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Bautzen: Eltern wollen Öffnung der Schulen

Der Heimunterricht ist nicht mehr lange zumutbar, sagt der Kreiselternrat. Er warnt vor schlimmen Langzeitfolgen.

Homeoffice und Schularbeiten mit den Kindern: Diese Doppelbelastung ist für Eltern auf Dauer nicht tragbar, sagt Marcus Fuchs, Vorsitzender des Bautzener Kreiselternrates.
Homeoffice und Schularbeiten mit den Kindern: Diese Doppelbelastung ist für Eltern auf Dauer nicht tragbar, sagt Marcus Fuchs, Vorsitzender des Bautzener Kreiselternrates. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Der Bautzener Kreiselternrat fordert die komplette Öffnung der Schulen. „Das muss nicht direkt morgen sein, aber wir fordern einen zeitnahen und konkreten Plan“, sagt Marcus Fuchs, Vorsitzender des Bautzener Kreiselternrates, gegenüber Sächsische.de. Gemeinsam mit dem Dresdener und dem Görlitzer Kreiselternrat hat er deshalb abermals ein Schreiben verfasst, das ans sächsische Bildungsministerium ging.

Noch immer sei die Belastung für die Familien groß. Einige höhere Klassenstufen dürften die Schulen zwar wieder besuchen – „die restlichen Klassenstufen müssen weiterhin zu Hause lernen“, heißt es in dem Schreiben. Der Kreiselternrat spricht in diesem Zusammenhang von einem „doppelten Arbeitstag“: zuerst auf der Arbeit, dann Lernzeit mit den Kindern. 

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Zudem mangele es teilweise an technischen Voraussetzungen für den Hausunterricht und oft eben auch an pädagogischen Fähigkeiten. Nun „machen sich die psychologischen und sozialen Probleme, beispielsweise durch das Fehlen wichtiger sozialer Kontakte, immer stärker bemerkbar“, heißt es in dem Schreiben. Das betreffe Eltern wie auch Kinder.

Kreiselternrat warnt vor Langzeitfolgen

In einigen Fällen, so erklärt Marcus Fuchs, „mussten Eltern ihre Kinder sogar alleine zu Hause lassen“, weil die Arbeitgeber ihre Angestellten aus dem Homeoffice zurückholten – die Berufsgruppe aber keinen Anspruch auf eine Notbetreuung habe. Das sei nicht nur „suboptimal“, sondern bedeute, dass einige Eltern ihrer Fürsorgepflicht kaum nachkommen könnten.

Insgesamt steige der Stresspegel, die psychische Belastung. Viele Kinder vermissten ihre Freunde. Marcus Fuchs berichtet, dass einige Kinder sich zurückziehen und nicht mehr spielen möchten – er erkennt darin ein „Alarmzeichen“. Er warnt deshalb vor psychischen und sozialen Langzeitfolgen. Die Schlussfolgerung der Kreiselternräte deshalb: „Dass die Einschränkungen für die restlichen Klassenstufen weiter aufrechterhalten werden, ist kaum noch nachvollziehbar.“

Kritik an Aussage des Kultusministers

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