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Bautzen: 24 Filme am Tag

Im Kino läuft jetzt ein viel umfangreicheres Programm. Vier neue Säle machen es möglich - und noch einiges mehr.

Der Leiter des Bautzener Kinos, Andreas Schneider, zeigt seinen neuen Lieblings-Kinosaal. Er ist einer von vier neuen Sälen.
Der Leiter des Bautzener Kinos, Andreas Schneider, zeigt seinen neuen Lieblings-Kinosaal. Er ist einer von vier neuen Sälen. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Techniker Robert Liebing setzt mit dem Lötkolben an, verbindet farbige Kabel miteinander. „Hier wird gerade der Saalregler installiert“, erklärt Andreas Schneider, Leiter des Bautzener Filmpalastes. „Damit wir vom Kinosaal aus auch die Lautstärke regeln können“, schiebt er hinterher. Die Lötarbeiten sind der letzte Feinschliff vor dem großen Moment.

Schon zehn Minuten später sind an diesem Freitagnachmittag die Bautzener eingeladen, sich die neuen Kinosäle anzusehen – und Kino vier, an dem der Techniker gerade werkelt, gehört dazu. Andreas Schneider verlässt den Technik-Raum, öffnet die Tür zu Kinosaal vier. „Mein Lieblingskino“, sagt er.

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Kleine Kinosäle: Ein Ort für besondere Filme

Die Wände in dem Raum sind goldfarben. Leuchtende Ringe hängen daran. Vor allem die letzte Sitzreihe hat es in sich: Die Premium-Sitze sind mit Fußhockern ausgestattet, sie sind breiter, die Lehne lässt sich per Knopfdruck verstellen. Sogar sein Handy kann man auf diesen Sitzen laden. Für vier Euro Preisaufschlag können Besucher einen solchen Premium-Platz buchen. Insgesamt finden 42 Leute in dem Saal Platz. Auch die Leinwand ist hier keine gewöhnliche: Sie kann 3-D-Filme zeigen. „Ich habe hier selber noch gar keinen Film gesehen“, sagt Schneider mit Blick auf die Leinwand. Der erste Testlauf wird die Trailer-Show an diesem Nachmittag.

Ähnlich wie Kino vier sieht Kino zwei aus – nur die Farbgebung ist anders. Noch gemütlicher wird es in den sogenannten Gold-Class-Kinos. Einer dieser speziellen Säle ist mit roten Sitzen ausgestattet, an den Wänden hängen beleuchtete Poster von Filmstars wie James Dean. Nicht nur, dass hier alle Sitze breiter sind. In den Gold-Class-Kinos sollen vor allem besondere Filme gezeigt werden. Also Arthouse-Filme, Dokumentationen oder Reisefilme.

Bald möglich: Per App Chips und Eis bestellen

Der Saal hat noch nicht einmal seine erste Vorführung hinter sich, da hat Andreas Schneider schon Pläne, wie es weitergeht. Gerade wird eine App entwickelt, erzählt er. „Via Smartphone können die Besucher hier dann Bestellungen aufgeben, die an den Platz gebracht werden“, berichtet er. Wann es soweit ist? Das weiß er noch nicht. Fest steht: Bautzens Kino soll eines der ersten unter den Filmpalästen sein, das dies anbietet. „Wir sind hier die Versuchskaninchen“, sagt Schneider und lacht.

Mit der nun abgeschlossenen Umbau-Etappe sind acht Kinosäle geöffnet, die Zahl der Säle hat sich damit verdoppelt. Das hat auch Auswirkungen auf das Programm: „Wir zeigen ab sofort etwa  drei Filme am Tag in jedem Saal“, erklärt Andreas Schneider, „also insgesamt etwa 24.“ Los geht es mit den Filmen „Das Beste kommt noch“, „Gretel und Hänsel“, „Knives Out“ und „Russland von oben“.

„Endlich ist es so weit“, sagt Schneider. „Wir bauen ja schon zwei Jahre.“ Nach und nach feierten immer mehr Säle Eröffnung. Und nicht nur Schneider freut sich über diese Etappe. „Hervorragend“, „super bequem“, „ein top Sound“ – die Leute, die am Freitagnachmittag durch das Bautzener Kino schlendern, kommen aus dem Schwärmen kaum heraus. „Man sieht von jedem Sitz richtig gut“, sagt ein Gast. Und ein anderer zeigt auf seine Beine, sagt: „Jetzt hab‘ ich endlich Beinfreiheit, ich musste die sonst so stark anwinkeln.“ Seine Begleiterin freut sich vor allem über die Armlehnen – nur eine Sache gefällt ihr nicht so gut. „Früher gab es in einem Kinosaal zwei etwas versteckte Sitze“, sagt sie, „die mochte ich gerne, da konnte man kuscheln.“ Sie grinst.

Kino-Umbau: eine teure Angelegenheit

Viel hat sich getan im Bautzener Kino - doch all der Spaß kostet. „Wir sind mal von sechs Millionen Euro ausgegangen“, sagt Andreas Schneider, „damit werden wir aber nicht hinkommen.“ Schon im Dezember hatte Kino-Eigentümer Heiner Kieft erklärt, dass  es wohl einfacher gewesen wäre, ein neues Kino irgendwo auf die grüne Wiese zu setzen, als das vorhandene in Bautzen so aufwendig zu sanieren. Aber er glaube an Bautzen, erklärte Kieft.

Abgeschlossen sind die Arbeiten jedenfalls noch immer nicht. Im Januar geht es weiter: Das ist Kino eins an der Reihe. Nach dem Umbau werden zwar weniger Leute in den Saal passen – dafür haben die dann mehr Platz. Und vom Balkon, auf dem etwa 50 Personen Platz finden, soll der Ton besonders gut klingen. Etwa ein dreiviertel Jahr soll an dem Saal gebaut werden.

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