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18 neue Zwei-Raum-Wohnungen in Bautzen

Fahrstühle, Balkone und neue Zuschnitte - die Wünsche der Mieter ändern sich, die Wohnungsbaugenossenschaft Einheit reagiert.

Die Vorstände Andre Hassa und Sandra Thiel von der Bautzener Wohnungsbaugenossenschaft Einheit freuen sich, dass die Mieter in den Eingängen Gesundbrunnenring 11 bis 17 neue Balkone haben. Auch an anderen Stellen investiert die Genossenschaft.
Die Vorstände Andre Hassa und Sandra Thiel von der Bautzener Wohnungsbaugenossenschaft Einheit freuen sich, dass die Mieter in den Eingängen Gesundbrunnenring 11 bis 17 neue Balkone haben. Auch an anderen Stellen investiert die Genossenschaft. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Wie ein riesiges L steht der Block mit der Adresse Gesundbrunnenring 1 bis 17 an der Naht zwischen Bautzens größtem Wohngebiet und der Innenstadt. Wer derzeit hier entlang kommt, kann die Gerüste und Planen am kleineren Balken des L gar nicht übersehen. Noch etwa bis zum Jahreswechsel verbirgt sich dahinter die derzeit größte Baustelle der Wohnungsbaugenossenschaft Einheit Bautzen.

Wenn die Hüllen fallen, steht hier ein innen wie außen runderneuerter Wohnblock. "Da gibt es dann vieles, was es hier bisher nicht gab", verrät Einheit-Vorstand Sandra Thiel. Die meisten Wohnungen haben bereits große Balkone zum  grünen Innenhof bekommen. Der gesamte Block erhält eine Wärmedämmung. Drei der vier Hauseingänge bekommen Aufzüge.

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Zwar ließ und lässt die Wohnungsbaugenossenschaft Einheit auch  an anderen Häusern in Bautzen Fahrstühle  anbauen, aber dort halten sie immer zwischen zwei Etagen. Im Gesundbrunnenring 13, 15 und 17 hingegen müssen die künftigen Bewohner  keine halbe Treppe zwischen Aufzug und Wohnung nehmen - hier halten die Aufzüge auf der gleichen Ebene wie die gemieteten vier Wände. Das macht diese Hauseingänge besonders für Menschen mit einem gesundheitlichen Handicap interessant.

Einraumwohnungen sind nur noch selten gefragt

Die wohl größte Veränderung in dem Block hört sich an wie Zauberei: Aus 36 mach 18. Sandra Thiels Vorstandskollege Andre Hassa kann das schnell erklären: "Allein 48 der 72 Wohneinheiten in diesem Block waren Einraumwohnungen. Aber die sind heute nicht mehr so gefragt, viele standen leer." Deshalb brechen Bauarbeiter in den Eingängen 13, 15 und 17 Durchgänge in die Betonplatten jeweils zwischen zwei Einraumwohnungen und machen daraus eine Zweiraumwohnung. Die Grundrisse der Drei- und Vierraumwohnungen in dem Block bleiben unverändert.

Bevor die Bauleute anrückten, zogen zunächst alle verbliebenen Mieter der Einraumwohnungen aus. Einige von ihnen bleiben in ihren neuen Wohnungen, in die sie gewechselt sind. Aber manche wollen auch zurück und dann den Komfort mit Balkon und Aufzug genießen. "Aber es sind auch noch einige Wohnungen zu vergeben", erklärt Sandra Thiel. Die Runderneuerung des Gebäudes Gesundbrunnenring 11 bis 17 lässt sich die Wohnungsbaugenossenschaft insgesamt etwa zweieinhalb Millionen Euro kosten.

Auch im zweitgrößten Bautzener Wohngebiet - dem Allende-Viertel - setzt Großvermieter Einheit seine Komfort-Offensive fort. Nachdem 2018 die Eingänge Dr.-Salvador-Allende-Straße 51 bis 57 Aufzüge bekamen, sind jetzt die Hausnummern 59, 61 und 63 dran.  Auch die Treppenhäuser bekommen hier einen frischen Anstrich, berichtet Andre Hassa. Noch muss der Tüv die Aufzüge begutachten. Doch wenn alles klappt, können die Mieter dieser drei Hauseingänge spätestens im September per Knopfdruck hinauf oder hinab fahren.

Glasverkleidung dämmt Straßenlärm

Das können in Bälde auch die Bewohner der Niemöllerstraße 1 bis 6. In diesem Karree ist in den vergangenen Jahren schon viel passiert. 2017 erhielten die Wohnungen in der Niemöllerstraße 7 bis 12 neue Balkone und das Haus eine frische Fassade. Im vergangenen Jahr waren die Hauseingänge 13 bis 19 an der Reihe. Hier erhielten die neuen Balkone zusätzlich eine Glas-Verkleidung, um die Geräusche von der darunter vorbei führenden Bundesstraße zu dämmen.

Nun wirken die Bauarbeiter also auch in den Eingängen mit den Hausnummern 1 bis 6. Alle Wohnungen bekommen einen neuen Balkon, alle Eingänge einen Aufzug und am Ende das gesamte Gebäude einen frischen Anstrich. "Wir liegen mit den Bauarbeiten im Plan", resümiert Andre Hassa.

Und schon plant die Wohnungsbaugenossenschaft die nächsten Umbauten. Im Stadtteil Gesundbrunnen soll das Gebäude an der Ecke Otto-Nagel-Straße 32/Friedrich-Ebert-Straße 35 seniorengerechte Wohnungen mit neuen Grundrissen erhalten. Dafür hat die Genossenschaft Fördermittel bei der Sächsischen Aufbaubank beantragt.

Weitere Blöcke werden abgerissen

Mit Ideen wie diesen möchte die Einheit ihren Wohnungsleerstand senken. Der lag 2019 bei etwa neun Prozent, etwas mehr als im Jahr davor. Die Bautzener wissen, dass es nicht nur ihnen so geht. "Steigende Leerstände sind, mit Ausnahme der Großstädte Dresden und Leipzig, in allen Regionen Sachsens zu verzeichnen", heißt es im Jahresabschluss der Wohnungsbaugenossenschaft, die sich darauf einrichtet, auch noch den einen oder anderen Block abreißen zu müssen: "Wir stellen uns darauf ein, dass sich mittel- bis langfristig auch für unsere Genossenschaft Rückbaubedarf ergibt."

Erst vor vier Jahren ließ die Einheit mitten im Karree zwischen Gesundbrunnenring und Albert-Einstein-Straße einen Block mit 40 Wohnungen abreißen. Jetzt erstreckt sich hier eine Grünfläche. Allein zwischen 1990 und 2005 nahm die Wohnungsbaugenossenschaft etwa 500 nicht mehr benötigte Wohnungen vom Markt. Wer weiß zum Beispiel heute noch, dass auch direkt gegenüber der Schwimmhalle am Gesundbrunnenring mal ein großer Wohnblock stand?

Und wo die Arbeiter jetzt den Gesundbrunnenring 11 bis 17 runderneuern, gab es vor 30 Jahren auch noch eine Hausnummer 19. Diese Wohnungen gehörten zu den ersten, die seinerzeit abgerissen wurden. Seitdem fällt mehr Licht in den grünen Innenhof, den die Bewohner das sanierten Hauses ab kommendem Jahr von ihren neuen Balkonen aus beobachten können.

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