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„Bautzen, wir haben ein Problem“

Der Pilot der bei Seifhennersdorf havarierten Maschine meldete per Funk einen Motordefekt – später half er noch beim Aufräumen.

Nach der Notlandung überschlug sich das Leichtflugzeug auf dem Acker bei Seifhennersdorf.
Nach der Notlandung überschlug sich das Leichtflugzeug auf dem Acker bei Seifhennersdorf. © Lausitznews.de/Erik-Holm Langhof

Es war Mittwochnachmittag gegen 17.45 Uhr, als es aus dem Bordfunkgerät von Tilo Hofmanns Propellermaschine knarzte. Der Geschäftsführer des Bautzner Flughafens war gerade am Himmel über Kamenz unterwegs, als ihn ein Luftnotruf eines Vereinskameraden des Oberlausitzer Flugsportclubs erreichte. „Der Pilot hat Probleme mit dem Triebwerk gemeldet und eine Sicherheitsaußenlandung angekündigt“, erzählt Hofmann.

Nur Augenblicke später endete dieses von dem Piloten angekündigte Vorhaben mit einer Bruchlandung seines Ultraleichtflugzeugs auf einem Acker an der Neugersdorfer Straße am Ortsrand von Seifhennersdorf. Eine sogenannte Sicherheitsaußenlandung nimmt ein Pilot laut Erklärung von Tilo Hofmann dann vor, wenn er irgendein Problem an seiner Maschine ausmacht. Dann sucht er nach einem geeigneten Landeplatz, um dieses Problem zu klären. In diesem Fall hatte die Zeit zur Suche eines solche Landeplatzes offenbar nicht mehr gereicht. "Der Pilot hat sich deshalb zu einer Notlandung auf dem Acker entschlossen", erklärt Hoffmann. Bei der Landung auf dem weichen und unebenen Untergrund sei dann das Bugrad abgeknickt. Dadurch kippte das Kleinflugzeug nach vorne über.

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Der 21-jährige Pilot und seine 61-jährige Mutter, ebenfalls eine Fliegerin im Oberlausitzer Flugsportclub, blieben bei dem Unfall nahezu unverletzt. „Der junge Pilot kommt aus der Segelfliegerei und hat schon einige Jahre Flugerfahrung“, sagt Tilo Hofmann. Die beiden waren gegen 17 Uhr in Bautzen zu einem Rundflug über die Lausitz abgehoben. Eine weitere Maschine des Fliegerclubs befand sich in der Nähe, als ihr Clubkamerad den Notruf absetzte. Sie nahmen Kurs auf die Stelle. Als sie aus der Luft sahen, dass der Pilot und seine Mutter das havarierte Flugzeug unbeschadet verlassen hatten, flogen sie zurück nach Bautzen und begaben sich mit Autos zur Unfallstelle. Auch Vereinsvorstand Tilo Hofmann hatte seinen Flug abgebrochen und war zur Unfallstelle geeilt.

Schnelle Hilfe kam auch aus der tschechischen Nachbarschaft. Der Unfallort ist nur wenige hundert Meter von der Staatsgrenze entfernt. Einige Minuten nach der Bruchlandung erreichte ein tschechischer Rettungshubschrauber den Unfallort, wurde jedoch nicht benötigt. Auch die Wehren aus dem tschechischen Sluknov (Schluckenau) und Jirikov (Georgswalde) waren laut Auskunft der Polizeidirektion Görlitz als erste Retter vor Ort, noch vor den Wehren aus Seifhennersdorf und Ebersbach-Neugersdorf. Die tschechischen Helfer hatten die Rettungsleitstelle in Hoyerswerda alarmiert. Die Retter brachten die Flugzeug-Crew zur Untersuchung in ein Krankenhaus.

Ein langer Aufenthalt war aber nicht nötig. „Wir haben das Kunststoffflugzeug auf dem Acker mit mehreren Clubmitgliedern abgerüstet und verladen. Der Pilot und seine Mutter sind dann auch noch zum Helfen dazugekommen“, erzählt Tilo Hofmann. Die Retter der Feuerwehren konnten schnell wieder abrücken. Gegen 22 Uhr sei der Acker dann auch wieder komplett aufgeräumt gewesen, sagt Hofmann.

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Ob der Ultraleichtflieger vom Typ „SC 07 Speedcruiser“ jemals wieder abheben wird, ist fraglich. „Das Flugzeug wurde schwer beschädigt“, sagt Flieger-Vorstand Tilo Hofmann. Die Polizei schätzte den Schaden an dem rund 100.000 Euro teuren Fluggerät auf 70.000 Euro. Das Luftfahrtbundesamt in Braunschweig ist nun in die Ermittlungen der Unfallursache eingebunden.

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