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Baut Radeburg jetzt eine neue Schule?

Bildung. Bisher plante die Stadt, die Grundschule zu sanieren. Jetzt bringt der Bürgermeister einen Neubau ins Gespräch.

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Von Sven Görner

Fast beiläufig informierte Radeburgs Bürgermeister Dieter Jesse (parteilos) jetzt die Stadträte, dass die Verwaltung für die Zukunft des Schulhauses am Meißner Berg eine neue Variante prüft. „Die ersten Kostenschätzungen für die bisher geplante Sanierung gehen von rund 3,8 Millionen Euro aus. Da ist es doch sinnvoll, mal durchzurechnen, ob wir mit einem Neubau nicht sogar billiger kommen könnten“, sagte das Stadtoberhaupt. Obendrein bestünde so die Chance, noch bessere Bedingungen für die Schüler und Lehrer zu schaffen als das mit einer Sanierung möglich wäre. Denn eine Ideallösung sei mit den vorgegebenen Raumgrößen des 1979 errichteten Plattenbaus nicht zu erreichen.

So müsste beispielsweise in den Klassenzimmern eine zweite Tür eingebaut werden, um damit den Zugang zu einem zusätzlichen Fluchtweg zu ermöglichen. „Bei den vorgegebenen Klassengrößen stehen Tische und Stühle aber so, dass der Fluchtweg eigentlich kaum gefahrlos genutzt werden kann“, sagt Jesse.

Ein Neubau könnte auch viel flacher gehalten werden. „Jetzt hat die Schule drei Etagen, wobei die unterste ja erst im Hochparterre anfängt“, ergänzt der Bürgermeister. Donnerstag vergangener Woche hat er sich schon mal Neubauten in zwei Kommunen der Umgebung angesehen. Ein Neubau hätte übrigens auch den Vorteil, dass der Schulbetrieb nicht für ein oder mehrere Jahre auf einer Baustelle erfolgen müsste. Denn das neue Haus könnte neben dem alten gebaut werden. Platz ist dafür genug vorhanden.

Ob aus der Neubauidee allerdings tatsächlich etwas wird, ist derzeit völlig offen. „Als nächstes werde ich im Regionalschulamt nachfragen, ob wir bei einem Neubau Chancen auf Förderung hätten“, ergänzt Jesse. Aus seiner Sicht wäre ein neues Haus sinnvoll, wenn für dieses nicht mehr als 75 Prozent der Sanierungskosten gebraucht würden. Den immerhin hat die Stadt in den vergangenen Jahren schon einiges in das Schulhaus investiert. „Etwas über 500 000 Euro haben wir in die Wärmedämmung, neue Fenster aber auch die Einrichtung gesteckt.“