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Abitur mit 1,0: So geht's

Neun junge Menschen haben in diesem Jahr in Bautzen die Bestnote erreicht. Zwei von ihnen verraten, was dabei den Ausschlag gab - und was als Nächstes kommt.

David Mark aus Räckelwitz und Anna Sarodnik aus Bautzen haben ihr Abitur mit 1,0 gemacht. Das hatten sie so nicht geplant, aber dafür, was als Nächstes kommt, haben beide einen konkreten Plan.
David Mark aus Räckelwitz und Anna Sarodnik aus Bautzen haben ihr Abitur mit 1,0 gemacht. Das hatten sie so nicht geplant, aber dafür, was als Nächstes kommt, haben beide einen konkreten Plan. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Wer wissen will, wie die Note 1,0 aufs Abiturzeugnis kommt, könnte David Mark oder Anna Sarodnik fragen. Sie sind zwei von insgesamt neun Bautzener Schülern, die das vor wenigen Wochen geschafft haben. Und beide haben dafür eine wichtige Erklärung. „Es ist entscheidend, welche Leistungskurse man wählt“, sagt David Mark vom Sorbischen Gymnasium. Für ihn sei es gut gewesen, dass er mit Mathematik und Physik zwei Fächer wählen konnte, für die er sich schon lange interessiert habe, so der 18-Jährige aus Räckelwitz.

Auch Anna Sarodnik vom Philipp-Melanchthon-Gymnasium hatte eine gute Wahl getroffen. „Meine Traumkombination Deutsch und Französisch ging zwar leider nicht, weil ich die Einzige mit diesem Wunsch war. Statt Französisch habe ich Englisch genommen, und das war auch sehr gut.“

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Sehr gut trifft es auf den Punkt. Sowohl Anna Sarodnik als auch David Mark haben ihre schriftlichen Prüfungen in den Leistungskursen mit jeweils 15 Punkten abgeschlossen. Mehr geht nicht. Das ist für die Abschlussnote deshalb so entscheidend, weil diese Prüfungsergebnisse vierfach zählen. Die vier Halbjahresnoten der Leistungskurse gehen mit doppelter Wertung in die Gesamtrechnung ein, erklärt David Mark. „Würde man alle Noten einfach rechnen, wären andere Schüler besser gewesen.“

In allen Prüfungen volle Punktzahl

Die beiden 1,0-er Abiturienten haben aber nicht nur in ihren Leistungskursen überzeugt. In den Prüfungen seiner Grundkurse hat David Mark 14 Punkte schriftlich in Geschichte, ebenfalls 14 Punkte in der mündlichen Sorbisch-Prüfung und 15 Punkte in Englisch erreicht. Auch diese Sprachprüfung fand mündlich statt. Noch etwas beeindruckender lesen sich die Ergebnisse von Anna Sarodnik. Sie hat 15 Punkte geholt - in allen Prüfungen, sowohl schriftlich in Mathematik als auch mündlich in Französisch und GRW (Gemeinschaftskunde, Rechtserziehung, Wirtschaft).

Er habe erst nach den Prüfungen gewusst, dass eine 1,0 möglich ist, sagt David Mark. „Ich hatte ein gutes Gefühl.“ Sein Ziel sei nicht gewesen, das Abi mit 1,0 zu machen. Am Ende der elften Klasse habe er einen Durchschnitt von 1,5 gehabt. Die Prüfungen und das letzte Halbjahr hätten dann für den Sprung auf die glatte 1,0 gesorgt. Anna Sarodnik hatte sich schon vorgenommen, ein gutes Abitur zu machen. Die 1,0 habe dabei aber nie als konkretes Ziel im Raum gestanden. „Als ich die Prüfungsergebnisse bekommen habe, war ich etwas überrascht.“ 

Nächstes Ziel: Hiroshima und Karlsruhe

Nach Zeugnis-Ausgabe und Abi-Ball ist die erfolgreiche Schulzeit für David Mark und Anna Sarodnik nun vorbei. „Ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Das ist komisch, und gleichzeitig freue ich mich auf die Zukunft und meine Pläne“, sagt die 18-jährige Bautzenerin. Sie hat am Montag ein zehntägiges Praktikum in einer Kita begonnen - als Vorbereitung für etwas sehr viel Größeres.

Am 1. September startet sie in ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), ebenfalls in einer Kita, aber nicht in Deutschland, sondern im japanischen Hiroshima. „Japan, seine Menschen und seine Kultur finde ich schon lange sehr interessant.“ Dass es auch noch so ein historisch bedeutsamer Ort wie Hiroshima ist, mache die Sache noch spannender, als sie es ohnehin schon ist. 

Den nötigen Mut für den Auslandsaufenthalt habe sie. „Je mehr man riskiert, umso mehr kann man gewinnen.“ Bei aller Vorfreude benötigt Anna Sarodnik nicht nur Mut, sondern auch noch etwas Geduld. Denn die Ausreise sei corona-bedingt noch nicht sicher. Den Flug kann sie noch nicht buchen, ihr Visum noch nicht beantragen. Die Organisation für ihr FSJ sei aber zuversichtlich, dass alles klappt.

Mehr Klarheit gibt’s bei David Mark. Er will Wirtschaftsinformatik am Karlsruher Institut für Technologie studieren. Das ist eine von Deutschlands Exzellenz-Universitäten und gehört zu den renommierten Helmholtz-Forschungszentren. Der Studiengang ist zulassungsbeschränkt. Wichtigstes Kriterium bei der Auswahl der Bewerber ist die Abschlussnote des Abiturs.

Daran sollte es bei David Mark nicht scheitern. An der Uni werde er neue Menschen kennenlernen, dafür andere nicht mehr so oft sehen, denen er in den vergangenen Jahren täglich in der Schule begegnet ist. „Am letzten Schultag hatte ich noch gar nicht realisiert, dass ich nicht wiederkomme. Aber jetzt nach dem Abi-Ball wird es klarer, dass man so viele Menschen nicht mehr sieht.“

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