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Bautzen: Geschäftseröffnung mitten in der Krise

Die Töpferei Drosselbart an der Schloßstraße hat eine neue Inhaberin. Sie startet mit erweitertem Sortiment und voller Optimismus - trotz fehlender Touristen.

Trotz Corona-Krise wagt Sylvia Weise in Bautzen den Schritt in die Selbstständigkeit. Sie hat jetzt die Töpferei Drosselbart auf der Schloßstraße übernommen und verkauft dort auch orientalische Hausschuhe.
Trotz Corona-Krise wagt Sylvia Weise in Bautzen den Schritt in die Selbstständigkeit. Sie hat jetzt die Töpferei Drosselbart auf der Schloßstraße übernommen und verkauft dort auch orientalische Hausschuhe. © Carmen Schumann

Bautzen. Normalerweise flanieren Touristen durch Bautzens Schloßstraße, bewundern die barocken Fassaden und lassen sich bei schönem Wetter in einem der Straßencafés nieder. Und meist nehmen Touristen auch gern ein Souvenir mit. Doch was ist schon normal in diesen Tagen? Trotz Sonnenschein und angenehmer Temperaturen ist die Straße in der Bautzener Altstadt fast wie ausgestorben.

Doch einen Lichtblick gibt es: Nachdem Einzelhandelsgeschäfte wieder öffnen dürfen, konnte auch Sylvia Weise die Tür ihres Ladens aufschließen. Endlich. Geplant war das nämlich schon für den 1. April. Und in die Wege geleitet hat die Geschäftsfrau die Übernahme der Töpferei Drosselbart bereits seit letztem September, zu einer Zeit also, als die aktuelle Entwicklung nicht absehbar war.

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Mehr als 20 Jahre hatte Töpferin Margitta Rauschhardt den Laden betrieben und ihn mit den Ergebnissen ihrer handwerklichen Tätigkeit bestückt. Aber auch die wunderbar anmutigen Bilder ihrer Tochter Rebekka konnten Besucher bei ihr kaufen. Daran wird sich auch nach der Übernahme durch Sylvia Weise nichts ändern. 

Keramik aus Litauen

Da Margitta Rauschhardt mit fast 70 Jahren den Wunsch verspürte, etwas kürzer zu treten, hatte sie nach einer Nachfolgerin gesucht. Da Sylvia Weise früher schon einmal mit im Laden ausgeholfen hatte, traut sie es sich zu, das Geschäft zu übernehmen. Noch dazu, da es sich eben an einer normalerweise stark von Touristen frequentierten Stelle befindet.

Obwohl nun erst einmal alles anders ist, möchte sich Sylvia Weise ihren Optimismus bewahren. „Ich versuche, beharrlich zu bleiben“, sagt sie. Was sie zuversichtlich stimmt, ist auch die Tatsache, dass sie von den Nachbarn auf der Straße gut aufgenommen wurde. Es sei ein schönes Zusammensein. „Wir müssen ja auch in dieser schwierigen Zeit zusammenhalten“, findet sie.

Schon beim Einrichten des Geschäftes hätten ihr viele geholfen. Sylvia Weise hat einen neuen Ladentisch aufgebaut und die Wände lavendelfarben gestrichen. Lavendel steckt auch in den Püppchen, die sie selbst näht und bestickt. Ein wenig verändert hat sie das Sortiment. Neben den Töpferwaren, die Margitta Rauschhardt nach wie vor anfertigt, gibt es auch keramische Kleinigkeiten aus Litauen, wobei allerdings momentan der Nachschub stockt. 

Schuhe aus Marokko

Wer bequemes und ausgefallenes Schuhwerk benötigt, sollte sich mal die sogenannten Babouches ansehen, die Sylvia Weise anbietet. Das sind orientalische Hausschuhe, die es üppig bestickt oder unifarben gibt und die Sylvia Weise aus Marokko bezieht. Im Angebot hat die Geschäftsfrau zudem Plastiken von Holzkünstler Ingo Heinze und auch Ansichtskarten.

Natürlich sei sie mit der Übernahme des Geschäftes ein großes Risiko eingegangen, doch die Arbeit erfülle sie und mache sie glücklich, sagt Sylvia Weise. Sie hoffe, dass es für alle weitergeht und dass sie ihre Ideen und Träume verwirklichen kann. Wie sie die Öffnungszeiten gestalten wird, müsse sie erst noch testen. Da sie ein touristisch relevantes Sortiment hat, dürfte sie auch am Wochenende öffnen, was sich momentan aber nicht so richtig lohne. In der Woche ist jeweils ab 11 Uhr geöffnet.

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