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Bautzen: Große Pläne für leeres Klinik-Gebäude

Ein medizinisches Labor will neben das Krankenhaus ziehen und stärker mit ihm kooperieren. Das hat auch für die Patienten einen Vorteil.

Das Medizinische Labor Ostsachsen, das seinen Hauptsitz in Bautzen hat, will moderner werden. Für den Umzug neben das Krankenhaus hat der ärztliche Leiter Thomas Luther schon konkrete Pläne vorliegen.
Das Medizinische Labor Ostsachsen, das seinen Hauptsitz in Bautzen hat, will moderner werden. Für den Umzug neben das Krankenhaus hat der ärztliche Leiter Thomas Luther schon konkrete Pläne vorliegen. © Carmen Schumann

Bautzen. Das modernste ist es vielleicht nicht, aber hochmodern wird es auf jeden Fall: Prof. Dr. Thomas Luther spricht nicht gern in Superlativen, wenn es um das neue medizinische Labor geht, dass er gemeinsam mit seinen Kollegen in der Bautzener Flinzstraße einrichten will. Umziehen wird das Medizinische Labor Ostsachsen in das Gebäude, weil das alte im Ärztehaus an der Töpferstraße den steigenden Anforderungen immer weniger gerecht wird.

Viel ist am neuen Standort, in dem Gebäude hinter dem Krankenhaus, noch nicht zu sehen. Da ist etwas Schutt; ein Gebäudeteil ist abgerissen worden. Und da ist das leerstehende Haus, das einst unter anderem ein Labor der Oberlausitz-Kliniken, die Pathologie und die Blutspendestelle beherbergte. Im nächsten Jahr soll das Gebäude saniert, ein Anbau errichtet und modernes technisches Gerät installiert werden. Von 1.200 Quadratmetern vergrößert sich das Labor dann auf 2.000 Quadratmeter Fläche. Mehrere Millionen Euro kostet das Bauvorhaben.

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Corona-Test wäre vor 20 Jahren schwer gewesen

Aber was genau macht so ein medizinisches Labor eigentlich? Ob Diagnostiken zu Autoimmunerkrankungen wie Rheuma oder Schilddrüsenprobleme, ob Antikörpertests oder eben auch serologische Spezialtests, zu denen auch jene auf das Coronavirus zählen – um all diese Diagnostiken kümmert sich das Medizinische Labor Ostsachsen. Einige Mitarbeiter in Dresden und Görlitz, viele in Bautzen.

„Ich bin seit fast 20 Jahren dabei“, sagt Thomas Luther, „und habe in dieser Zeit drei bis vier neue Geräte-Generationen erlebt.“ Die neuesten Analysegeräte, wobei es sich um komplexe Systeme handelt, mietet das Unternehmen. „Früher konnten beispielsweise Durchfluss-Zytometriegeräte zwei Antigene gleichzeitig testen“, erklärt der 59-Jährige.

Es handelt sich dabei um Messgeräte, die Zellen mit Lichtstrahlen oder elektrischer Spannung analysieren können. „Schon heute können die Geräte zehn oder zwölf Antigene parallel testen“, sagt der Facharzt für Immunologie. „Das Prozedere wird immer effektiver und genauer.“ Das Coronavirus, ist Luther sicher, hätte vor 20 Jahren in den Routine-Analysen nur schwer nachgewiesen werden können.

Mehr als 4000 medizinische Proben täglich

Seit 2006 hat das Medizinische Labor Ostsachsen seinen Hauptsitz in Bautzen. Etwa 4.000 bis 5.000 medizinische Proben von Arztpraxen oder Krankenhäusern der Region gehen täglich allein an diesem Standort ein. „Damit sind wir in der Region der größte Ansprechpartner für Arztpraxen und Krankenhäuser“, erklärt Thomas Luther. Seit etwa 20 Jahren ist der heutige Ärztliche Leiter des Labors und Bautzener Standortleiter dabei, damals zählte das Unternehmen 60 Mitarbeiter. „Heute sind wir mehr als 300“, sagt er. Etwa 90 davon arbeiten in Bautzen.

Mit dem Umzug soll die Diagnostik effektiver und schneller werden, erzählt Luther. Vor allem durch die kürzeren Wege zum Krankenhaus, aber auch durch die modernere Technik. Ihr Untersuchungsergebnis bekommen Patienten dann schneller.

Der Umzug sei aber auch nötig, um wettbewerbsfähig zu bleiben, sagt Luther – und um Arbeitsplätze zu sichern. Dass der medizinische Dienstleister wachse, sei aber auch wichtig, um eine hochwertige und schnelle Diagnostik anbieten zu können. Um Erfahrung zu haben – und im Zweifel schnell reagieren zu können. Auch deshalb, um im Ernstfall leistungsstark und einsatzbereit zu sein, will das Unternehmen durch die Nähe zum Krankenhaus die Kooperation mit dem Klinikum ausbauen.

Durch das Coronavirus ist es dem Facharzt für Immunologie jetzt erst wieder vor Augen geführt worden. Da konnte das Labor schnell reagieren. „Zu Beginn der Pandemie war es für viele schwer, an Reagenzien, die für die Tests nötig sind, zu kommen“, erzählt Thomas Luther. „Als größeres Labor hat man in solchen Fällen natürlich bessere Möglichkeiten.“ 

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