stadt zukommen“, schätzt Stadtentwicklungsbürgermeister Herbert Feßenmayr (CDU). Er befürchtet langwierige Gerichtsverfahren. Zu konkreten Summen könne und dürfe er sich nicht äußern. Das hänge davon ab, wie viel bis zu einem möglichen Baustopp bereits verbaut ist. Zudem könnten die Firmen eine Entschädigung für Verzögerungen und Gewinnausfall einklagen. Die Linksfraktion, die Linke, SPD und Grüne wollen den weiteren Bau der Brücke verhindern, wenn das Bürgerbegehren für die Tunnelalternative Erfolg hat. Dazu sind mehr als 20000 gültige Unterschriften erforderlich. Bei den äußerst knappen Mehrheitsverhältnissen im Stadtrat ist das Abstimmungsergebnis ungewiss. Die Bindefrist des gültigen Bürgerentscheids pro Brückenbau läuft Ende Februar aus. Die Kosten für die eigentliche Brücke belaufen sich nach Angaben von Feßenmayr auf 37 Millionen Euro. Der gesamte Verkehrszug einschließlich Tunnel und Zufahrtsstraßen soll rund 160 Millionen Euro kosten. Für den Brückenbau sei eine Bauzeit von 492 und für das Gesamtprojekt von 777 Tagen vorgesehen. Baubeginn war am 19. November.

„Wir haben den Bauablauf nicht verändert und wollen das auch nicht tun, denn das wäre mit zusätzlichen Kosten verbunden“, sagt Feßenmayr. Er befürchte ohnehin schon Nachträge und schwierige Abrechnungen. Derzeit würden die ersten zwei von insgesamt neun Fundamenten auf der rechtselbischen Seite vorbereitet. Zudem werden eine Gas- und eine 800er Trinkwasserleitung in der Fetscherstraße bis in Höhe Herzzentrum verlegt.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst sucht auf dem linken Elbufer nach Bomben und Munition. An den fertig gestellten Spundwandverbaukästen werden die Arbeiten für die einen Meter dicken und zirka 18 Meter tief reichenden Bohrpfähle für die Brückengründung weitergeführt.